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Wer hat den Schlausten? Und wer nicht?

Finnland: Forscher der Uni Helsinki haben die Intelligenz zahlreicher Hunderassen getestet

Forschern der Universität Helsinki ist es in einer breit angelegten Untersuchung gelungen, die kognitiven Fähigkeiten von über 1.000 Hunden aus 13 Rassen zu analysieren. Die Tests fanden von März 2016 bis Februar 2022 mit ein- bis achtjährigen Hunden statt.

labrador retriever schwarz
Der Labrador Retriever: Eine treue Seele, ein guter Hund – aber nicht ganz so „schlau“ wie manch andere Rasse. (Foto: IDS.photos from Tiverton / CC BY-SA 2.0)

Seit Tagen liegen die ersten belastbaren Ergebnisse zu der von Studienautorin Katriina Tiira entwickelten smartDOG-Testreihe vor. Publiziert wurde das Ganze in der Zeitschrift Scientific Reports. International handelt es sich um die wohl umfassendste Testreihe ihrer Art.

Bevor wir den Blick auf die Ergebnisse richten, zunächst ein paar Fakten zum Testverfahren: smartDOG setzt sich laut den Autoren aus zehn Teststufen zusammen, die Eigenschaften wie Aktivitätsniveau, Problemlösungsfähigkeit, logisches Denken oder das Kurzzeitgedächtnis messen.

Bei einem Test, der die soziale Kognition misst, wurden die Besitzer beispielsweise angewiesen, mit verschiedenen Gesten in Richtung eines Futternapfes zu deuten – von nachdrücklich bis hin zu einem einfachen Blick, um zu sehen, ob der Hund die Hinweise richtig liest.

Bei einem anderen Test, diesmal zum logischen Denken, wurden den Hunden zunächst zwei umgedrehte Schüsseln und ein Leckerli gezeigt. Scheinbar ist Nahrung der Goldstandard, wenn es um die Messung von Hundeintelligenz geht. Wenig verwunderlich, das nur am Rande.

Nach dem Zeigen der Schüsseln kam bei dem Test dann kurz eine Sichtbarriere zum Einsatz, nach deren Entfernung die leere der beiden Schalen hochgehalten wurde. Test bestanden war hier, wenn sich der Hund danach der Schale mit dem Leckerli zuwandte.

Über 1000 Hunde nahmen teil – mindestens 40 von jeder Rasse

Welche Hundearten wurden untersucht? Es nahmen mindestens 40 Hunde pro Rasse teil, die Gesamtstichprobe lag bei 1.002 Tieren – alle von mittelgroßer bis großer Statur, wie aus der Veröffentlichung hervorgeht.

Zu den teilnehmenden Rassen gehörten der Border Collie, der Belgische Malinois, der Englische Cocker Spaniel, der Deutsche Schäferhund, der Golden Retriever, der Labrador und neben einigen anderen die weit gefasste Kategorie der Mischlinge.

Während frühere Untersuchungen gezeigt haben, dass die Rasse eines Hundes vermeintlich nicht viel über seine Persönlichkeit und sein Verhalten aussagt, kommt die vorliegende Studie zu einem anderen Schluss. Nämlich dem, dass es bei bestimmten Fähigkeiten bemerkenswerte Unterschiede gibt.

border collie
Der Border Collie: Ein intelligenter Hütehund – führend bei sozialer Kognition, Hemmungskontrolle und räumlicher Problemlösungsfähigkeit. (Foto: René Gómez / CC BY-SA 3.0)

Dazu ein paar Ergebnisse: Bei der Messung des Kurzzeitgedächtnisses und des logischen Denkens ergaben sich keine größeren Unterschiede zwischen den Rassen, wohl aber in den Kategorien soziale Kognition, Hemmungskontrolle und räumliche Problemlösungsfähigkeit.

In diesen drei Kategorien lagen die Border Collies jeweils an oder nahe an der Spitze. Die Hütehunde hatten bereits vorher den Ruf, besonders klug zu sein. Viele von ihnen sind in der Lage, die Namen von Dutzenden von Gegenständen zu lernen und können detaillierte Befehle befolgen.

Hunde gemischter Rassen schnitten zwar bei der sozialen Wahrnehmung und der räumlichen Problemlösungsfähigkeit schlecht ab, konnten aber bei der Hemmungskontrolle punkten. Das heißt, dass es ihnen tendenziell leichtfiel, ihre Strategie zum Erhalt von Leckerlies effektiv anzupassen.

Der Labrador ist liebenswert und loyal, ein toller Hund – aber nicht wirklich intelligent

Am Ende des Spektrums sortierte sich hingegen der Labrador Retriever ein. Er schnitt bei der Problemlösungsfähigkeit und der Hemmschwellenkontrolle von allen Rassen am schlechtesten ab. Er gilt als liebenswert, loyal und gut trainierbar, aber die Ergebnisse zeigen auch: intelligent ist er nicht.

Ist das Testverfahren über jeden Zweifel erhaben? Nein, ist es nicht, was auch die Autoren schreiben: „Möglich ist, dass die Ergebnisse im Einzelnen nicht auf genetischen Unterschieden zwischen den Rassen beruhen, sondern eher auf unterschiedlichen Lebenserfahrungen oder Schulungen.“

Daher auch sei es wichtig gewesen, eine große Stichprobe zu erhalten, um sozusagen antrainierte Schwankungen auszugleichen. Hier noch der Link zu den veröffentlichten Ergebnissen bei Scientific Reports.

Unser QUIZ zum Thema FINNLAND

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