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Reichlich Möglichkeiten über Schweden, Finnland, Litauen und Lettland

Per Fähre nach Estland: über Umwege ans Ziel

Mit der Fähre nach Estland zu fahren, ist (leider) ein wenig kompliziert. Denn es gibt derzeit – jedenfalls ab Deutschland – keine Direktverbindungen.

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Eine DFDS-Fähre bei der Einfahrt in den Hafen von Klaipeda. (Foto: Nordisch.info / A. Knappe)
Demzufolge muss man Umwege oder Zwischenstopps auf sich nehmen, wenn es denn der Wasserweg nach Estland sein soll. Es braucht also ein wenig mehr Zeit und auch Planung, das ist einfach so. Folgende Möglichkeiten bieten sich aktuell an, um über die Ostsee nach Estland zu kommen…

Kombination aus Fährpassage und Weiterfahrt im Auto

Die Kombination aus Fährfahrt und Weiterfahrt im Auto bietet sich an, wenn man vorhat, Estland in Form einer mehrtägigen Rundreise zu erkunden. Dann also, wenn das eigene Auto (oder ein Mietwagen) eh integraler Bestandteil der Reiseplanung ist.

In solchen Fällen bietet sich eine Fährfahrt von (1) Kiel nach Klaipeda in Litauen (mit DFDS Seaways) oder von (2) Travemünde nach Liepaja in Lettland (mit Stena Line) an.

Beide Fahrten haben den Vorteil, dass man in Richtung Estland auf dem Seeweg schonmal ordentlich Autobahnkilometer gespart hat (gut und gerne 1000 km). Und beide Destinationen haben den Vorteil, dass die dann folgende Weiterfahrt im Auto nach Estland zumindest nicht mehr tierisch weit ist.

Ab Liepaja sind es bis zur Südwestgrenze Estlands noch etwa 340 Kilometer (ab Klaipeda 400 km). Bis ins Seebad Pärnu wären es von Liepaja aus 400 Kilometer (ab Klaipeda 460 km) und bis in die estnische Landeshauptstadt Tallinn etwa 520 Kilometer (ab Klaipeda 580 km). Also alles halbwegs im Rahmen, da das sogenannte Baltikum in geografischer Hinsicht als kompakt bezeichnet werden kann.

Ob diese Form der Anreise bzw. Annäherung an Estland auch dann Sinn macht, wenn man ab der Fähre nicht mit dem Auto, sondern mit dem Rad zu fahren gedenkt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

Klar ist aber, dass man in diesem Fall definitiv Tage strampeln müsste, um überhaupt im Zielland anzukommen. Dagegen ist der halbe Tag im Auto natürlich so gut wie nichts.

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Radweg im Baltikum: viele Urlauber setzen ihre Reise nach der Fährfahrt auf dem Drahtesel fort. (Foto: Nordisch.info / A. Knappe)

Komplett per Fähre, aber mit Zwischenstopp

Wenn man komplett ohne Auto oder aber mit dem Rad nach und durch Estland reisen möchte, empfielt sich eher die zweite Fähr-Variante: Zunächst Passage ab Deutschland nach Helsinki (Finnland) – und ab hier dann per Fähre direkt weiter nach Estland in den Zielhafen Tallinn.

Über Helsinki: Die meistgebuchte Variante (neben einigen Möglichkeiten über Schweden) ist sicherlich die über Helsinki (Anfahrt mit Finnlines), weil ab hier die Weiterfahrt nach Tallinn nur noch ein Katzensprung ist. Keine hundert Kilometer trennen beide Städte über den Seeweg (ca. 2,5 Stunden Fahrt), weshalb es eine Vielzahl von Verbindungen bei mehreren Anbietern gibt. Hierbei handelt es sich um:

Wichtige Hinweise: Nach der Überfahrt von Travemünde nach Helsinki mit Finnlines ist Folgendes zu beachten: Man muss in Helsinki zur Weiterfahrt nach Tallinn den Hafen wechseln.

Ankommen wird man aus Deutschland nämlich im Hafen Vuosaari (im Osten der Stadt), die Weiterfahrt nach Tallinn startet ab Katajanokka (Zentrum). Zwischen beiden Häfen liegen gut 20 Kilometer.

Auch wäre zu prüfen, ob die An- und Weiterreise in Helsinki innerhalb eines Tages machbar sind. Wenn nicht, wäre in der Stadt noch eine Übernachtung zu buchen.

Thema Preis – nicht ganz günstig, aber viel Mehrwert

So schön Fährfahrten auf der Ostsee auch sein mögen, sie strapaziös können sie für die Urlaubskasse sein. Das muss bei der Planung einfach klar sein.

Auf der anderen Seite ist eine Fährpassage im Vergleich zur (weit günstigeren) Autofahrt natürlich Entspannung pur und, wenn man so will, ein Rahmen-Event für sich, auf das man sich als Familie schon Wochen vorher freuen kann. Ein Gefühl, das sich so bei den allermeisten Autofahrten nicht einstellt.

Kurzum: Das Ding mit der Fähre ist speziell bei Reisen in die baltischen Länder eine nicht ganz einfache Abwägungssache, da Straßen- und Seeweg in gewisser Weise miteinander konkurrieren. Das einfach mal als Gedanke vorab.

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Die Ostsee und das Baltikum: Traumziel, Badeurlaub – und Seeweg für jährlich Hunderttausende von Urlaubern. (Foto: Nordisch.info / A. Knappe)
Natürlich variieren die Fährpreise je nach Reisedatum, Zeitraum der Buchung und Sonderkonditionen (Rabatte, Spezialpreise) stark. Für ein gefühltes Schnäppchen muss auf dem Seeweg wirklich alles passen. Und selbst die günstigsten Konditionen, die zu haben sind, können einem letztlich doch noch teuer vorkommen.

Wir haben mal die beiden eingangs beschriebenen Varianen durchgespielt und sind zu folgenden Preisbeispielen gelangt (natürlich ohne Anspruch und Gewähr – einfach nur als grobe Orientierung). Jeweils für zwei Erwachsene mit Kind (inklusive Auto), Buchung für Hochsommer, 4 Monate im Voraus.

Kiel-Klaipeda: Mit etwa 900 Euro für Hin- und Rückfahrt wäre die Option „Fähre + Weiterfahrt im Auto“ die deutlich günstigere Variante. Hinzu kämen natürlich noch die Spritkosten (etwa eine Tankfüllung) bis nach Tallinn.

Travemünde-Helsinki / Helsinki-Tallinn: Deutlich teurer wäre die Option „Komplette Reise per Fähre“. Hier stünden insgesamt um die 1400 Euro zu Buche. Etwa 1200 Euro würden dabei auf die Passage von Travemünde nach Helsinki (und retour) entfallen. Die restlichen 200 Euro würden für die kurze Passage von Helsinki nach Tallinn und zurück fällig.

Aber wie gesagt, die Preise unterliegen erheblichen Schwankungen, sodass Annäherungen und auch noch größere Unterschiede zwischen beiden Reisevarianten immer möglich sind. Wer es sich leisten kann und will, hat jedenfalls eine schöne Zeit auf See vor sich – bevor der Urlaub dann in Estland so richtig losgeht.

sh

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