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Mit Schampus durch den Lockdown

Englischer Luxuszug nach Edinburgh sorgt in Schottland für Kopfschütteln

Eine für April angekündigte Vergnügungsfahrt in einem Luxuszug stößt in schottischen Medien auf offene Kritik.

Northern Belle
Der Bordrestaurant-Wagen des Luxuszuges Northern Belle. (Foto: Hugh Llewelyn, CC BY-SA 2.0)
Wie Edinburgh Live berichtet, sollen alle Tickets zum stattlichen Preis von 315 Pfund (ca. 360 Euro) für die Fahrt von Yorkshire in Nordengland in die schottische Hauptstadt Edinburgh binnen Stunden vergriffen gewesen sein.

Zwar ist bis April noch eine Weile hin. Aber der Medienbericht lässt keinen Zweifel aufkommen, wie fragwürdig Teile der schottischen Öffentlichkeit die geplante Luxusfahrt bei Champagner und Gourmet-Häppchen finden dürften.

Schließlich besagen die neuesten und zeitlich noch nicht absehbaren Corona-Beschränkungen in Schottland, dass Reisen in das Land ohne „wesentlichen Grund“ nicht stattfinden dürfen. Eine Regelung, die den englischen Geldadel explizit mit einbezieht.

Edinburgh Live urteilt wörtlich: „Verrückte aus Yorkshire haben sich trotz der aktuellen Beschränkungen alle verfügbaren Tickets für einen Luxuszugurlaub nach Edinburgh gesichert.“

Nun muss man dazu sagen, dass England in Schottland wegen der Brexit-Sache momentan eh ein historisch schlechtes Ansehen genießt. Und wenn sich dann auch noch in virologisch höchst bedenklichen Zeiten ein dekadenter Reisetross ankündigt, sollte man sich über die Außenwirkung eigentlich nicht wundern.

Etwas anders scheint das Ganze David Pitts zu sehen. Er ist Veranstalter der Fahrt, die in der Northern Belle („Großbritanniens luxuriösestem Zug“) stattfinden soll.

Pitts zu der schnellen Ausbuchung seines Luxuszuges im Stil der 1930er Jahre: „Es scheint, dass die derzeit begehrtesten Plätze der Insel in meinem Zug sind.“

Seiner Meinung nach hätten „es die Leute so satt, mehr oder weniger in ihren eigenen Häusern eingesperrt zu sein, dass sie die Fahrt nicht erwarten können.“

Normalerweise würde der Zug bei einer solchen Reise bis zu 300 Passagiere befördern. Um soziale Distanz zu wahren, wurden für die anstehende Tour jedoch nur 156 Tickets zum Verkauf angeboten.

„Die Sicherheit der Passagiere, der Besatzung und der Anwohner in Edinburgh muss an erster Stelle stehen“, teilte Pitts mit. Gut möglich, dass sie das in Schottland ein wenig anders beurteilen.

Großen Bahnhof wird es wahrscheinlich nicht geben, dafür scheint die Sache medial schon jetzt zu sehr aufgeladen zu sein.

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