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Elektrischer Kurzschluss

Estland: Schaden an Unterseekabel EstLink 2 geklärt – monatelange Reparaturen

Der zunächst sagenumwobene Schaden am estnisch-finnischen Unterseekabel EstLink 2 ist endgültig geklärt. Verursacher des Ausfalls war den Untersuchungen zufolge ein elektrischer Kurzschluss, der möglicherweise durch die Lage des Kabels begünstigt wurde.

Estlink 2 Elering
Das von Estlink 2 verwendete Unterseekabel im Querschnitt. (Quelle: Elering)
Die Störung an dem Kabel, das zwischen Estland und Finnland größtenteils unterseeisch verläuft, war Ende Januar aufgetreten. Seither wurden bereits 500 Meter ersetzt, aber die Arbeiten werden voraussichtlich erst im August abgeschlossen sein.

Die Fehlerquelle befindet sich auf der estnischen Seite des Kabels – und zwar nicht offshore, sondern an Land. Konkret etwa fünf bis zehn Meter landeinwärts und etwa sieben bis acht Meter unter der Erde.

„Was die Art des Fehlers besonders komplex macht, ist die Tatsache, dass er sich an der Grenze zwischen Meer und Land befindet“, teilte für die estnische Seite Elering-Vorstandsmitglied Reigo Kebja zu Beginn dieser Woche in einem Interview mit.

Aufgrund seiner Lage dauerte es mehrere Wochen, bis der Fehler gefunden wurde. Elering erklärte, das Problem sei nicht von Menschenhand verursacht, sondern dürfte auf die geologischen Gegebenheiten vor Ort zurückzuführen sein.

“Je gerader ein Kabel verlegt ist, desto besser. Oder anders: Jeder Winkel ist schlecht“

„Der Höhenunterschied zwischen der Oberkante der Stufe, an der das Kabel ins Meer hinausführt, und dem Meeresspiegel beträgt etwa 25 bis 30 Meter. Wir vermuten, dass sich die Bodenschichten in diesem Bereich so verschoben haben, dass das Kabel beschädigt wurde“, sagte Kebja.

„Das Kabel ist ein technisches Element, und bei diesen technischen Dingen kommt es zu kleinen Ausfällen. Entweder hält die Isolierung des Kabels nicht stand oder es gibt eine Art inneren Schaden“, zitiert ERR.ee den Experten weiter.

Auslöser für den Fehler könnte ein zu starker Neigungswinkel sein, in dem das Kabel verlegt wurde. „Je gerader ein Kabel verlegt ist, desto besser. Oder anders gesagt: Jeder Winkel ist schlecht“, lautet der Befund von Kebja.

EstLink 2 mit einer Kapazität von 650 Megawatt wurde 2014 offiziell in Betrieb genommen. Die 350-MW-Leitung EstLink 1, die auch das estnische und das finnische Stromnetz verbinden wird, ist derzeit in Betrieb. Endlich mal eine Energie-Krise in der Ostsee, die nicht politisch zu sein scheint.

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