Facebooktwitterpinterestrssinstagram

Kleine Frotzelei zu Weihnachten

Schottlands Regierungschefin würde Boris Johnson eine Haarbürste schenken

Im Rahmen ihres täglichen Briefings verkündete Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon am Montag mit mühsam zurückgehaltenem Grinsen, dass eine Haarbürste für ihr englisches Pendant Boris Johnson doch genau das Richtige zu Weihnachten sei.

Boris Johnson Übergewicht
Boris Johnson, meistens Lauch-, zuweilen Helmfrisur. (Foto: Roger Fenton)
„Ja, das sollte auf seinem Wunschzettel stehen“, sagte sie und spielte damit durchaus süffisant auf Johnsons Hang zu optischer Schnoddrigkeit an – für gewöhnlich bestens zu erkennen an seiner nicht vorhandenen Frisur.

Zugleich war es der Konter auf eine Frotzelei, deren Ursprung einmal mehr in London lag. Denn von hier aus hatte Johnson zuvor verkündet, Sturgeon zu Weihnachten Tausende Tonnen Fisch schenken zu wollen.

Die Botschaft dahinter: Der Brexit ist ein Geschenk, (liebe Nicola,) das Schottland und seine von der EU gebeutelten Fischer doch bitte einfach annehmen sollten.

„Ich weiß gar nicht, ob Nicola ein begeisterter Fischesser ist. Aber sie wird (durch den Brexit) weit mehr davon bekommen, als sie selbst wahrscheinlich essen kann“, hatte Johnson gesagt.

Sein flotter Spruch war natürlich Futter auf die Mühlen der schottisch-englischen Journalistenzunft, die längst nicht mehr zwischen den Zeilen lesen muss, um das Verhältnis zwischen Sturgeon und Johnson als abgrundtief gescheitert zu beschreiben.

Bruchlinie im politischen Leben der beiden war und ist der Brexit, den Johnson mit Verve vertritt, während Sturgeon und die Mehrheit der Schotten (viel) lieber in der Europäischen Union geblieben wären.

Aus diesem Grund peilt Sturgeon zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein neuerliches Unabhängigkeitsreferendum für Schottland an, das ihr „Vorgesetzter“ Johnson aber unbedingt verhindern will.

Schließlich könnte es einen politischen Riss quer durch das Vereinigte Königreich nach sich ziehen, was dann auch für einen Polit-Hallodri wie Johnson eine Nummer zu viel wäre.

So oder so: Das schottisch-englische Binnenverhältnis wird angespannt und spannend bleiben. Und es ist gut möglich, dass Johnson seinen Fisch am Ende selbst wird essen müssen.

Lesen Sie auch:

sh

Facebooktwitterredditpinterestmail
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen