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Ausgrabungen laufen bis Anfang 2024

Finnland: Hausbesitzer entdeckt in Garten 1000 Jahre altes Schwert – und wohl riesiges Gräberfeld

Damit hat ein Hausbesitzer aus der finnischen Stadt Salo ganz bestimmt nicht gerechnet: Bei Aushubarbeiten für eine neue Erdwärmeleitung entdeckte er vor wenigen Wochen zunächst ein Schwert, das nach ersten Untersuchungen aus der Zeit um 1050 bis 1150 nach Christus stammt.

Bilder 1 bis 4: Juha Ruohonen / Universität Turku

Neben der erheblich verbogenen Waffe fanden sich in dem Schacht Teile der Schwertscheide, Klingenfragmente und vor allem: menschliche Überreste, von denen sich später herausstellte, dass sie Teil eines möglicherweise riesigen Gräberfeldes sind.

Nach dem Fund wandte sich der namentlich nicht genannte Grundstücksbesitzer für eine Beurteilung ordnungsgemäß an Archäologen der Universität Turku, wo man die Stätte in einer Pressemitteilung bereits als historisch bedeutsam dargestellt hat.

„Die Entdeckung ist aus Sicht der Forschung von hohem Gewicht. Bislang ist es das einzige bestätigte Gräberfeld aus dem Ende der Eisenzeit in der Region um das Uskelanjoki-Tal. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die Verstorbenen auf dem Friedhof nach christlichen Bräuchen bestattet wurden.“

Grund hierfür dürfte sein, dass die bestatteten Krieger an Kämpfen rund um die Christianisierung Finnlands teilgenommen haben. Aber: Unter Wissenschaftlern galten diese von Schweden ausgegangenen Kreuzzüge in ihrer Zeitdimension bislang als umstritten.

Die frühesten schriftlichen Quellen datieren auf das späte 13. Jahrhundert

Die frühesten schriftlichen Quellen datieren erst auf das späte 13. Jahrhundert. Alles davor: eher Fragezeichen. Insofern sind die laufenden Ausgrabungen in der Nähe der mittelalterlichen Uskela-Kapelle auch über die bereits geborgenen Artefakte hinaus als spannend anzusehen.

Einer der bemerkenswertesten Funde ist ein Ledergürtel mit rund dreißig quadratischen Bronzeverzierungen (s. Bildergalerie), der ebenfalls als Teil eines Grabes geborgen werden konnte. Wie Arkeonews berichtet, werden die Grabungen noch bis Anfang 2024 dauern. Da wird also noch etwas kommen.

Fürs Erste zeichnet sich ab, dass es sich um mindestens acht Gräber handelt. Die Archäologen gehen aber noch von weitaus mehr aus. Laut den bislang vorliegenden Schätzungen läuft es auf einen Friedhof mit Dutzenden, womöglich an die zweihundert Gräbern hinaus.

„Die Lage der Fundstelle in unmittelbarer Nähe einer mittelalterlichen Steinkirche kann als Beweis für eine viel frühere kirchliche Organisation in der Gegend angesehen werden, als bisher angenommen worden ist“, teilte die Uni Turku in ihrem Statement weiter mit.

Hat man sich in der zeitlichen Einordnung um ein paar Jahrhunderte vertan?

Bislang dachte man eigentlich, die Pfarrei Pertteli sei mit der Gründung der Uskela-Kapelle im 15. Jahrhundert gegründet worden. Angesichts der nun gefundenen Stätte scheint möglich, dass man sich um ein paar Jahrhunderte verrechnet hat.

Generell waren die finnischen Kreuzzüge Ausdruck der schwedischen Krone und der katholischen Kirche, ihren Machtbereich über einen großen Teil des heutigen Finnlands auszubauen und zu festigten.

Der Erste schwedische Kreuzzug fand historischen Vermutungen zufolge in den 1150er Jahren statt, was sehr gut zum Alter des nun gefundenen Schwertes passen würde. Ob der Fund die bisherigen Zweifel zum Zeitraum des Feldzuges wird beseitigen können, bleibt abzuwarten.

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