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Umweltschutz

Einweggrills: Schwedische Supermärkte verzichten auf Verkauf

Supermarktketten in Schweden, darunter solche wie Coop, ICA, Lidl und Hemköp, wollen keine Wegwerf- bzw. Einweggrills mehr verkaufen. Einerseits aus Umweltschutzgründen, andererseits wegen der Brandgefahr an trockenen Sommertagen.

Einweggrill
Einweggrills im schwedischen Supermarkt. (Foto Creative Commons Lizenz)
Die Wegwerfgrills, die noch auf Lager vorrätig sind, werden allerdings abverkauft werden. Neue Grills nicht mehr im Sortiment geführt.

„Die Entscheidung gründet auf unserer Nachhaltigkeitsstrategie, sowie dem nachlassenden Interesse der Kunden an Einweggrills.“, sagte Claes Salomonsson, Sprecher von Axfood, einem schwedischen Supermarkt-Konzern, zu dem unter anderem die Handelsketten Hemköp, Willys, Spar Sverige und Spar Finland gehören, gegenüber der Nachrichtenagentur TT.

Er sagte außerdem, dass die Hälfte des Lagerbestandes abverkauft sei, und fügte hinzu: „Nächsten Sommer werden die Grills ausverkauft sein.“

Die Wegwerfgrills bestehen aus Aluminium, das sehr energieintensiv produziert wird, außerdem landeten die Grills selten im Metallrecycling, sondern in der Natur, so Salomonsson in der Stellungnahme des Unternehmens. In einigen Fällen können solche Grills auch eine Brandgefahr darstellen.

Gute Gründe, auf Einweggrills zu verzichten

Abgesehen davon, dass der Einweggrill schlicht ein schlechter Grill ist, ist er auch noch gesundheitsschädlich. Durch den geringen Abstand zwischen Grillgut und den brennenden Kohlen, entwickeln sich Stoffe im Essen, die krebserregend sein können. Der integrierte Grillanzünder besteht meist aus Chemikalien, die man nicht auf seinem Stück Fleisch oder Gemüse haben möchte.

Ein weiterer Aspekt, weshalb man auf Einweggrills getrost verzichten sollte, ist die Rohstoffverschwendung. Auch wenn diese Grills möglicherweise aus recyceltem Aluminium hergestellt sein könnten: Der hohe Energieumsatz, der bei der Verarbeitung des Aluminiums benötigt wird, belastet das Klima besonders stark.

Großer Schaden für die Umwelt: Die Förderung von Bauxit, ein Aluminiumerz, erfolgt überwiegend im Tagebau. Dazu werden riesige Areale verwüstet und Umweltgifte wie Rotschlamm (Bauxitrückstand) freigesetzt und zurückgelassen. Die unmittelbare Gefährlichkeit des Rotschlammes beruht auf dem Gehalt an ätzender Natronlauge. Die langfristige Schädlichkeit ergibt sich aus dem Gehalt an giftigen Schwermetallen.

Die Einweggrills selbst landen noch am Grillabend in der Botanik. Sie werden nur selten adäquat entsorgt, meist landen sie auf der Wiese im Park oder am Flussufer, ebenda, wo gerade gegrillt wird.

In den Parks einiger Städte ist der Einweggrill bereits verboten. Ein Grund dafür ist, dass er meist direkt auf dem Boden steht. Kaum ein Rasen überlebt diesen Grill.

Sicherlich gibt es nicht nur für schwedische Supermärkte und Verbraucher genügend Gründe, auf das Wegwerfprodukt zu verzichten.

ap

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