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Umstrittenes Nord Stream 2-Projekt

Dänemark erfreut über Deutschlands Zweifel an der Gaspipeline

In Dänemark hat Regierungschefin Mette Fredriksen die neu entfachten Zweifel Deutschlands am Nord Stream 2-Projekt mit Freude zur Kenntnis genommen.

Mette Frederiksen
Dänische Premierministerin Mette Frederiksen. (Archivbild: PES Communications, CC BY-NC-SA 2.0)
Die deutsch-russische Energieallianz steht baulich zwar kurz vor ihrer Fertigstellung. Jedoch hat die mutmaßliche Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny die jahrelange internationale Diskussion über Sinn und Zweck der 1.230 Kilometer langen Ostsee-Gaspipeline zuletzt nochmals heftig befeuert.

„Die deutschen Zweifel finde ich positiv, denn ich war von Anfang an gegen Nord Stream 2“, teilte Fredriksen mit. Sie glaube nicht, dass es sinnvoll sei, sich von russischem Gas abhängig zu machen. „Daher finde ich es gut, wenn die Gespräche über Nord Stream 2 neu geführt werden.“

Deutschland hatte trotz erheblicher Vorbehalte aus Teilen der Europäischen Union und der USA bislang stets fest zu dem Projekt gestanden. Doch nun deutet sich im Zuge der Ermittlungen rund um den Fall Nawalny eine mögliche Wende an.

Jedenfalls teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Verlauf der Woche mit, dass Konsequenzen für die Fertigstellung der Pipeline nicht mehr ausgeschlossen werden könnten.

Aus dem Umfeld Merkels heißt es, vieles hänge nun von der Reaktion und Kooperationsbereitschaft Moskaus ab. Die aus deutscher Sicht angestrebte, lückenlose Aufklärung des Falles Nawalny scheint damit zum Gradmesser für die Fortführung des Energieprojektes zu werden.

Neben Dänemark gehören Polen, die baltischen Staaten und die Ukraine zu den härtesten europäischen Kritikern von Nord Stream 2.

sh

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