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Archäologische Attraktion in den Highlands

Schottland: Nachbau eines Torfhauses aus dem 17. Jh. in Glen Coe fertiggestellt

Der Nachbau eines Torfhauses aus dem 17. Jahrhundert ist im schottischen Glen Coe endlich fertiggestellt worden. Endlich deshalb, weil dem archäologischen Projekt durch eine Corona-bedingte Unterbrechung drohte, deutlich in die Länge gezogen zu werden.

Fotos: National Trust for Scotland

Wie der National Trust for Scotland (NTS) in einem Statement mitteilte, wurde das Haus wie im damaligen Original aus Torf, Flechtwerk und Stroh gefertigt. Zur Anwendung kamen beim Bau laut BBC ausschließlich traditionelle Materialien, Werkzeuge und Techniken.

Das Haus ist ab sofort für Besucher des Glencoe National Nature Reserve zugänglich. Eine Sprecherin des Trusts zu dem Bauwerk: „Torfhäuser waren einst über die ganzen Highlands verstreut und sind ein wichtiger Teil des architektonischen Erbes von Schottland.“

Die erste Bauetappe bestand darin, den Boden vorzubereiten und einen stabilen Holzrahmen aufzustellen. Diese Aufgabe wurde vollständig von Hand ausgeführt, eine Handseilwinde und eine Hebebühne kamen unterstützend hinzu (verschiedene Bauabschnitte: siehe Bildergalerie).

Es folgten ein Steinsockel und die Flechtwände, die aus 3.000 biegsamen Haselnuss-Stäben bestehen, die in der Region gesammelt wurden. Im nächsten Schritt wurden grobe Torfblöcke rangeschafft, um die 80 Zentimeter dicken Außenwände zu errichten – mit original Kuhdung-Lehm verdichtet.

Tonnen von Material wurden verbaut – alles Originalplänen folgend

Dann noch das Dach, bestehend aus 185 hölzernen Balken, einer dünnen Schicht Rollrasen und Heidekraut, das in Glen Coe nicht ausreichend vorhanden war und aus anderen Regionen importiert werden musste.

landkarte glen coe
Lage des Tales Glen Coe in den schottischen Highlands. (Quelle: Eigene Darstellung / Wikipedia)

Der gesamte Bau basiert auf historischen Forschungen und archäologischen Ausgrabungen. Vor Ort gemachte Ausgrabungen geben Einblick in das Leben der Menschen, die einst in der weltberühmten Naturlandschaft von Glen Coe lebten.

Welcher Aufwand in früheren Zeiten für den Bau solcher Häuser betrieben wurde, zeigt folgende Aufstellung zu dem, was alles für den Nachbau benötigt wurde:

  • 60 Tonnen dicker Torf für die Wände

  • 15 Tonnen dünner Torf für die Wände

  • 185 Dachstuhlbalken

  • 3.500 handgefertigte Holzpflöcke

  • 25 Meter handgefertigtes Heideseil

  • 40 Tonnen Steine für Grundmauern und Böden

  • 6 Tonnen Heidekraut

  • 3.000 Stäbe aus grünem Flechtwerk

Glen Coe ist ein malerisches Tal in den schottischen Highlands. Der Fluss Coe mündet hier in die Meeresbucht Loch Leven. Glen Coe ist ein sehr beliebtes Wander- und Skigebiet für Touristen. Ausgangspunkt für Besuche ist oft die nahe gelegene Stadt Fort William (über die A82).

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