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Keine Gnade

Lettischer Backwarenhersteller soll Menschenhandel betrieben haben

Bäcker, bleib bei deinem Brot! Hätte Jāzeps Zukuls, Chef des lettischen Backwarenherstellers Adugs, diese Binse berücksichtigt, wäre er womöglich noch auf freiem Fuß.

Polizei Menschenhandel Lettland
Lettische Polizeistation. (Symbolbild: Nordisch.info)
Stattdessen hat die lettische Polizei den Geschäftsmann laut Agenturmeldungen vom Freitag in Gewahrsam genommen. Der schwerwiegende Verdacht gegen ihn und sein Unternehmen: Menschenhandel, Geldwäsche, Körperverletzung – alles im großen Stil.

Konkret sollen Zukuls und seine Handlanger ausländische Beschäftigte bei Adugs ausgebeutet, bedroht und schließlich mit körperlicher Gewalt belegt haben. Zudem sollen systematisch die Personalausweise der Beschäftigten eingezogen worden sein.

Juristisch geht es um die Tatbestände des Menschenhandels und der Zwangsarbeit. Zwei Begrifflichkeiten also, die eher im oberen Regal der Rechtsprechung zu finden sind. Und die bereits erahnen lassen, dass Zukuls und Konsorten die Sonne demnächst nur noch stundenweise zu Gesicht bekommen.

Denn wie LSM.lv berichtet, scheint der vorliegende Fall jede Form von Anfangsverdacht weit hinter sich zu haben. Die Festnahmen erfolgten nach monatelangen und intensiven Ermittlungen. Bereits im April hatte die Staatspolizei ein entsprechendes Strafverfahren eingeleitet.

Interessanterweise kamen erste Hinweise zum kriminellen Treiben der Bäckerburschen von einer nicht genannten ausländischen Botschaft, wo dem Vernehmen nach mehrere ehemalige Mitarbeiter von Adugs ihre Horrorerfahrungen geschildert haben sollen.

Da die Größendimension des Ganzen noch nicht geklärt ist, bittet die lettische Polizei um Mithilfe bei den Ermittlungen. Es wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Geschädigten in diesem Fall noch weitaus größer sein könnte, als bislang bekannt geworden ist.

Auch Schmuck, Bargeld in sechsstelliger Höhe und Munition wurden beschlagnahmt, als die Polizei insgesamt 22 Örtlichkeiten durchsucht hatte.

Dazu passt, dass der Anführer der Gruppe in der Region Latgale kein Unbekannter sein soll. Berichten zufolge verfügt er über weitreichende Verbindungen, auch zur Politik.


sh

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