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Nach Putins Teilmobilmachung

Finnland: Zahl der einreisenden Russen erhöht sich deutlich

Nach Angaben des finnischen Grenzschutzes hat sich die Zahl der Einreisenden aus Russland innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Für Statistikfans: Es wurde ein Plus von 107 Prozent gemessen.

Grenzübergang Finnland Russland
Nach Angaben des Grenzschutzes in Südostfinnland war der Verkehr an den Grenzübergängen nach Finnland in der Nacht zum Donnerstag besonders stark. (Foto: jqnoc / depositphotos.com)
Den Angaben zufolge hat der Verkehr an den Grenzübergängen gerade in Südostfinnland ab der Nacht zu Donnerstag stetig zugenommen. Laut Yle.fi überquerten allein am Donnerstag über 7.000 Personen die Grenzübergänge der Region, knapp 6.000 davon waren russische Staatsbürger.

Noch am Mittwoch hatte die Zahl der eingereisten Staatsbürger aus Russland bei 2.900 Personen gelegen, weshalb nahe liegt, dass es hier einen Zusammenhang mit der zwischenzeitlich von Wladimir Putin verkündeten Teilmobilmachung gibt.

Dem Beschluss des Kreml-Chefs zufolge sollen in den kommenden Wochen etwa 300.000 Russen zu den Waffen greifen, um in den Ukrainekrieg zu ziehen. Dort hatte Russland militärisch zuletzt stetig an Boden verloren.

Nach den harten Kämpfen der letzten Monate ist in westlichen Geheimdienstkreisen von schlechter Kampfmoral und vor allem Mangel an Soldaten und Material auf russischer Seite zu lesen.

Daher auch der offensichtlich unpopuläre Beschluss Putins, die nächste Rekrutierungsstufe zu zünden. Unpopulär deshalb, weil seit der Verkündung der Teilmobilmachung beileibe nicht nur der Ausreiseverkehr nach Finnland um einige tausend Personen zugenommen hat (hier braucht es ein Visum).

Vor allem in ehemalige Sowjetrepubliken wie Armenien und Georgien geht derzeit die Reise. Es wird berichtet, dass es einen Ansturm auf Flugtickets in diese Länder gibt. Buchungsseiten sind überlastet. Der Andrang ist groß.

Wie sich der Ausreiseverkehr in Richtung Finnland entwickeln wird, bleibt hingegen abzuwarten. Fürs Erste wird auch hier mit moderat bis deutlich erhöhten Zahlen gerechnet, wenngleich derzeit wenig auf eine anstehende Massenflucht über Finnland hindeutet.

Lang sind die Autoschlangen aber auch so schon. Zum Wochenende sei mit erheblichen Wartezeiten zu rechnen, teilte der finnische Grenzschutz mit. In Vaalimaa etwa sollen sich die Autos derzeit auf einer Länge von 500 Metern stauen. An anderen Grenzübergängen soll es aber auch ruhiger sein.

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