Finanzierung durch russische Staatskonzerne

Russische Kirche in Schweden unter Spionage-Verdacht

Russisch-orthodoxe Kirche der Heiligen Mutter Gottes von Kasan, Västerås
Die russisch-orthodoxe Kirche der Heiligen Mutter Gottes von Kasan, Västerås. – 2019 noch im Bau befindlich. (Foto: RefDr / CC BY-SA 4.0)

In der schwedischen Stadt Västerås sorgt eine neu errichtete russisch-orthodoxe Kirche für erhebliche Unruhe bei den nationalen Sicherheitsbehörden. Das Gebäude befindet sich lediglich 300 Meter vom zivilen Flughafen Stockholm-Västerås entfernt, der seit dem NATO-Beitritt Schwedens wieder eine zentrale militärische Bedeutung für Verteidigungsübungen im Ostseeraum besitzt.

Der schwedische Inlandsgeheimdienst SAPO warnt davor, dass das Moskauer Patriarchat als Plattform für Geheimdienstaktivitäten und hybride Bedrohungen genutzt werden könnte. Besonders verdächtig erscheint den Experten die Lage des Bauwerks sowie die ungewöhnlich hohe Turmspitze, die ursprünglich niedriger geplant war.

Strategische Lage und Geheimdienstkontakte

Sicherheitsexperte Patrik Oksanen weist darauf hin, dass Västerås an einem sensiblen Korridor liegt, der das schwedische Kernland mit der Ostsee verbindet. Zudem verläuft die wichtige Autobahn E18 in unmittelbarer Nähe, welche Stockholm mit Norwegen verbindet und strategische Militärstandorte passiert.

Im Zentrum der Ermittlungen steht der Priester Vater Pavel Makarenko, dem enge Verbindungen nach Moskau nachgesagt werden. Berichten zufolge wurde der Geistliche vom russischen Auslandsgeheimdienst SVR mit einer Medaille für besondere Verdienste ausgezeichnet, was die Behörden zusätzlich alarmiert.

Wie France 24 berichtet, bezeichnete der SAPO-Sprecher Gabriel Wernstedt die Verleihung solcher Auszeichnungen durch russische Dienste als ein bekanntes Muster zur Belohnung von Unterstützern. Die Kirche selbst ist durch hohe Stahlzäune und zahlreiche Überwachungskameras gesichert, was für ein religiöses Gebäude als ungewöhnlich gilt.

Finanzierung durch russische Staatskonzerne

Die Baukosten für das Projekt beliefen sich auf umgerechnet etwa 3,2 Millionen Euro. Finanziert wurde das Vorhaben unter anderem durch eine Stiftung des russischen Staatsunternehmens Rosatom, was die politische Dimension des Bauwerks unterstreicht.

Die Stadtverwaltung von Västerås prüft derzeit rechtliche Schritte, um das Gelände gegebenenfalls zu enteignen. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es, dass das Anwesen potenziell für Spionageaktivitäten einer fremden Macht genutzt werden könnte.

Der Inlandsgeheimdienst SAPO betonte in einer öffentlichen Warnung: „Russland nutzt das Moskauer Patriarchat in Schweden als Plattform für die Informationsbeschaffung und andere Aktivitäten, die die nationale Sicherheit gefährden.“

Infolgedessen wurden bereits staatliche Fördergelder für die betroffenen Kirchengemeinden in Schweden gestrichen.

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