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Touristisches Zentrum der Kurischen Nehrung

Nida – einfach mal bei Thomas Mann anklopfen

Nida ist trotz seiner relativen Abgelegenheit bzw. Randlage das touristische und kulturelle Zentrum der Kurischen Nehrung und – überhaupt – ein beliebtes Reiseziel in Litauen.

Kurz-Zusammenfassung:

  • Nida ist mit rund 1500 Einwohnern die größte Gemeinde und das touristische Hauptziel auf der Kurischen Nehrung.

  • Die Stadt liegt nur einen Steinwurf von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt.

  • Oberhalb von Nida thront die weltbekannte Parnidis-Düne, eine fast 60 Meter hohe Laune der Natur – mit fantastischem Ausblick.

  • Deutschlands Literatur-Nobelpreisträger Thomas Mann gönnte sich in den späten 20er Jahren ein Feriendomizil in der Stadt – heute Museum und litauisch-deutsche Begegnungsstätte.

  • Der wunderbare Strand von Nida befindet sich auf der Ostsee-Seite der Stadt. Kilometerlang mit feinem Sand – entspannt und familienfreundlich.

landkarte nida kurische nehrung

Ein kleiner Rundgang durch die Stadt

Die rund 1.500 Einwohner zählende Stadt liegt nur einen guten Steinwurf von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt. In der Mitte der Kurischen Nehrung, aber eben auch am Ende von Litauen, da sich Russland und das baltische Land die Halbinsel sozusagen brüderlich teilen.

Die Stadt selbst erstreckt sich geradezu malerisch vom Hafen aus leicht ansteigend die Nehrung hinauf. Als architektonisch prägend gilt dabei der durchaus üppige Bestand an alten Fischerhäusern.

Über den Radweg aus Richtung Juodkrante kommend, erkennt man noch viel von den wirtschaftlichen und baulichen Ursprüngen der Stadt. Zum Teil sehr hübsch restaurierte Holzhäuser reihen sich am Kurischen Haff aneinander.

nida souvenir shops
Souvenir-Shops im Zentrum von Nida. Touristische Spuren, die insgesamt dezent bleiben. (Foto: A. Knappe / Nordisch.info)

Zum Zentrum und Hafen hin verdichtet sich das Bild ein wenig. Es gibt Souvenir-Shops, Restaurants und jede Menge Unterkünfte. Auch die ein oder andere Bausünde aus alten Zeiten ist dabei, allerdings nicht an der durchweg schönen Promenade, sondern eher ein Stück stadteinwärts.

In Nida kann es in den Hauptreisezeiten des Jahres durchaus voll werden, das muss man wissen. Wobei: Wirklich unentspannt wird es in der Stadt auch dann nicht. Auf die Füße tritt man sich nicht.

Das Thomas Mann-Haus in Nida

Ein sehr bedeutender kultureller Anlaufpunkt der Stadt ist das ehemalige Sommerhaus von Thomas Mann. Der deutsche Schriftsteller ließ es 1929 bauen, nachdem ihn die Kurische Nehrung und Nida bei einer Reise verzückt hatten.

Manns lang gehegter Traum von der eigenen Sommerresidenz wurde also nicht in Italien oder der Schweiz Realität, sondern hier, im eigentlich schwer erreichbaren Memelland. Rund 48 Stunden dauerte damals die Anreise.

hafen nida
Am Hafen von Nida. Ob hier einst auch Thomas Mann verkehrte? (Foto: A. Knappe / Nordisch.info)

Bis zu seiner Abkehr von Deutschland im Jahr 1933 – die Nazis hatten gerade die Macht übernommen – verbrachte der Literatur-Nobelpreisträger drei Sommer in Nida. Und dürfte dabei wie die vielen internationalen Besucher des Anwesens heute den Blick vom Garten auf das Kurische Haff in vollen Zügen genossen haben.

Das Haus liegt auf einer kleinen Anhöhe etwas nördlich des Zentrums von Nida. Es beherbergt ein Museum und fungiert seit den 1990er Jahren als deutsch-litauische Begegnungsstätte.

Vor allem aber ist es offen für Besucher aus aller Welt – und Gastgeber kultureller Veranstaltungen wie des (normalerweise) jährlich im Sommer stattfindenden Thomas Mann-Festivals.

60 Meter über Nida: Zu Gast am „Gipfel“ der Parnidis-Düne

In Nida ist es jedoch nicht nur die Stadt, die beeindruckt. Denn da gibt es ja auch noch ein Naturphänomen, das in zahlreichen Berichten über die Region als „Litauische Sahara“ firmiert.

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Im Hafen von Nida, Blick auf die weltbekannte Parnidis-Düne. (Foto: A. Knappe, Nordisch.info)

Gemeint ist eine steil und fast 60 Meter in die Höhe ragende Wanderdüne, die sich quasi direkt an Nida anschließt: die weltbekannte Parnidis-Düne.

Oben angekommen, hat man einen herrlichen Blick über das Kurische Haff, die Ostsee und dichte Bewaldungen, in denen ganz in der Nähe und ausnahmsweise westwärts russisches Staatsgebiet beginnt.

Wesentlich greifbarer noch wird dieser Eindruck auf einem langgezogenen Strandabschnitt zur Ostsee-Seite hin, wo ein gut sichtbarer Wachturm keinen Zweifel am weltpolitischen Status der Nehrung aufkommen lässt.

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Wenige Meter außerhalb von Nida beginnt der mitunter beschwerliche Aufstieg zur Parnidis-Düne. (Foto: A. Knappe, Nordisch.info)

Ein Nachmittag am Strand von Nida

Wie überall auf der Kurischen Nehrung liegt der Strandbereich auch in Nida nicht am Haff, sondern auf der Ostsee-Seite. Vom Zentrum der Stadt aus führen zwei Straßen zunächst leicht den Berg hinauf in den Wald.

Nach gut anderthalb Kilometern ist man dann am Strand, der quasi endlos ist und wunderbar sandig (also nicht steinig). Ein idealer Ort für die Familie, wenn die Sonne lacht. Auch auf dieser Seite der Nehrung hat Nida einige Unterkünfte im Programm, wahrscheinlich für reine Badegäste gedacht.

Strand Nida
Der wunderbare Strand von Nida – kilometerlang, mit feinem Sand. (Foto: A. Knappe / Nordisch.info)

Etwas essen und trinken kann man in Strandnähe auch, dazu gibt es Freizeitaktivitäten wie Beach-Volleyball und eine sehr praktische Mietstation für Fahrräder, die bevorzugt für das Pendeln aus der Stadt verwendet wird. Zu Fuß kann sich der Weg hin und zurück nämlich ziehen.

Und noch eine Info: Wenn man am Strand den Blick über die Ostsee nach links (Süden) richtet, erkennt man etwas oberhalb in den Dünen einen Turm. Das ist nicht etwa ein Aussichtsturm für Touristen, sondern ein alter Wachturm, der schlicht und ergreifend die Grenze zur russischen Exklave Königsberg markiert.

Nida: Erreichbarkeit und kulturelle Aktivitäten

Erreichbar ist Nida sehr gut per PKW und mit dem Rad. Ausgangspunkt der Anreise ist jeweils die rund 50 Kilometer weit gelegene Hafenstadt Klaipeda. Um Besuchern von hier aus eine bequeme Überfahrt auf die Kurische Nehrung zu ermöglichen, gibt es einen recht hoch frequentierten Fährverkehr.

Nach wenigen Minuten vom Festland aus auf der Halbinsel angekommen, kann man sich eigentlich kaum noch verfahren.

Denn es gibt lediglich eine Hauptstraße nebst ordentlich ausgebautem Radweg, um über mögliche Zwischenstationen in Juodkrante oder Preila nach Nida zu gelangen. Das Reisen lohnt sich, versprochen!

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Die Verbindungsstraße von Nidas Zentrum (Haff) hin zum Strand (Ostsee) ist prima ausgebaut. (Foto: A. Knappe / Nordisch.info)

Neben dem bereits ausführlich beschriebenen Thomas-Mann-Haus bietet Nida kulturell interessierten Gästen weitere Museen und Möglichkeiten. So gibt es ein Museum, das sich der Geschichte der Kurischen Nehrung widmet.

Es ist das Curonian Spit History Museum (Kuršių nerijos istorijos muziejus) etwas nördlich des Zentrums und ganz in der Nähe des Thomas-Mann-Hauses. Ein modernes Gebäude mit einer überschaubaren, sehr informativen Ausstellung, die ihre Geschichte mithilfe von Zeitdokumenten, historischen Fotografien und alten Gebrauchsgegenständen erzählt.

Ein weiteres Museum – das Bernsteingalerie-Museum (Gintaro galerija-muziejus) – widmet sich der langen und intensiven Bernsteinepoche der Kurischen Nehrung. Das alte Fischerhaus, in dem sich die Ausstellung befindet, liegt ein Stück zentraler als das Geschichtsmuseum.

In dem 1993 gegründeten Museum können sich Besucher sehr plastisch mit der Geschichte des baltischen Bernsteins vertraut machen. Man erfährt Wissenswertes zur Entstehung und beispielsweise den Farbvariationen des Ostsee-Goldes. Das größte Stück, das hier ausgestellt ist, wiegt fast vier Kilogramm.

Weiterführende Informationen zur Stadt Nida:

  • Visitneringa.com: Das Portal bündelt zahlreiche Informationen, Anbieter und Adressen, die bei einem Besuch Nidas und der Kurischen Nehrung von Interesse sein können. Darunter Beschreibungen zu Wanderwegen und Radrouten, Tipps zu Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten. Nida bietet unendlich viele Möglichkeiten, weshalb ein Besuch des Portals als Anregung sehr zu empfehlen ist.

  • Webseite: www.visitneringa.com (auf Deutsch)

  • Thomas-Mann-Museum: Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann pflegte über das Sommerhaus in Nida eine enge Beziehung zur Stadt und zur Kurischen Nehrung. Heute ist dort ein Museum samt Kulturzentrum beheimatet. Dokumentiert werden das Familienleben der Manns in Nida und das literarische Wirken des Schriftstellers.

    Das Haus ist heute weit mehr als ein Museum: Es ist Zentrum für Forschungs- und Kulturprogramme und Ort kreativer Begegnungen, die insbesondere den Kulturtourismus auf der Kurischen Nehrung fördern und stärken sollen. Das Museum ist ganzjährig geöffnet.

  • Webseite: www.mann.lt (auf Deutsch)

sh

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