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Nach Treff mit Schwedens Regierungschef

Greta Thunberg: „Globale Machthaber leugnen den Klimawandel noch immer“

Sollte es Schwedens Regierungschef Stefan Löfven darum gegangen sein, nach einem Treffen mit Landsfrau Greta Thunberg gute Presse zu erhalten, müsste man den Plan als ziemlich gescheitert ansehen.

Greta Thunberg Löfven
Schulstreikwoche 141. Greta Thunberg steht auf einem Kahlschlag in Mittelschweden, der der Schwedischen Kirche gehört. (Foto: Greta Thunberg via Twitter)

Denn es waren nicht lobende Worte, die die weltweit bekannte Klimaaktivistin danach zum Besten gab, sondern eher eine volle Breitseite Frust – die Schwedens Regierung explizit mit einbezog.

„Wir Klimaaktivisten führen nach wer weiß wie vielen Treffen mit mächtigen Menschen im Grunde immer noch die gleiche Diskussion“, sprach Thunberg am Montag gleich im Anschluss an das Gespräch in die Mikrofone der Reporter. „Es gibt eine komplette Verleugnung der Klimaproblematik, ein Gefühl für die Krise ist absolut nicht da.“

Das Schlimme aus ihrer Sicht: Sollte niemand den Druck auf die Machthaber der Welt hoch halten, würde „offensichtlich nichts getan“, um die Klimakrise einigermaßen in Schach zu halten.

Mehr noch: Die Regierungen der Welt seien gerade im Begriff, die selbst gesteckten Ziele zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf maximal 1,5 Grad (gegenüber dem vorindustriellen Niveau) aus den Augen zu verlieren. „Aber das werden wir nicht akzeptieren“, so Thunberg.

In einem Kommentar zu dem Treffen hielt Löfven schließlich dagegen, Schweden sei eine treibende europäische Kraft im Kampf gegen den Klimawandel. Die Industrie des Landes steige gerade auf eine fossilfreie Zukunft um – und helfe anderen Ländern, ihre Emissionen zu reduzieren. Das nennt man dann wohl Aussage gegen Aussage.

Wobei, ein kleines Zugeständnis hatte Löfven laut Reuters dann doch noch im Gepäck: Schweden habe zwar die Möglichkeit, der erste fossilfreie Wohlfahrtsstaat der Welt zu werden, „aber wir müssen das Tempo der Veränderung erhöhen“, so sein Statement. Dafür brauche es „neue Schritte“.

Neue Schritte, Tempo erhöhen usw. – da waren sie also wieder, die Polit-Stanzen des Ungefähren, die nicht nur eingefleischte Klimaaktivisten, sondern auch neutrale Beobachter zunehmend nicht mehr hören können.

Denn die Zeitfenster, um die es geht, bis die klimatischen Kippunkte endgültig erreicht und überschritten sind, werden kleiner und kleiner.

Sagt wer? Genau, sagt die Wissenschaft, die aber leider – so scheint es – an immer mehr Fronten gleichzeitig um Glaubwürdigkeit kämpfen muss. Und zwar just in einer Zeit, in der eigentlich nur Erkenntnis gefragt wäre.

Also braucht es Leute wie Greta Thunberg, die laut sind und das auch bleiben. Darauf ist Verlass.

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sh

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