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Außerdem: Einfuhrmengen und Zollbestimmungen

Alkohol in Norwegen kaufen: Das ist zu beachten

Der Kauf von Alkohol in Norwegen ist nicht nur teuer, sondern auch etwas kompliziert, wenn man die Regeln rund um den Erwerb nicht kennt. Wir klären auf, was beim Kauf von Bier, Wein und Spirituosen zu beachten ist.

Alkohol in Norwegen kaufen, einführen Zoll
Große Auswahl alkoholischer Getränke. (Symbolbild: Adam Wilson)
Abends mal eben noch eine Flasche Wein im Supermarkt besorgen, geht in Norwegen ganz sicher schief. Nicht nur, dass der Wein gar nicht in Supermärkten verkauft wird, man muss auch die Zeitfenster beachten, in denen Wein, Schnaps und Starkbier gekauft werden dürfen. Der Kauf von Alkohol in Norwegen erfordert eine gewisse Planung.

Wo kann ich alkoholische Getränke kaufen?

Bier, Cidre und Alkoholmischgetränke bis 4,7 Prozent Alkoholgehalt bekommt man im Supermarkt. Getränke mit einem Alkoholgehalt, der darüber liegt, muss in staatlich kontrollierten Geschäften gekauft werden, den sog. Vinmonopolet. Das System ist ähnlich wie das schwedische Systembolaget, der finnische Alko, das isländische Vínbúðin und das färöische Rúsdrekkasøla Landsins.

Man muss die Zeiten beachten, zu denen Bier in Lebensmittelgeschäften gekauft werden darf. Das aktuelle Gesetz erlaubt den Verkauf bis 20 Uhr an Werktagen, 18 Uhr an Samstagen und an Sonntagen und einigen religiösen Feiertagen gar nicht. In bestimmten Gemeinden können diese Zeitangaben abweichen.

Bei der Orientierung hilft die Filialsuche auf der Website von Vinmonopolet, dort findet man nicht nur die Adresse, sondern auch die Öffnungszeiten einzelner Filialen im Land.

In der Regel schließen Vinmonopolet-Geschäfte werktags um 18 Uhr und samstags um 15 Uhr.

Vinmonopolet kurz erklärt

Übersetzt bedeutet Vinmonopolet Weinmonopol auf deutsch. Das Staatsunternehmen hat die alleinige Befugnis für den Verkauf von Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 4,75 Volumenprozent. Das Unternehmen untersteht der Kontrolle des norwegischen Gesundheits- und Fürsorgeministeriums.

Das Vinmonopol wurde als eine private Aktiengesellschaft unter staatlicher Kontrolle im November 1922 gegründet. Stück für Stück kaufte der Staat die privaten Anteile auf, bis das Vinmonopol zu 100 Prozent in staatlicher Hand lag. Dies ist seit 1939 der Fall.

Heute verfügt Vinmonopolet über 331 Filialen in 248 Gemeinden Norwegens. Laut Nettavisen setzten die Filialen insgesamt 25 Mrd. NOK um, umgerechnet rund 2,4 Mrd. Euro. Eine satte Steigerung gegenüber 18 Mrd. Umsatz im Jahr 2019. Ob es wohl ein Corona-Effekt ist?

Das Unternehmen heißt zwar Weinmonopol, doch die Geschäfte bieten eine Auswahl von über 20.000 verschiedenen Produkten, darunter Wein, Bier, Spirituosen und alkoholfreie Getränke.

Bis in die 1990er Jahre gab es keine Selbstbedienung in den Vinmonopolet. Eine Person stand hinter einer Theke und nahm die Bestellungen der Kunden entgegen, stellte den Einkauf zusammen und händigte diesen anschließend aus.

In den meisten Fällen stand buchstäblich nur eine Person hinter der Theke. So bildeten sich lange Warteschlangen, die heute noch legendär sind. Jeder ältere Mensch in Norwegen kann einem Geschichten erzählen, von Warteschlangen, die um den halben Block gingen, oder davon, wie er bis zum Ladenschluss es nicht geschafft hatte, dran zu kommen und so unverrichteter Dinge wieder abziehen musste.

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Zwar erleben die Norweger immer wieder Situationen, in denen sie über das System fluchen könnten, im Großen und Ganzen aber sind die Vinmonopolet in der Bevölkerung akzeptiert.

Regeln für den Kauf von Alkohol in Norwegen

  • Man muss 18 Jahre alt sein, um ein alkoholisches Getränk mit einem Volumenanteil von weniger als 22 Prozent zu kaufen oder serviert zu bekommen. Für jedes alkoholische Getränk über 22 Prozent muss man mindestens 20 Jahre alt sein.

  • In einer Bar oder einem Restaurant darf man immer nur ein alkoholisches Getränk pro Person gleichzeitig bestellen.

  • In einem Restaurant oder einer Bar ist es verboten, zwischen 2 und 9 Uhr morgens Alkohol auszuschenken. An Sonntagen und religiösen Feiertagen ist der Ausschank von Alkohol erst ab 13 Uhr erlaubt.

  • In Norwegen ist Werbung für alkoholische Getränke strikt verboten. Bierbrauer umgehen dieses Verbot, indem sie, dort, wo sie dürfen, ihre alkoholfreien Biere bewerben.

  • Zu beachten ist auch, dass Sonderangebote und Rabatte für Alkohol generell nicht erlaubt sind. Das bedeutet, man wird in Norwegen keine 3-für-2-Angebote oder eine „Happy Hour“ finden.

  • Seit 1999 ist es erlaubt, sein eigenes Bier zu Hause nur für den „Hausgebrauch“ zu brauen. Verkaufen darf man es natürlich nicht.

Warum ist Alkohol in Norwegen so teuer?

Alle Getränke, die mehr als 0,7 % Volumenprozent Alkohol enthalten, unterliegen der Alkoholsteuerpflicht.

Die einzigen Ausnahmen gelten für Alkohol, der für technische, wissenschaftliche oder medizinische Zwecke verwendet wird. Darüber hinaus wird auch auf Getränkeverpackungen eine Steuer erhoben.

Und ja, die norwegische Alkoholsteuer treibt einem Tränen in die Augen. Getränke mit einem Alkoholgehalt zwischen 4,7 % und 22 % unterliegen zum Beispiel einem Steuersatz von 5,11 NOK pro Volumenprozent und Liter. Die vollständigen Steuersätze sind hier aufgelistet.

Diese Steuern machen den gesamten Alkohol relativ viel teurer als z.B. in Großbritannien oder Deutschland. Die Regierung begründet dies damit, dass sie den übermäßigen Alkoholkonsum eindämmen wolle. Kritiker sagen, der Staat wolle schlicht seine Einnahmen in die Höhe treiben.

Duty free und der kleine Grenzverkehr nach Schweden

Weil Alkohol in Norwegen so teuer ist, behelfen sich die Norweger nicht nur mit Hobby-Bierbrauen, sondern auch mit diversen Ausweichmethoden.

Natürlich hat die jüngste Coronakrise vieles davon vorübergehend zum Erliegen gebracht. Aber unter „normalen Umständen“ sind die Norweger sehr viel auf Reisen. Es ist üblich, dass Norweger, die zurück aus dem Ausland kommen, die Duty-Free-Läden der Flughäfen stürmen, um sich mit alkoholischen Getränken einzudecken.

Natürlich ist die Menge des Alkohols begrenzt, die man am Flughafen kaufen darf. Trotzdem ist das eine Gelegenheit, die sich die meisten Norweger nicht entgehen lassen. Eine 1-Liter-Flasche Schnaps und vier gute Qualitätsweine können 600 Kronen kosten, also gerade mal die Hälfte dessen, was man bei Vinmonopolet bezahlen würde.

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Eine andere Möglichkeit, an „billigen“ Alkohol zu kommen, ist es, nach Schweden rüberzumachen. Richtig, Schweden ist aus mitteleuropäischer Perspektive ebenfalls ein sehr teueres Land, doch für Norweger ist es dort günstig.

Viele Norweger überqueren regelmäßig die Grenze zu ihrem Nachbarland, um dort Fleisch, zuckerhaltige Lebensmittel und ebenso Alkohol zu kaufen. Zucker unterliegt in Norwegen ebenso einer besonderen Besteuerung.

Diese Reisen in benachbarte Länder, wo man billiger einkauft, heißen in Norwegen harrytur (harry bedeutet so viel wie geschmacklos und tur bedeutet Reise/Tour).

Auf Harrytur gehen ist so beliebt, dass die Einkaufszentren jenseits der Grenze auf die Norweger ausgerichtet sind. So sehr, dass viele von ihnen kostenlose Busfahrten von Oslo und Trondheim aus anbieten. In der schwedischen Kleinsadt Strömstad, in relativer Nähe zu Oslo, haben die schwedischen Behörden wegen des Andrangs aus dem Nachbarland ein Systembolaget eröffnet. Klar gibt es auch hier Einfuhrquoten, deren Überschreitung versteuert werden muss.

Die Einfuhrquoten gelten für Getränke ab 2,5% Alkoholgehalt, weshalb sich die Norweger in der Regel mit Unmengen von Leichtbier eindecken.

Wie viel Alkohol können Urlauber nach Norwegen mitnehmen?

Für ausländische Urlauber in Norwegen liegt es nahe, dass sie Alkohol in den Urlaub mitnehmen, um Geld zu sparen. Allerdings muss man dabei die Einfuhrmengen beachten, die Importzölle haben sich erst kürzlich, im Jahr 2020, geändert.

Wer über 18 Jahre alt ist, kann Bier, Wein und andere alkoholische Getränke für den privaten Gebrauch einführen. Diejenigen, die über 22 Jahre alt sind, können Spirituosen und andere Getränke über 22% Volumenprozent importieren, wiederum für den privaten Gebrauch. Eine vorherige Genehmigung ist nicht erforderlich.

Reist man mit eigenem Auto an, sollten die Waren bei der Ankunft auf der „roten“ Spur am bemannten Grenzübergang deklariert werden. Man muss jedoch nicht die rote Spur benutzen, wenn man Getränkemengen mit sich führt, die zollfrei bleiben.

Überschreitet man die Zollfreiheitsgrenze, werden sowohl Alkohol- als auch Verpackungszölle fällig.

Zoll- und abgabenfreie Quoten

Innerhalb der Wertgrenze von 6.000 NOK bzw. 3 000 NOK (abhängig davon, ob man sich länger als 24 Stunden im Ausland aufgehalten hat oder nicht) können folgende Waren zoll- und abgabenfrei eingeführt werden. Die Quote gilt pro Person:

Warenbezeichnung Höchstmenge
Spirituosen über 22 und bis 60 Vol.-% 1 Liter
Wein über 2,5 und bis 22 Vol.-% 1,5 Liter
Bier über 2,5 Vol.-% (auch Starkbier) oder Alcopop bzw. Cidre über 2,5 und bis 4,7 Vol.-% 2 Liter
Zigaretten und andere Tabakwaren (z. B. Snus und Kautabak) 200 Zigaretten oder 250 g andere Rauchtabakwaren
Zigarettenpapier 200 Blatt 

Quelle: toll.no

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