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Ein Blick in das touristische Zentrum der Sommerinsel Saaremaa

Kuressaare: die schöne Hauptstadt von Saaremaa

Kuressaare ist das touristische Zentrum Saaremaas, der mit Abstand größten Insel Estlands. Die im Süden gelegene Stadt zählt ungefähr 15.000 Einwohner und kann auf eine ganze Reihe sehenswerter Zeitzeugnisse und Bauobjekte verweisen.

Kuressaare Bischofsburg
Touristenmagnet: Die altehrwürdige Bischofsburg in Kuressaare. (Foto: KiraHundeDog)
Um es kurz zu machen: Kuressaare ist schlichtweg schön, und es verwundert kaum, dass der vor Ort ansässige Fremdenverkehr bereits auf eine lange Tradition zurückblicken kann.

Seit 1840 kommen in- und ausländische Kurgäste in das ehemals Arensburg genannte Städtchen, um mithilfe des maritimen Klimas und hervorragender Bademöglichkeiten ihr körperliches und seelisches Heil zu suchen.

Die Bischofsburg: wuchtig und absolut sehenswert

Highlight der Sehenswürdigkeiten ist die bestens erhaltene Bischofsburg (Piiskopilinnus). Die knapp 700 Jahre alte, quadratische Wehranlage wirkt mit ihren 20 Meter hohen Außenmauern überaus wuchtig. Zwei hohe Ecktürme grenzen den Einlass zum Innenraum im Bereich der Nordfassade ein.

Das alte Gemäuer verfügt über viele interessante Räumlichkeiten und Details: Es gibt mittelalterliche Wohn- und Schlafgemächer, einen Wirtschaftsraum, Festsaal, Burgbrunnen und Zugbrücke. Passendes Ambiente also für Ausstellungen und Konzerte.

Gleichzeitig gewährt das ebenfalls zur Bischofsburg gehörige Saaremaa-Museum wertvolle Einblicke in die wechselvolle Stadt- und Inselgeschichte.

Im angrenzenden Stadtpark befindet sich samt Café das 1861 erbaute Kurhaus (Kuurhoone), von wo aus es über die Schlossstraße (Lossi) direkt in das nahe gelegene Altstadtzentrum von Kuressaare geht. Auch hier befinden einige Sehenswürdigkeiten.

Unterwegs im Zentrum von Kuressaare

Angefangen beim eher schlichten Rathaus (Raekoda) und dem altehrwürdigen Haus der Ritterschaft (Rüütelkonna hoone) gibt es im gesamten Altstadtbereich eine Reihe stilvoller klassizistischer Wohnhäuser zu bestaunen.

Architektur Kuressaare
Die Stadt und ihre Architektur können sich wahrlich sehen lassen. (Foto: Makalu)
Schön anzuschauen sind zudem die beiden Gotteshäuser. Das betrifft etwas südlich – direkt an der Schlossstraße gelegen – die orthodoxe Nikolajkirche aus dem Jahre 1790. Und 400 Meter nördlich die bis 1836 fertiggestellte Laurentiuskirche.

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Die Stadt vermittelt generell einen sehr atmosphärischen Eindruck. Die jahrhundertelange, wechselhafte Historie scheint in Kuressaare vielerorts zum Greifen nah.

Chronologie der Stadthistorie

Geschichtlich kann Kuressaare auf einige abwechslungsreiche Jahrhunderte voller Fremdherrschaft, Epidemien sowie wirtschaftlichem Auf- und Niedergang verweisen.

Sääre-Leuchtturm-Saaremaa
Der unweit von Kuressaare gelegene Sääre-Leuchtturm. (Foto: Makalu)
Nachdem bereits im 13. Jahrhundert mit dem Bau der Bischofsburg begonnen worden war, siedelten nach und nach immer mehr Menschen in die Nähe der schützenden Anlage.

Die Stadtrechte erhielt Kuressaare indes erst 1563 unter dänischer Obrigkeit, um etwa ein Jahrhundert später zu einem wichtigen regionalen Handelsplatz aufzusteigen. Nun hatten die Schweden Besitz von der schönen Ostseeinsel genommen.

Anfang des 18. Jahrhunderts bedeuteten zunächst die Ausbreitung der Pest und der anschließende Einmarsch zaristischer Truppen den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Auftakt zu einer düsteren Periode, die erst weit über 100 Jahre später endete.

Überregional beliebter Kurort

Die Einweihung der ersten Moorbadeanstalt durch einen deutschen Arzt machte das Jahr 1840 für Kuressaare zu einem wichtigen wirtschaftlichen Wendepunkt. Schnell etablierte sich der Ort zu einem weit überregional beliebten Kur- und Badeziel.

Nach jeweils kurzzeitiger Besetzung durch deutsche Truppen im 1. und 2. Weltkrieg übernahmen 1944 schließlich russische Soldaten das Zepter. Es folgte die landesweit gültige Vormundschaft durch das Sowjetimperium. Der Badeort hieß nun Kingissepp (Schuhmacher), wenig klangvoll benannt nach einem in Kuressaare geborenen Kommunisten.

Mit der Unabhängigkeit änderten sich ab 1990 erneut Name und Status der Stadt. Kuressaare ist seither wirtschaftlich autark, und der Fremdenverkehr vermerkt bis heute stetig steigende Besucherzahlen. Es ist zu vermuten, dass der Aufschwung rund um Kuressaare noch lange nicht beendet ist.

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Weiterführende Infos zur Stadt Kuressaare:

  • Die Bischofsburg zu Kuressaare: Die Burg ist Heimat des Saaremaa-Museums, einer spannenden Dauerausstellung zur Geschichte der Insel. Behandelt werden zwei prägende Epochen: Die Jahre 1939 bis 1949 und in einem anderen Komplex die Jahre 1950 bis 1994. Zudem gibt es eine naturkundliche Ausstellung mit Informationen zu Klima und Küste der Insel – speziell für Kinder sehr zu empfehlen. Der Eintritt kostet 8 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder.

Webseite: www.saaremaamuuseum.ee

  • Das Kuressaare-Theater: Das zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaute Kuressaare-Theater bietet eine Mischung aus Kino- und Kulturprogramm. In den 1990er Jahren umfassend restauriert, gehört das Theater heute zu den Magneten der einheimischen Bevölkerung. Man sollte natürlich der estnischen Sprache mächtig sein, um hier alles mitzubekommen.

Webseite: www.kuressaareteater.ee

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