Kooperation mit dem Museum „FLUGT“

Neue Ausstellung für deutsche Kriegsgeflüchtete in Dänemark eröffnet

Flucht Dänemark
Vor Kriegsende zog es viele Geflüchtete aus Deutschland nach Dänemark. (Foto: Danny Chahbouni / Volksbund)

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat am 17. Juli eine neue permanente Ausstellung auf dem deutschen Kriegsgräberfriedhof in Oksbøl eingeweiht. In Kooperation mit dem Museum „FLUGT“ wurde ein moderner Lernort geschaffen, der die menschlichen Tragödien hinter den Grabsteinen beleuchtet.

Der Kriegsgräberfriedhof in Oksbøl nimmt eine besondere Stellung unter den Gedenkstätten in Dänemark ein. Während auf den meisten Anlagen Soldaten ruhen, finden sich hier überwiegend zivile Opfer wie Frauen, Senioren und viele Kleinkinder.

Diese Menschen gehörten zu den rund 250.000 deutschen Flüchtlingen, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs über die Ostsee nach Dänemark gelangten. Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes konnten viele von ihnen erst Jahre später in ihre deutsche Heimat zurückkehren.

Persönliche Schicksale im Fokus

Die neue Ausstellung nutzt ein ehemaliges Servicegebäude, das zu einem modernen Pavillon umgestaltet wurde. Besucher finden dort persönliche Gegenstände wie kunstvoll gestaltete Poesiealben oder handgeschnitztes Spielzeug, das an die verlorene Heimat erinnert.

Diese Exponate sollen einen direkten Bezug zu den Schicksalen derer herstellen, die in der Fremde verstarben. Multimediale Inhalte in deutscher, dänischer und englischer Sprache ergänzen die Sammlung und machen die Geschichte für ein internationales Publikum zugänglich.

Wie berichtet wird, wurde die Gestaltung der Anlage zwischen 2022 und 2025 von spezialisierten Architekturbüros aus Dresden umgesetzt. Eine markante Brücke aus Cortenstahl verbindet nun den Friedhof direkt mit dem angrenzenden Flüchtlingsmuseum.

Wissenschaftliche Begleitung und Mahnung

Dr. Gundula Bavendamm vom Hauptvorstand des Volksbundes betonte bei der Eröffnung die Bedeutung dieses Ortes als Mahnmal für den Frieden. Sie fungierte zudem als wissenschaftliche Beraterin für die inhaltliche Ausgestaltung der neuen Räumlichkeiten.

Die Gedenkstätte soll laut den Verantwortlichen zeigen, welche verheerenden Konsequenzen Krieg und Vertreibung für die Zivilbevölkerung haben. „Grabstätten aus dem Krieg zeigen die Folgen des Krieges und erinnern die Lebenden daran, für den Frieden zu arbeiten“, so die offizielle Mitteilung des Volksbundes.

Die letzten deutschen Flüchtlinge verließen Dänemark erst im Februar 1949, als die Teilung Deutschlands bereits absehbar war. Das Thema Flucht und Vertreibung wird auch in den kommenden Jahren ein zentraler Schwerpunkt der Bildungsarbeit des Volksbundes bleiben.

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