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USA wollen Konsulat auf Grönland eröffnen

Ist Trump noch immer scharf auf Grönland?

Man stelle sich folgende surreale Begebenheit vor: US-Präsident Donald Trump klopft zuhause bei Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen an die Tür und sagt: „Hallo, ich bin der reiche Ami. Und weil das so ist, und weil mir ein Teil Ihres herrlichen Anwesens so gut gefällt, würde ich Ihnen gerne ein Kaufangebot machen.“ Einfach mal so, aus dem Nichts. Undenkbar?

Tasiilaq Grönland USA
Dank Klimawandel wird Grönland immer mehr zum Spielball des Interesses von Großmächten. Auf dem Foto: Die Stadt Tasiilaq in Ostgrönland. (Foto: Bernd Hildebrandt)
Eben nicht, denn so ähnlich – wenn auch weniger plakativ – hat es sich im letzten Jahr tatsächlich zugetragen. Trump ließ medial verkünden, dass man an einem Kauf Grönlands sehr interessiert sei (die arktische Großinsel ist zwar autonom, gehört aber Dänemark an).

Dänemarks Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Als „absurd“ bezeichnete Premier Frederiksen den Vorstoß des US-Präsidenten, woraufhin dieser ihr reflexhaft Boshaftigkeit unterstellte. Das für Trump übliche Spielchen aus Rede und Gegenrede hatte mal wieder begonnen. Und klar war, weitere Kapitel würden folgen.

Eine Einordnung dazu erfolgte dieser Tage in einem Artikel auf BBC.com, der feststellt, dass man sich in Grönland erst noch an das frisch entflammte Interesse gewöhnen müsse. Denn in der Tat ist der Hauptgrund für Trumps Interesse natürlich nicht die Insel selbst, sondern es geht um strategische Interessen und die in ihr schlummernden Bodenschätze.

Der Reihe nach: Grönland verfügt über riesige Vorkommen sogenannter Seltener Erden. Darunter Neodym, Dysprosium, Terbium und anderes, was derzeit zur Herstellung von E-Autos und Mobiltelefonen benötigt wird.

Durch die Auswirkungen des laut Trump nicht menschgemachten Klimawandels erscheint es nun realistisch, deutlich leichter an die seltenen Stoffe zu gelangen. Denn das Eis schmilzt – und mit ihm die schützende Schutzhaube.

Strategisch liegt Grönland außerdem zwischen Nordamerika, Europa und Russland. China liebäugelt auch schon. Das schwindende Eis gibt zudem neue Verkehrswege und Routen für die Schifffahrt frei. Zeit- und Geldersparnisse in großer Größe winken. Da sollte man dann doch am Start sein, wenn der Startschuss fällt, wird sich Trump gedacht haben – und hat den Startschuss der Einfachheit halber selbst abgefeuert. So sind halt selbstgefällige Gemüter wie er.

Inzwischen, so BBC.com, hätten beide Seiten – USA und Dänemark – ihre Differenzen ausgeräumt. Flankiert durch die US-amerikanische Ankündigung, nun durch die Eröffnung eines Konsulats auf Grönland mehr Präsenz in der Region zeigen zu wollen. Ein vergleichsweise bescheidener Vorstoß in diesen Zeiten, der aber doch zeigt, dass es mit der Grundgemütlichkeit auf Grönland bald ein Ende haben dürfte. Besser, der Klimawandel überlegt es sich noch mal.

sh

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