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Umwerfende Halbinsel zwischen Ostsee und Haff

Urlaubsziel Ostsee: Kurische Nehrung in Litauen

Die Kurische Nehrung ist eine rund 100 Kilometer lange Ostsee-Halbinsel, die sich von der litauischen Hafenstadt Klaipeda (Klaipėda) bis nach Lesnoje in die russische Exklave Kaliningrad erstreckt.

Kurische Nehrung Litauen
Hier lässt es sich aushalten: Blick auf das Kurische Haff in Juodkrante.
(Foto: A. Knappe / Nordisch.info)
Die Nehrung befindet sich etwa je zur Hälfte in litauischer und russischer Hand, was Besuchern des südlichen Baltikums immerhin bis zur Grenzstadt Nida (deutsch Nidden) die Gelegenheit bietet, an dieser einzigartigen Laune der Natur teilzuhaben.

Der Sprung über die Grenze nach Russland wäre hingegen nur mittels Visum möglich.

Bei der Nehrung handelt es sich im Prinzip um eine langgezogene Landmasse, die das Kurische Haff als eine Art Binnengewässer von der Ostsee abspaltet.

Die größte Breite der vornehmlich aus Sanddünen bestehenden Nehrung liegt bei rund vier Kilometern, an ihrer schmalsten Stelle ist sie lediglich 400 Meter breit.

Damit ähnelt die Nehrung einer Art überdimensionalem Damm, über den man sich problemlos in die weite See begeben kann – links und rechts nichts als Wasser.

Anders die Situation vor der litauischen Unabhängigkeit Anfang der 90er Jahre, als die Region den Sowjets als militärisches Sperrgebiet diente und lediglich eingeschränkter Publikumsverkehr möglich war.

Sandstrände, klares Wasser und Kiefernwäldchen prägen den Landstreifen in hohem Maße. Neben der Grenzstadt Nida zählen die Siedlungen Juodkrante, Smiltyne, Preila und Pervalka zu den begehrten Kurorten der Region, die jeweils über einen Yacht- bzw. Bootshafen verfügen.

Ökologische Lehrpfade finden sich in Nida und Juodkrante, ornithologisch Interessierte werden sich dagegen über eine große Anzahl von Kormoranen und Graureihern freuen.

parnidis duene nida
Blick von der Aussichtsplattform der Parnidis-Düne bei Nida in Richtung Haff und Kaliningrad. (Foto: A. Knappe / Nordisch.info)
Besonders eindrucksvoll ist die weltbekannte Parnidis-Düne bei Nida, die landläufig auch „Ostpreußische Sahara“ genannt wird.

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Über 50 Meter hoch ragt das maritime Bollwerk in den Himmel. Auch ihretwegen wurde die Kurische Nehrung im Jahr 2000 in die erlesene Auswahl des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Sie ist zweifellos eine der schönsten und bedeutendsten Attraktionen, die der gesamte Ostseeraum zu bieten hat.

Deutlich über eine Million Gäste besuchen die Halbinsel – die auf litauischer Seite im Übrigen das Naturreservat Kursiu Nerija (Kuršių Nerijos Nacionalinis parkas) bildet – pro Jahr.

Juodkrante: ganz entspanntes Örtchen am Kurischen Haff

Die etwa 700 Einwohner zählende Gemeinde Juodkrante (Juodkrantė) ist nach Nida die zweitgrößte Ansiedlung auf der Kurischen Nehrung.

promenade juodkrante
Uferpromenda in Juodkrante. Wellengang ist am Haff eher selten – im Gegensatz zur Ostsee-Seite der Nehrung. (Foto: A. Knappe / Nordisch.info)
Der vor allem in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sehr begehrte Kurort liegt ungefähr 20 Kilometer südlich der litauischen Hafenstadt Klaipeda und ist beileibe nicht nur Badeurlaubern ein Begriff…

Juodkrante wurde 1429 erstmals in Dokumenten des Deutschen Ritterordens erwähnt, was die schöne Ortschaft zu einer der ältesten Ansiedlungen der Region Neringa macht.

Sehenswert sind innerörtlich die langgezogene Uferpromenda und ein kleines Villenviertel, dessen älteste Gebäude aus der Zeit des großen Bernsteinbooms Mitte des 19. Jahrhunderts stammen, als spektakuläre Funde des „Ostseegoldes“ dem Städtchen enormen Auftrieb verschafften.

Passend dazu lassen sich wenige hundert Meter nördlich die Reste des alten Bernsteinhafens erkunden (erbaut ab 1862), über den jahrzehntelang der Abbau von insgesamt rund 2.500 Tonnen des wertvollen Harzes abgewickelt wurde.

Das in Palanga ansässige Bernsteinmuseum informiert ausführlich über die Funde vor der Küste von Juodkrante.

Parallel zur Goldgräberstimmung kamen Mitte des 19 Jahrhunderts die ersten Kurgäste nach Juodkrante, um das angenehme Klima des Kurischen Haffs zu genießen.

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Der örtliche Strand ist noch immer einen Abstecher wert, obwohl/zumal er im Vergleich zu Nida deutlich weniger touristisches Renommee besitzt. – Geschmackssache eben.

Freunden mystischer Orte sei abschließend der sogenannte „Hexenberg“ empfohlen, ein nahe gelegener Kiefernhain samt uralter Kultstätte.

hexenberg juodkrante
Willkommen auf dem Hexenberg oberhalb von Juodkrante. Mystisch-skurriles Freilichtmuseum mit Dutzenden filigran gearbeiteter Holzskulpturen. (Foto: A. Knappe / Nordisch.info)
Ein von Dutzenden Holzskulpturen gesäumter Märchenweg lädt zu einem schaurig-schönen Spaziergang ein. Die dargestellten Figuren entstammen allesamt der litauischen Sagenwelt.

Weiterführende Informationen finden sich unter: www.visitneringa.com (auf Deutsch)

sh

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