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Unterwegs in Litauens Hauptstadt

Kulturmetropole Vilnius: eine sehenswerte Stadt

Vilnius ist reich an Sehenswürdigkeiten, vor allem im Bereich der historischen Altstadt. Sie ist bekannt für ihre prachtvollen Bauten aus ganz unterschiedlichen architektonischen Epochen, zahlreiche Türme prägen ihre Silhouette.

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Kirchen prägen das Stadtbild von Vilnius in hohem Maße. (Foto: jackmac34)
Aber auch der Natur haben die Stadtväter im Laufe der Jahrhunderte offenbar stets genügend Platz eingeräumt, was sich bis heute in einer Reihe schöner Parks und Grünanlagen manifestiert hat.

Ausgehend vom Neris-Ufer befinden sich die Hauptattraktionen der Stadt auf einer Fläche von rund 10 Quadratkilometern.

In unmittelbarer Flussnähe etwa befindet sich der rund 140 Meter hohe Burgberg mit den Überresten eines ehemals mächtigen Wehrkomplexes.

Einzig der Westturm ist als Rekonstruktion der im 14. Jahrhunder errichteten Burg vollständig erhalten geblieben (Gediminas-Turm).

Apropos Turm: Bei einem Spaziergang durch das Zentrum von Vilnius fällt rasch auf, dass fast jede Straße über ein Gotteshaus verfügt.

Ein Blick auf den Stadtplan offenbart nicht weniger als 20 Kreuz-Symbole im Bereich der Altstadt, was Vilnius für Gläubige in aller Welt zu einem lohnenswertem Reiseziel macht.

Hervorzuheben sind die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Ufernähe erbaute Peter-und-Pauls-Kirche, die uralte Johanneskirche aus dem späten 14. Jahrhundert und natürlich St.-Stanislaus, die bedeutendste und bekannteste Kathedrale Litauens.

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Schöner Altstadt-Straßenzug in der Nähe des Zentrums von Vilnius. (Foto: V. Malyushev)
Deutlich aufgelockert wird die Atmosphäre im Zentrum durch zahlreiche Cafes, Bars, Restaurants und Souvenir-Läden.

Vor allem entlang der Pilles-Straße und an den Hauptplätzen der Altstadt fällt es Besuchern erfahrungsgemäß nicht allzu schwer, den Geldbeutel zu zücken und ein wenig Rast zu machen.

An der Pilles-Straße stößt man auch auf den riesigen Universitäts-Komplex, ein weiteres Aushängeschild der Stadt. Gegründet wurde Vilniaus universitetas in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, was sie zur ältesten Lehr- und Forschungsanstalt im Osten Europas macht.

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Ein anderes, weitaus jüngeres „Highlight“ verschafft seinen Besuchern einen grandiosen Blick über die Stadt: der fast 330 Meter hohe Fernsehtum mit einem Cafe in 160 Metern Höhe.

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Die Altstadt von Vilnius ist Weltkulturerbe der UNESCO. (Foto: Makalu)

Eine Auswahl von touristischen Highlights in Vilnius:

  • 1. Der Burgberg: Der direkt am Neris-Ufer gelegene Burgberg ragt etwa 140 Meter in den Himmel und ist Heimat der zu weiten Teilen ruinösen Wehr-Residenz des ehemaligen litauischen Großfürsten Gediminas, der den Bau zu Beginn des 14. Jahrhunderts forciert hatte. Nach ihm ist der einzig erhaltene Turm benannt, der die Anlage vor ihrer Zerstörung im Jahr 1650 nach Westen hin begrenzte. Im Inneren des Turms befindet sich ein Museum, das die Historie der Burg eindrucksvoll beleutet. Von der Aussichtsplattform am Kopf des Turms kann man einen schönen Panoramablick über die Stadt genießen.

  • 2. Die St.-Stanislaus-Kathedrale: Am Fuß des Burgberges und rund 200 Meter vom Neris-Ufer entfernt gelangt man auf den großflächigen Kathedralenplatz, auf dem sich mit St.-Stanislaus das bekannteste und auch bedeutendste Gotteshaus in Litauen befindet. Ein Vorläufer der heutigen Kathedrale wurde bereits im 13. Jahrhundert errichtet, in seiner heutigen Erscheinung erstrahlt das durch seinen separaten Glockenturm charakterisierte Bauwerk seit 1801. Die Fassade ist klassizistisch geprägt, im Inneren finden sich dagegen gotische Elemente.

  • > Webseite: www.katedra.lt (englische und deutsche Sprachversionen in Planung)

  • 3. Die Universität: Die Vilniaus Universitetas ist die älteste Lehr- und Forschungsanstalt in Osteuropa und überdies die größte Universität in Litauen. Gegründet wurde sie – hervorgegangen aus einem Jesuitenkloster – im Jahr 1578. Der zentral in Vilnius gelegene Komplex beherbergt die älteste litauische Bibliothek, hinzu kommen u. a. ein botanischer Garten und ein Observatorium. Rund 23.000 Studenten sind derzeit eingeschrieben.

  • > Webseite: www.vu.lt (auf Englisch)

  • 4. Litauisches Nationalmuseum: Einen Steinwurf vom Neris-Ufer entfernt liegt das Litauische Nationalmuseum. Der langgezogene Prachtbau ist die Heimat unzähliger litauischer Exponate aus der Steinzeit bis in die Gegenwart. Es ist das größte und zugleich älteste Geschichtsmuseum des Landes. Erste Teile der Austellungen wurden der Öffentlichkeit bereits 1855 zugänglich gemacht. Heute besuchen das im „Neuen Arsenal“ untergebrachte Museum Jahr für Jahr rund 250.000 Menschen.

  • > Webseite: www.lnm.lt (auf Englisch)

  • 5. Historisches Rathaus: Das historische Rathaus von Vilnius befindet sich zentral auf einem Platz, den man, beispielsweise von der Universität kommend, über die Didzioji-Straße erreicht. Das prächtige Gebäude wurde in den Jahren 1780 bis 1795 im Stile des Klassizismus erbaut. Heute beherbergt das dank seiner Säulenfront leicht tempelartig anmutende Gebäude das Touristen-Informationszentrum und gilt damit nicht nur architektonisch begründet als eine der meistbesuchten Adressen der Stadt.

  • > Webseite: www.vilniausrotuse.lt (auf Englisch)

  • 6. Jüdisches Museum: Das Museum erinnert in zum Teil erschütternden Details über die Blüte und den grausamen Verfall jüdischen Lebens in Vilnius bzw. Litauen im Zuge des Holocaust. Ausgetellt werden Dokumente, Photos, Kunst etc. aus rund sechs Jahrhunderten jüdischer Kultur im südlichen Baltikum. Auch der Partisanenkampf gegen das NS-Regime wird detailliert dokumentiert. Hintergrund: Vilnius war bis zum 2. Weltkrieg eine der wichtigsten jüdischen Gemeinden in Osteuropa. Heute leben nur noch etwa 2000 Juden in der litauischen Hauptstadt.

  • > Webseite: www.jmuseum.lt (auf Englisch)

  • 7. Der Gedimino-Prospekt: Vilnius verfügt mit dem Gedimino-Prospekt über eine Flanier- und Einkaufsmeile erster Klasse. Der schnurgerade angelegte Boulevard hat eine große Anzahl von Shops, Cafes, Restaurants und kulturellen Einrichtungen wie Theater und Museen zu bieten. Auch das litauische Parlament – Seimas genannt – findet sich hier. Der Prospekt ist bereits im 19. Jahrhundert entstanden (ab 1836). Keine Frage: An Litauens Prachtmeile Nummer eins ist das Geldausgeben kein Problem.

  • 8. Das Bernstein-Museum: Das 1988 gegründete Museum informiert umfassend über Vorkommen und Verarbeitung des „Ostsee-Goldes“ im Verlauf der zurückliegenden Jahrhunderte. Selbstverständlich sind im Shop des Museums auch klassische und moderne Erzeugnisse der Bernstein-Kunst erwerblich. Ein weiteres namhaftes Bernstein-Museum befindet sich übrigens auf der Kurischen Nehrung in Nida.

  • > Webseite: www.ambergallery.lt (auf Deutsch)

  • 9. Botanischer Garten: Der dem Zuständigkeitsbereich der örtlichen Universität angehörige botanische Garten blickt auf eine lange Historie zurück. Gegründet wurde er bereits im Jahr 1781 mit einem recht überschaubaren Bestand von rund 2000 Pflanzen. Heute ist er der mit Abstand größte seiner Art in Litauen – verteilt auf zwei Areale: den Kairenai- und den Vingis-Park. Sehr sehenswert…

  • > Webseite: www.botanikos-sodas.vu.lt (auf Englisch)

  • 10. Der Fernsehturm: Der von 1974 bis 1981 erbaute Fernsehturm ist das mit Abstand höchste Bauwerk der Stadt. Der „Koloss von Vilnius“ misst stolze 326 Meter, ein sich in Teilen (einmal stündlich) um die eigene Achse drehendes Cafe befindet sich in 160 Metern Höhe. 1991 wurde er im Zuge der litauischen Loslösung von Russland Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und russischen Soldaten. Hieran erinnert eine Gedenkstätte am Fuß des Turms.

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