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Tipps für den Aktivurlaub: 2 Rad-Routen in Litauen

Sportliches Litauen – Radfahren an der Ostsee

Das Fahrrad befindet sich in Litauen seit Jahren auf der Überholspur. Das Wegenetz wurde seit der Unabhängigkeit 1991 konsequent ausgebaut.

Litauen Radweg Kurische Nehrung
Tiefenentspannter Radweg auf der Kurischen Nehrung. (Foto: A. Knappe / nordisch.info)
Bereits heute sind traumhafte Touren entlang der Ostseeküste von der Grenze der russischen Exklave Kaliningrad bis an die lettische Grenze (und darüber hinaus) problemlos möglich.

Der litauische Küstenradweg erfreut sich – aus Gründen der Witterung versteht sich – vor allem in den Monaten von Mai bis September großer Beliebtheit. Aber auch andernorts gibt es in Litauen inzwischen bestens ausgebaute Wege.

Dies betrifft zahlreiche Schutzgebiete des Landes oder etwa entlang des Flusses Nemunas (deutsch: Memel), der sich von der Küste zunächst als Grenzfluss in Richtung Kaunas und dann über die weißrussische Grenze hinaus durch den südlichen Teil Litauens windet.

Im weiteren Verlauf des Unterpunktes „Radfahren“ werden Ihnen zwei beliebte Etappen vorgestellt, die jeweils in der Hafenstadt Klaipeda beginnen.

Die erste Route führt rund 50 Kilometer über die Kurische Nehrung zur sehenswerten Ortschaft Nida. Die zweite endet nach ebenfalls rund 50 Kilometern im unweit der lettischen Grenze gelegenen Städtchen Sventoji.

Der Radweg von Klaipeda nach Nida

Die rund 50 Kilometer Küstenradweg von der litauischen Hafenstadt Klaipeda bis zur auf der Kurischen Nehrung befindlichen Ortschaft Nida gehören mit zum Schönsten, was das südliche Baltikum zu bieten hat.

faehre kurische nehrung
Per Fähre geht es von Klaipeda aus „rüber“ auf die Kurische Nehrung. (Foto: A. Knappe / Nordisch.info)
Der Weg ist durchgängig asphaltiert, womit ungetrübter Radgenuss rein streckentechnisch zu 100 Prozent gegeben ist.

Der Rest ist Entspannung pur – umgeben von teils meterhohen Dünen, die den Wind von der Ostsee-Seite der Nehrung gut abschirmen. Zudem sind Teile der Strecke bewaldet.

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Zunächst geht es per Fähre von Klaipeda ein kurzes Stück rüber zur Kurischen Nehrung und ab hier direkt auf den Radweg.

Man befindet sich nun im Nationalpark Kursiu Nerija (Kuršių Nerijos Nacionalinis parkas) und kann auf der absolut familientauglichen Route immer wieder faszinierende Ausblicke über Ostsee (rechterhand) und Kurisches Haff (linkerhand) genießen. Landschaftlich ist die Region über jeden Zweifel erhaben.

Bevor Nida erreicht ist, kann man optional noch ein Reihe wunderschön am Haff gelegener Dörfer besichtigen (namentlich Juodkrante, Pervalka und Preila).

Ihre lange Existenz ist auf den Fischfang zurückzuführen, der den Menschen an der Küste über Generationen hinweg als einzig lohneswerter Broterwerb galt.

Juodkrante bietet sich mit seinem kleinen Hafen, der Promenade und einigen netten Restaurants wunderbar als Zwischenstation an.

Fischerhöfe mit Reetdächern und teils windschiefen Wänden bezeugen das traditionelle Leben auf der Kurischen Nehrung. Ornithologisch gehören dagegen Kolonien von Kormoranen und Graureihern zu den Charakteristika der Landzunge.

In Nida ist das Tagesziel schließlich erreicht. Hier gibt es mit der rund 50 Meter hohen Parnidis-Düne eine der überregional bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Litauen zu bestaunen.

Aus kultureller Sicht ist natürlich das Thomas-Mann-Kulturzentrum hervorzuheben, dassich im ehemaligen Sommerhaus des weltbekannten Schriftstellers befindet.

Wer sich bis hierhin noch gescheut haben sollte, ein Bad in der See zu nehmen, findet in Nida letztmalig Gelegenheit.

radfahren strand kurische nehrung
Das Schöne am Radweg auf der Kurischen Nehrung: streckenweise windgeschützt durch die Dünen, Strand immer in der Nähe. (Foto: A. Knappe / Nordisch.info)
Um nicht auf demselben Weg zurückfahren zu müssen, kann man von Nida aus per Fähre zurück auf das Festland gelangen.

Oder man übernachtet in einem der zahlreichen Hotels der Stadt, die rund um den Hafen über eine große Anzahl an Restaurants, Bars und Shops verfügt.

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Der Radweg von Klaipeda nach Sventoji

Diese Route führt von der Hafenstadt Klaipeda im Grunde permanent in nördliche Richtung, bis nach ungefähr 50 Kilometern die Ortschaft Sventoji erreicht ist – nur wenige Kilometer von der lettischen Südwestgrenze entfernt.

Die Route dorthin ist gut ausgebaut und bestens markiert, so dass einer erholsamen Fahrt entlang der Ostseeküste auch hier nichts im Wege steht.

Die Gegend ist reich an Sehenswürdigkeiten. Zu nennen ist zunächst die litauische Seestadt Palanga mit ihren wunderbaren Badestränden (ca. 20 Kilomter Gesamtlänge), ihrem Botanischen Garten und dem bekannten Bernsteinmuseum.

Wer die sogenannte „Sommerhauptstadt“ Litauens erreicht, hat etwa zwei Drittel der bis Sventoji zurückzulegenden Strecke absolviert.

Dank einer Vielzahl an Hotels, Gasthäusern etc. bieten sich ausreichend Optionen für eine spontane Übernachtung in der 20.000-Einwohner-Stadt.

radweg entspannt
Gut ausgebautes Wegenetz: der Radtourismus in Litauen erfreut sich wachsender Beliebtheit. (Foto: A. Knappe / Nordisch.info)
Aber auch andernorts hat die Route sehr viel landschaftliche Schönheit und außergewöhnliche Lokalitäten zu bieten. Da ist zum Beispiel der „Holländerhut“, der mit seinen rund 25 Metern als die höchste Steilküste weit und breit firmiert.

Hinzu kommen der eiszeitlich geprägte Plaze-See, die Dünen von Nemirseta (nebst einer alten Seenot-Rettungsstation) oder das ursprüngliche Fischerdorf Karkle mit seinem alten Friedhof.

In Sventoji selbst gibt es ebenfalls einen sehr schönen Sandstrand, der zu Sowjetzeiten einen hohen touristischen Stellenwert hatte. Heute dagegen geht es glücklicherweise eher ruhig zu.

Von Sventoji aus hat man nun die Möglichkeit, seine Radtour in Richtung Norden einfach fortzusetzen und nach wenigen Kilometern die lettische Grenze zu passieren.

Ebenfalls beliebt ist die Weiterfahrt ins Landesinnere Richtung Zemaitija-Nationalpark (Žemaitijos nacionalinis parkas), einem der schönsten seiner Art in Litauen.

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Rund 30 Kilometer sind es von Sventoji bis in das ungefähr 220 Quadratmeter große Naturreservat, das 1991 kurz nach der litauischen Unabhängigkeit gegründet wurde.

Weiterführende Informationen zum Thema Radfahren in Litauen:

  • Im Portal Bicycle.lt lassen sich in deutscher Sprache zahlreiche Hinweise und Anregungen zum Küstenradweg finden. Auch werden detailliert unterschiedliche Routen präsentiert. Wahlweise zwischen mindestens 50 und deutlich über 100 Kilometern Länge lassen sich hier mehrtägige Touren zusammenstellen. Zur grundsätzlichen Orientierung: Gekennzeichnet wird der Radweg entlang der Ostsee durch Straßenschilder. Zu sehen sind darauf ein Fahrradsymbol sowie die Nummer 10 (Wegnummer) auf blauem Grund.

  • Webseite: www.bicycle.lt (auf Deutsch)

  • Bei Nemunastour.com finden sich zudem interessante Hinweise für (Rad-)Touristen, die es entlang des Flusses Nemunas eher ins Landesinnere zieht. – Eine sehenswerte und zugleich verhältnismäßig windgeschützte Alternative zum Küstenradweg, die jedoch ungleich weniger professionell erschlossen ist. Es empfiehlt sich natürlich generell, gutes und vor allem aktuelles Kartenmaterial dabei zu haben, um vermeidbare Umwege und andere Ärgernisse möglichst auszuschließen.

  • Webseite: www.nemunastour.com (auf Englisch)

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