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Mit dem Auto in England, Schottland, Wales und Nordirland

Verkehrsregeln und ihre Besonderheiten in Großbritannien

Ein Roadtrip durch Großbritannien – also England, Schottland, Wales und/oder Nordirland – ist sehr zu empfehlen. Wahrscheinlich gibt es keine bessere Gelegenheit, die großartigen Landschaften des Vereinigten Königsreichs in ihrer ganzen Bandbreite und Pracht kennenzulernen.

Verkehrsregeln Großbritannien Besonderheiten
Die schier unglaublich schönen Landschaften Schottlands lassen sich am besten mit dem Auto erkunden. (Foto: Frank Winkler)
Der Linksverkehr ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit ein paar Stunden Fahrpraxis sollte es eigentlich ganz gut klappen. So jedenfalls die Selbsterkenntnis des Autors dieses Beitrags bei einer Tour durch den Norden Englands und das fantastische Schottland.

In diesem Artikel soll es jedoch weniger um die Schönheiten Großbritanniens als vielmehr um die Regularien des Straßenverkehrs gehen. Diese weichen dann doch um einiges vom mitteleuropäischen Festland ab. Daher macht es Sinn, sich mit diesem Punkt vor der Überfahrt ein wenig intensiver zu beschäftigen.

Maximale Höchstgeschwindigkeiten: Zunächst einmal muss man sich klarmachen, dass sämtliche Tempovorgaben und Entfernungen auf der Insel in Meilen angegeben sind (1 m/h = 1,6 km/h). Man sollte also auf die gewohnte Kilometerangabe immer ordentlich was draufrechnen. Auf die Schnelle und im Kopf bietet sich Faktor 1,5 an. Das passt dann einigermaßen.

Die Höchstgeschwindigkeiten in bebauten Gebieten liegen in der Regel zwischen 30 und 40 Meilen pro Stunde, was etwa 50 bis 65 km/h entspricht. Auf Autobahnen bzw. Schnellstraßen liegt der Richtwert bei 70 Meilen pro Stunde, also bei etwa 110 km/h. Raserei ist demnach nicht gestattet und wird ordentlich bestraft. Los gehen die Sanktionen bei etwa 100 Pfund (ca. 110 Euro, Stand März 2020). Besser runter vom Gas!

Alkohol am Steuer und andere Delikte: Die Promillegrenze liegt zu weiten Teilen bei 0,8 (Blutalkohol), lediglich Schottland ist hier restriktiver. Das Land erlaubt lediglich 0,5 Promille, was je nach Konstitution ein großes Glas Bier weniger sein kann. Besser noch: man lässt es einfach ganz bleiben.

Die Strafen für (zu) alkoholisiertes Fahren haben es in Großbritannien in sich. Wir reden hier von bis zu zwölfmonatigen Fahrverboten, sehr hohen (unbegrenzten) Geldbußen und möglichen Haftstrafen. Im Falle eines Unfalls unter Alkoholeinfluss steigt das Strafmaß nochmals empfindlich an. Dazu: Handy am Ohr (250 Euro), Fahren bei Rot (etwa 1000 Euro), Raserei (bis zu 3000 Euro). Ganz ordentlich…

Verkehrsregeln Schottland
Eilean Donan Castle: das berühmte Highlander-Schoss – extrem beliebt auch bei Rundfahrern. (Foto: scrapdenhaut)
Beleuchtung: Tagsüber muss man das Licht nicht unbedingt einschalten, eine Pflicht hierfür besteht jedenfalls noch nicht. Dennoch ist der Aspekt wichtig, weil wir es ja mit Linksverkehr zu tun haben. Wenn technisch möglich, sollte man die Beleuchtung des Wagens für den Linksverkehr richtig einstellen (lassen). Oder aber punktuell abkleben, damit niemand gebledet wird.

Vorfahrt: Die Gewährung von Vorfahrt ist üblicherweise als „Stop“ oder „Give Way“ beschildert. Wo kein Schild steht, hat in der Regel die Hauptstraße den Vorrang. Im Kreisverkehr (sehr häufig in Großbritannien) hat zudem immer der von rechts kommende Verkehr die Vorfahrt. Zugegeben: das Befahren der häufig mehrspurigen Kreisverkehre ist auf der Insel für Touristen mit Rechtsverkehr-DNA sehr gewöhnungsbedürftig. Wahrscheinlich die größte Hürde im britischen Linksverkehr – gerade auf viel befahrenen Straßen.

Farbliche Markierungen: Parkverbote sind durch gelbe Markierungen am Fahrbandrand gekennzeichnet, rote Markierungen stehen dagegen für ein Halteverbot. Recht einfach zu merken. Das absolute Halte- und Parkverbot ist hingegen durch rote, durchgezogene Doppellinien markiert.

Blaue Schilder mit einem „M“ markieren Autobahnen (inklusive Identifikationsnummer). A-Straßen – also Hauptstrecken, die keine Autobahn sind – haben hingegen eine grüne Markierung. Die weniger stark befahrenen Wege sind B-Straßen. Häufig sind es genau diese Straßen, die die schönsten Ausblicke bereithalten. Das nur als Hinweis für die Rundreise.

Fahrten im Großraum London: Größere Fahrzeuge wie Wohnmobile oder Minibusse müssen bei Abstechern durch den Großraum London die erforderlichen Emissionsstandards erfüllen. Sonst drohen erheblich Geldstrafen. Wer in diese sogenannte Niedrigemissionszone (Low Emission Zone, LEZ) fahren darf, muss im Vorfeld geklärt werden – idealerweise 10 bis 14 Tage vor der Anreise bei der zuständigen Behörde, wo Gastfahrzeuge registriert werden (Verkehrsbehörde Transport for London/TfL).

Inzwischen gibt es in London auch eine noch restriktivere ULEZ (Ultra Low Emission Zone), die sukzessive ausgeweitet werden soll. Daher noch einmal der dringende Rat, sich vor der Fahrt bei der zuständigen Behörde zu informieren.

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Teil 3 gehört einzig und alleine Isle of Skye. Drei tolle Tage auf der Insel – und trotzdem längst nicht alles gesehen.

Teil 4 widmet sich dem einzig wahren Highlander-Schloss, Whisky-Hochburgen, Dunnottar-Castle und einem Tal, das großartiger nicht sein könnte. Ach ja, und die Sintflut war auch noch am Start.

sh

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