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Musik aus Feuer und Eis

Fünf Musiker und Bands aus Island, die Ihr kennen solltet

Es liegt am weitesten oben im Nordatlantik, es ist groß, und noch größer ist sein Ansehen in Sachen Freiheit, Gleichheit und Kreativität, allein die Größe der Bevölkerung ist klein. Ja, in Island wohnen der 24-stündige Sonnenschein im Sommer und die 24-stündige Dunkelheit während der Winterzeit, zusammen mit knapp 350.000 Menschen. Also 10% der Bevölkerung Berlins. Und doch ist Reykjavik in Sachen Coolness mit Berlin vergleichbar, vielleicht als einzige Stadt. In ganz Europa gibt’s nur wenige Städte, die mehr Punkte auf der Coolness-Skala wegen einer magnetischen Mischung aus Musik, Kunst, Nachtleben und Natur erreichen. Hipsterstadt!

Dennoch ist Reykjavik nicht das ganze Island. Tatsächlich, ja okay, mit über einem Viertel der gesamten Bevölkerung ist Reykavik wirklich wichtig und das Tor zu Island für zwei Millionen Touristen jährlich, das diese passieren, um die anderen Wunder des Landes zu entdecken. Die Sehenswürdigkeiten wie Geysire, Nordlichter und Vulkane machen das Land auch ohne die Hauptstadt besuchenswert. Zweifellos hat die Musik Islands viel mit dem wachsenden Interesse am Land zu tun, mit Björk, Sigur Ros und dem beliebten Festival Airwaves. Lasst Nordisch.info für euch eure Coolness ohne Stress wiederbeleben, mit diesen Musikentdeckungen aus Island. Danach zieht doch mal ein Band T-Shirt und ein Käppchen an, lasst euch einen Bart wachsen – Frauen sind hier mitgemeint – und bucht endlich Flüge nach Island.

Omotrack

Omotrack Musik Island
Bild: © Omotrack Facebook
Die Gebrüder Gallagher von Oasis, „The Walker Brothers“ und Ray und Dave Davis von „The Kinks“ sind vielleicht die berühmtesten Familienbanden in der Geschichte des Rock and Roll. Alle davon haben im Streit ihr Ende gefunden. Wie sieht die Zukunft für Markús und Birkir von Omotrack aus? Die Brüder aus Island sind in einem äthiopischen Dorf aufgewachsen, das Omo Rate heißt, dennoch sind sie echte Isländer. Seit 2015 schreiben sie zusammen Musik und haben eine Art hellstimmiger Melodie mit Pop-Beats, Synth und Brassmusik entwickelt. Hauptsächlich ist ihre Musik für positive Menschen geeignet, die im Alltag stets lächeln, tanzend zur Arbeit gehen, aus dem Bett hüpfen und Pirouetten im Regen drehen. Für die anderen ist die Musik vielleicht zu positiv, aber mit der 2018 erschienen Single „Way Home“ hört man die Schattenseite des Duos und einen Sinn für Selbstbeobachtung.


Fufanu

Fufanu Band Island
Bild: Fufanu (CC BY-SA 4.0)
Habt Ihr wirklich nichts von Fufanu gehört? Beim britischen Label „One Little Indian“ hat die dreiköpfige Band aus Reykjavik zwei Alben herausgebracht und Fans wie Damon Albarn gewonnen, Konzerte auf der Bühne der Royal Albert Hall gespielt und Lob vom Rolling Stone Magazine erhalten. Gekleidet in fluoreszierende Jacken, Guðlaugur “Gulli” Einarsson, Erling “Elli” Bang und Kaktus Einarsson sind offensichtlich von deutschen Bands wie Neu! und Kraftwerk beeinflusst, wegen ihrer Präsenz und Bewegungen, programmierter Beats, kratzender Gitarren und spärlichem Stimmeneinsatz. Neuerdings ist die dreiteilige „Dialogue“ EP-Serie ein Blick in eine künftige post-Techno Welt für Fufanu, mit mehr Bass, mehr Bleeps und wiederkehrenden Gesängen. Fakt: Gulli ist der Sohn von Einar Örn Benediktsson, der ein Mitglied der „The Sugarcubes“ war; neben Björk die 80er-Jahre Band Islands schlechthin.


Valgeir Sigurðsson

Valgeir Sigurðsson Musiker
Valgeir Sigurðsson (Bild: © Phil LittleBig)
Der Komponist Valgeir Sigurðsson ist kein Neuling in der Musikwelt. Oder der Filmwelt. Vor zwanzig Jahren war er nicht nur Kollege von Björk, sondern auch von Regisseur Lars von Trier, als die drei an dem zermürbenden Film „Dancer In The Dark“ zusammen gearbeitet haben. Die Tragödie wurde mit der Musik von Sigurðsson begleitet, und von da aus hat er weitergemacht, um eine Karriere zwischen persönlichen Aufnahmen, der Kollaboration mit Musikern wie Brian Eno und Konzerten mit internationalen Orchestern. Sein eigenes Label „Bedroom Community“ hat seine vier Solo-Alben herausgebracht, einschließlich des 2017 erschienen Albums „Dissonance“. Im späten Jahr 2018 stellte er die „Little Moscow“ EP vor, typisch, reif, mit Drama, Spannung und Intensität.


STEPMOM

Stepmom Musikerinnen
Stepmom (Bild: © Vaka Njálsdóttir)
Habt Ihr mal gedacht, dass das weibliche Geschlecht das schwächere sei? Die Isländerinnen, die euch in den Bauch schlagen, aber mit schnellgeworfenen Worten und springenden Hip Hop Beats, anstatt mit Fäusten, um eure altmodische Haltung zu zerstören, sind CYBER. Bunt gekleidet, spaßig und hartknäckig, die drei selbstbewussten Künstlerinnen aus Island sind unübertrefflich. Sie sind einfach zu klug für euch. 2018 sprang STEPMOM als Nebenprojekt von CYBER heraus und die einzige Single, die wir gefunden haben, ist „I’m Your New Stepmom“. Als Witz ist es nur mäßig lustig, aber es könnte auch als Meisterwerk moderner Kunst in einer Ära der Wiedererweckung des Feminismus gelten.


Dream Wife

Dream Wife Band
Bild: © Dream Wife Facebook
Ach, es tut uns so Leid. Hier haben wir eine der aufregendsten Bands mit isländischen Wurzeln, aber, ehrlich gesagt, hat sie ihren Sitz in London. Andererseits sind Bands das ganze Jahr über auf Tournee, oder? Sie haben kein Zuhause. Keine Heimat. Das ist Regel Nummer Eins im Rock and Roll. Deshalb ist es erlaubt, Dream Wife in unsere Liste einzuschließen. Die Sängerin, die Rakel Mjöll heißt, ist Isländerin und singt mit einer unheiligen, rohen Stimme wenn die zwei Musikerinnen hinter ihr – Bassistin Bella Podpadec und Gitarristin Alice Go – mit ihren Instrumenten durchdrehen. 2018 brachte die Band ihr erstes Album auf ihrem eigenen Label heraus, das bei Kritikern in Großbritannien hoch bewertet wurde. Seitdem hatte die Band die Unterstützung anderer, größerer Bands wie Sunflower Bean und The Vaccines erfahren.

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Rob Allen

Über den Autor
Rob Allen ist ein freier Journalist und PR-Experte, Schwerpunkt Kunst und Musik, aus dem Norden Englands. Er schreibt u.a. für The Guardian, News of the World und Manchester Evening News. Nun schreibt er auch auf Deutsch für NORDISCH.info. – Auf Twitter unter @northernrob zu finden.
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