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„Alle waren glücklich“

Schneechaos in England: Dutzende strandeten über Nacht in Pub – und hatten unverhofft gute Zeit

Nach Hitzerekorden im Sommer scheint es in England nun auch der Winter in sich zu haben: Etwa 40 Menschen fanden am Sonntag über Nacht Zuflucht in einem Pub in Sussex, nachdem heftige Schneefälle viele Straßen in der Region unpassierbar gemacht hatten.

Foto 1: Pauline Wilson / Fotos 2-4: Dr. Alexandra Loske

Da half nur noch: Auto stehen lassen, was Alexandra Loske, einer der Pub-Gäste, hinterher als „sehr beängstigend“ beschrieben hat. Auf der A265 sei gegen 17.00 Uhr auf einmal nichts mehr gegangen, viele Autos „hatten eine Panne oder sind einfach nur noch rumgerutscht“. Pures Chaos.

„Es war ganz außergewöhnlich. Fünfzehn Minuten Schnee, mehr brauchte es nicht, bis wir komplett feststeckten“, so Loske weiter. Man habe sich dann mit fünf Familien auf den Weg machen müssen, um irgendwo Unterschlupf zu finden.

Schlecht lief es allerdings im ersten Pub, wo man die Gruppe umgehend wieder vor die Tür setzte. „Dann hörten wir, dass es da vielleicht noch eine andere Möglichkeit für Gestrandete gab“, schildert Loske den Moment, der Hoffnung machte.

Zum Glück stimmte der Tipp, und zahlreiche Hilfesuchende fanden Unterschlupf im „Bear Inn“ in Burwash, wo die Inhaber ihre unverhofften Gäste gleich herzallerliebst mit heißen Getränken und Spontan-Buffet, mit Kaminfeuer und Matratzenlager für Erwachsene und Kinder versorgt haben.

„Es war eine lange Nacht, und mir war ziemlich mulmig. Aber wir haben so viele nette und freundliche Menschen getroffen, dass sich letztlich alles sicher und warm angefühlt hat“, sagte Loske später im BBC-Interview, tief bewegt und dankbar wegen der offenen Arme der Pub-Besitzer.

Gemeint war Wirtin Pauline Wilson, deren acht Gästezimmer längst vergeben waren, als ihr dämmerte, dass das bei Weitem nicht ausreichen würde. „Uns war klar, dass diese Leute unmöglich die ganze Nacht im Auto hätten bleiben können.“

Sie sei noch nie so froh gewesen, auf dem Boden zu schlafen, sagte Loske, der zufolge irgendwann noch ein Cello ausgepackt wurde. „Wir sangen Weihnachtslieder, alle waren glücklich“, schildert sie die bemerkenswerten Eindrücke aus der Nacht im Bear Inn.

Im Süden und Osten Großbritanniens führten die heftigen Schneefälle zu weitreichenden Störungen mit gestrichenen Flügen, unterbrochenen Zugverbindungen und grauenhaften Straßenverhältnissen auf unter anderem den Highways M11, M2, M20, A21 und A249.

Viele der Störungen dauerten bis Montagmittag. Hinzu kommt, dass die britische Gesundheitsbehörde bis Freitag eine Kältewarnung herausgegeben hat. Darin werden die Menschen aufgefordert, sich warm zu halten und achtsam zu sein.

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