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Bemerkenswertes Eingeständnis vor EU-Kommission

Von der Leyen: „Hätten wegen Russland auf die baltischen Staaten hören sollen!“

Bei einer Jahresrede vor der Europäischen Kommission hat Präsidentin Ursula von der Leyen an diesem Mittwoch deutliche Worte zur Rolle Brüssels und zahlreicher Mitgliedsstaaten am Krieg in der Ukraine gefunden.

Ursula von der Leyen
Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula Gertrud von der Leyen kommt spät zur Party, aber sie kommt. (Foto: © European Union 2020 / CC-BY-4.0 / Quelle: EP)
„Wir hätten auf die Stimmen innerhalb unserer Union hören sollen – in Polen, in den baltischen Staaten und in ganz Mittel- und Osteuropa. Sie alle haben uns seit Jahren gesagt, dass Putin nicht aufhören werde“, sagte von der Leyen selbstkritisch.

Stattdessen sei eine Vielzahl von Warnungen und Kriegsvorboten schlichtweg nicht gehört bzw. gesehen worden. Man denke an „Anna Politkowskaja und all die russischen Journalisten, die Verbrechen aufgedeckt und den höchsten Preis dafür bezahlt haben“, so von der Leyen weiter.

Vor allem auch bei estnischen Beobachtern erhielten diese Sichtweisen eine Menge Zuspruch. Manche Kommentatoren gingen später sogar so weit zu sagen, die Rede hätte von einem der baltischen Staaten verfasst worden sein können.

Stellvertretend dafür Vivian Loonela, Leiterin des Büros der Europäischen Kommission in Estland: „Nie zuvor wurden die baltischen Länder in einer Rede der Führung der Europäischen Kommission so hervorgehoben.“

„Dass die Kommissionspräsidentin so ähnlich denkt wie wir, macht die Arbeit Estlands von nun an sicherlich etwas leichter“, zog Loonela laut ERR.ee auch konkreten politischen Nutzen aus den Worten von der Leyens.

Zugleich ahnt man, wie frustrierend manche Haltungen Brüssels mit Bezug zu Russland für Tallinn, Riga und Vilnius in den vergangenen Jahren gewesen sein dürften.

Damit solle nun Schluss sein, ging aus den Worten der Präsidentin klar hervor. Sie wird sich daran messen lassen müssen. Wer mag: Hier die komplette Rede im Wortlaut.

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