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Reiseziel in Schottland

Glen Coe – Das schöne Herz der schottischen Highlands

Es gibt keine Worte, um den Eindruck zu beschreiben, den man bekommt, wenn man Glen Coe zum ersten Mal sieht. Eins sei dennoch gesagt: Die majestätische Landschaft der Highlands wird mit Sicherheit jedem dabei helfen, sich zu entspannen, sobald er sie betritt. Nirgendwo kann man die Highlands in solch vollen Zügen genießen wie in Glen Coe.

Das Tal Glen Coe und Glencoe Village

Clencoe Village in Glen Coe
Blick auf den Ausgang des Tales Glen Coe und Loch Leven. (Foto: V2F)
Die spektakuläre Kulisse aus Vulkangestein im Glen Coe wurde von den zurückweichenden Gletschern der Eiszeit geformt. Was heute ein so beeindruckendes Bild abgibt, dass das Tal gleich mehrfach in den Harry-Potter-Filmen zu sehen war. Hermine verpasste dort Malfoy eine rechte Gerade, eine beliebte Szene unter den Adepten der magischen Welt von J.K. Rowling.

Die einzige Ortschaft am Talausgang ist Glencoe (Village) – die unterschiedliche Schreibweise des prinzipiell gleichen Namens des Tales und des Dorfes dient allgemeinhin dem besseren Verständnis und Unterscheidung der beiden von einander.

Die Lage von Glen Coe auf der Karte


Glencoe Folk Museum

glencoe folk museum
Das Gebäude des Glencoe Folk Museum ist selbst ein Museumsstück.
(Foto: Frank Pickavant, CC BY-ND 2.0)
Glencoe liegt am Ende des Loch Leven, einem Seitenarm der Meeresbucht Loch Linnhe. Der Ort ist bekannt für seine schönen Wasserfälle und hervorragenden Wanderwege mit herrlichem Blick auf die umliegenden Berge.

Außerdem befindet sich das Glencoe Folk Museum im Dorf; – es zeigt u.a. Ausstellungen über das historische Erbe der Gegend. Das Tal ist nicht nur für seine Drei Schwestern bekannt, sondern für geschichtliche Ereignisse von großer Tragweite – darunter das berüchtigte Glencoe Massaker. Ein Anschlag auf den Clan der MacDonalds von Glencoe am 13. Februar 1692, um diesen auszurotten. Insgesamt wurden 38 Männer in ihren Häusern oder auf der Flucht in die Berge ermordet. Weitere 40 Frauen und Kinder starben, da sie der winterlichen Witterung ungeschützt ausgeliefert waren, nachdem ihre Häuser niedergebrannt worden waren.

Jedes Jahr findet am 13. Februar von der „Clan Donald Society of Edinburgh“ eine Kranzniederlegung am Denkmal des Massakers in Glencoe statt. Dazu reisen Mitglieder des Donald-Clans aus der ganzen Welt an.

Der Grund für das Massaker wird einer Fehde zwischen den Campbells und den MacDonalds zugeschrieben, was umstritten ist, zumindest ist eine Verwicklung des englischen Hofes in diese Tat wahrscheinlich.

Die Campbells kamen als Gäste nach Glencoe, und wurden als solche angenommen. Sie dankten ihren Gastgebern mit einem so eklatanten Missbrauch des Gastrechts, mit Mord und Totschlag, dass Generationen von schottischen Kindern noch heute lernen „never trust a Campbell“.

Three Sisters of Glen Coe

Three Sisters Glencoe
Die Three Sisters von Glen Coe. (Foto: Ian Cylkowski)
Das Tal ist seit langem eines der beliebtesten Reiseziele in den Highlands, und die so genannten „Three Sisters“ sind eines seiner markantesten Merkmale. „Schwestern“ werden die drei Bergkämme „Beinn Fhada“, „Gearr Aonach“ und „Aonach Dubh“ des Bergmassivs Bidean nam Bian genannt, das am südlichen Ende des Glen Coe-Tales liegt.

Aufgrund ihrer gravitätischen Schönheit gehören sie zu den meistfotografierten Motiven in den Highlands.

Zu ihrem Namen kamen die steil aufragenden Enden dreier Berggrate durch das in der Glasgower Kelvingrove Art Gallery and Museum befindliche Gemälde des schottischen Malers Horatio McCulloch, wo sie als Three Sisters of Glen Coe bezeichnet werden. Spätestens seit dieser Verewigung in der Kunst stellen die Berg-Sisters eine der bekanntesten Natur-Sehenswürdigkeiten der Highlands dar.

Die hoch aufragenden Klippen der Three Sisters beherbergen außerdem Ossian’s Cave, den Geburtsort eines alten mythischen Kelten-Helden.

Das Gebirge Bidean nam Bian wird als eines der besten Ziele für Bergsteiger und -wanderer in Schottland geschätzt.

Wanderer, komm auf den Pap of Glencoe

Pap of Glencoe
Der charakteristische kegelförmige Gipfel des Pap of Glencoe. (Foto: Dixon+, CC BY-NC 2.0)
Ein weiteres wichtiges Wahrzeichen der Gegend ist der Pap of Glencoe, ein 742 Meter hoher Berg. Um diesen zu besteigen, bietet es sich an, den Waldweg am Rande des Dorfes Glencoe, wo auch Parkplätze zur Verfügung stehen, zu nehmen. Der Aufstieg ist eine raue, steile, morastige, aber lohnende Bergwanderung mit großartigem Ausblick entlang des gesamten Wanderweges und einem sensationellen Panorama vom Gipfel aus. Der letzte Abschnitt in der Nähe des Kammes ist felsig und steil, aber die Aussicht grandios.

Der markante kegelförmige Gipfel des Pap ist ein echtes Wahrzeichen in der Gegend um Ballachulish am Fuße von Glen Coe, der Aufstieg dahin ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Das verlorene Tal von Coe

Three Sisters Hidden Valley Glen Coe
Als würden die Three Sisters das Hidden Valley bewachen. Coire Gabhail, das Lost Valley oder Hidden Glen, führt hinauf zum Bidean-Kamm: Der Gipfel des Stob Coire Sgreamhach liegt links von der Mitte aus gesehen. Hier befindet sich der Zugang zum „Verlorenen Tal“.
(Foto: Rab Lawrence)
Das verlorene Tal (Coire Gabhail) in Glen Coe. Mit Sicherheit eine lohnende Wanderung! Es ist auch als „Hidden Valley“ bekannt und liegt zwischen zwei der Three Sisters, auf der Südseite von Glen Coe. Hier versteckte der im Glen ansässige Clan Macdonald sein Vieh vor möglichen Viehdieben (oder versteckte das Vieh, das er selbst gestohlen hatte).

Es ist ein schroffer Weg, aber die Wanderung so schön! Es ist auch ein fantastischer Ort, um dort wild zu zelten und zugleich ist das verlorene Tal ein Zugang zu den mächtigen, als Munros eingestuften Gipfeln von Bidean nam Bian.

Loch Achtriochtan

Loch Achtriochtan in Glencoe
Blick auf Loch Achtriochtan. (Foto: Nick Rowland)
Eine weitere Natur-Sehenswürdigkeit ist Loch Achtriochtan, drei Meilen östlich des Dorfes Glencoe. Loch Achtriochtan ist ein kleiner Süßwasser-Lochan, der vom Fluss Coe gespeist wird, der schließlich bei Invercoe in den Loch Leven mündet.

Achtriochtan ist ein atemberaubender Lochan direkt an der A82, wo sich auch ein eigens für den Besuch des Lochs angelegter Parkplatz befindet. Bereits vom Parkplatz aus hat man einen großartigen Blick und kann mit dem Fotografieren loslegen.

Es ist übrigens nicht weit von der Stelle entfernt, an der der Fernwanderweg West Highland Way auf seiner Route entlang des Flusses Etive die A82 kreuzt. Da heißt es, Augen auf, wer von Milngavie bei Glasgow nach Fort William unterwegs ist – hier hat er die Gelegenheit, einen Abstecher nach Glencoe oder Ballachoulish zu machen.

Glen Etive

Glen Etive
Sobald man das Herz der schottischen Highlands betritt, steht man vor dem Glen Etive. Ein atemberaubender Anblick und nur ein kurzer Spaziergang von der Straße entfernt.
(Foto: Stewart Williams, CC BY-ND 2.0)
Südlich von Glen Coe liegt Glen Etive, durch das das Wasser des Flusses Etive durch Tümpel fließt und am Loch Etive ins Meer mündet. Von Interesse ist der Oberlauf dieses beeindruckenden U-förmigen Glen, einschließlich der Hänge, die von den als „Herdsmen of Etive“ bekannten Bergen abfallen: Buachaille Etive Mor und Buachaille Etive Beag. Das Tal ist bekannt für seine Rothirsche und als Kulisse in vielen Kinofilmen, darunter im James Bond-Film „Skyfall“.

Glen Coe ist wahrlich das Herz der schottischen Highlands. Es gibt dort noch so viel mehr zu erleben und entdecken, was kein Wort und keine tausend Bilder zu beschreiben vermögen. Es bleibt dabei: warst du nicht da, kannst du nicht wissen, was du vermisst hast.

Weiterführende Informationen

Blick vom Pap of Glencoe auf Loch Leven, Loch Linnhe und Ballachulish.
(Foto: Markus Trienke, CC BY-SA 2.0)
Besucherzentrum Glencoe National Nature Reserve
Adresse: Visitor Centre, Glencoe, Ballachulish PH49 4HX
Website: www.nts.org.uk/visit/places/glencoe

Glencoe Folk Museum
Adresse: Main Street, Glencoe Village Glencoe, PH49 4HS
Website: www.glencoemuseum.com

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ap

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