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Staatsbesuch von Kanzler Olaf Scholz

Norwegen schließt zusätzliche Gaslieferungen nach Deutschland aus – „Liefern bereits maximal“

Beim Staatsbesuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in Norwegen ging es – aus Gründen – primär um die Energieversorgung in der kommenden Winterperiode. Gas ist seit dem Krieg in der Ukraine samt Begleitmusik schließlich knappes Gut geworden.

Gaslieferung aus Norwegen
Gasaufbereitungsanlage auf der nordnorwegischen Insel Melkøya bei Hammerfest.
(Foto: depositphotos.com)
Zwar ist nun bekannt geworden, dass die Füllstände der Gasspeicher in Deutschland etwas schneller gestiegen sind als noch vor Wochen vermutet. Aber was heißt das schon, wenn der anstehende Winter (ausnahmsweise) bitterkalt werden sollte? Energienotstand ist das Angstwort der Stunde.

Immerhin: „Ich bin sehr froh, dass wir mit Norwegen einen sicheren, demokratischen und verlässlichen Partner haben bei der Energieversorgung Deutschlands und Europas“, sagte Scholz nach den Gesprächen mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre in Oslo.

Die Bundesregierung sei dankbar, dass das skandinavische Land seit dem russischen Angriff auf die Ukraine die Gasproduktion ausgeweitet habe. „Das ist sehr wichtig, um unsere Abhängigkeit von Russland zu verringern“, so Scholz weiter.

Auch mit Blick über die Heizperiode 2022/2023 hinaus werde der Bedarf in Deutschland und der EU hoch bleiben. Daher sei die norwegische Zusage wichtig, an dem hohen Produktionsniveau der letzten Monate festhalten zu wollen, lobte Scholz die Energiepartnerschaft mit Norwegen.

Aber: Eine nochmalige Ausweitung der Lieferungen in Richtung Mitteleuropa scheint derzeit ausgeschlossen. „Norwegen liefert maximal das, was wir liefern können“, teilte Støre mit. Zudem könne die norwegische Regierung einen solchen Schritt nicht einfach beschließen.

„Wir können nicht politisch bestimmen, wir machen einfach noch mehr“, so der Ministerpräsident. Dies zu veranlassen, sei ausschließlich Aufgabe der energiefördernden Unternehmen. Und überhaupt stelle Gas lediglich eine stabile Energiequelle für den Übergang dar, sagte Støre.

Da passt es, dass Deutschland und Norwegen vereinbart haben, in puncto erneuerbarer Energien zukünftig enger zusammenarbeiten zu wollen.

Deutschlands Bemühungen um die Energiewende seien lobenswert, gestand Støre, wenngleich die Abkehr von fossiler Energie „hart und turbulent“ werden könne. „Fast alles, was sich zu Energie machen lässt, wird in Zukunft zu Energie gemacht werden.“

Laut Zeit online importiert die EU derzeit rund 20 Prozent ihres Gases aus Norwegen. Als Reaktion auf den Ukrainekrieg passte das norwegische Energieministerium die Förderlizenzen für drei große Offshore-Felder an, sodass dort die Energiegewinnung gesteigert werden konnte.

In Deutschland beträgt der Anteil des norwegischen Erdgases mittlerweile rund 30 Prozent. Damit hat Norwegen Russland als wichtigsten Gaslieferanten der Bundesrepublik überholt.

Unser Geographie-Quiz: Norwegen und seine Landschaft

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