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Am Glas nichts verlernt

Keine 3 Wochen nach Lockdown-Ende geht englischen Pubs das Bier aus

Seit dem 12. April darf in England nach ewig langem Corona-Lockdown wieder Alkohol ausgeschenkt werden. Zwar nur in der Außengastronomie, aber egal. Seither trinken die Engländer scheinbar alles weg, was aus dem Hahn kommt.

zapfhahn pub
England: Gezapft wird derzeit drinnen, getrunken draußen. Und wie! (Foto: Dovi)
Sky News berichtet nun, dass die Biernachfrage in den ersten Wochen nach der Öffnung „alle Prognosen übertroffen“ habe und beruft sich dabei auf Phil Urban, den Chef der größten britischen Pub-Kette mit Namen Mitchells & Butlers.

„Unsere Zulieferer sind nicht in der Lage, schnell genug hinterherzukommen“, berichtet Urban, weshalb man nun versuche, die gebunkerten Bierbestände bestmöglich auf das eigene Pub-Netz zu verteilen. Die Situation scheint also ernst zu sein. Zumal seit Anfang der Woche auch in Schottland und Wales wieder frisch Gezapftes auf den Tisch kommt.

In die Karten spielte den von Corona arg gestressten Gastronomen in England zunächst das sonnige Aprilwetter. Es sorgte nach den gelockerten Kontaktbeschränkungen vielerorts für brechend volle Biergärten. Auch unter der Woche, wobei die Situation womöglich selbst bei Dauerregen dieselbe gewesen wäre. Wer weiß das schon nach diesem Jahr des Verzichts?

Was die Engländer in den letzten Wochen alles am Zapfhahn geleistet haben, zeigt eine Zahl, die Analysten von Oxford Market Watch dieser Tage veröffentlicht haben. Demnach lag der Bierkonsum landesweit seit Start der Lockerungen fast zwölf Prozent über dem Vergleichszeitraum des Jahres 2019.

Hört sich erstmal gar nicht so spektakulär an. Wenn man aber bedenkt, dass nur in der Außengastronomie ausgeschenkt werden darf, über die wiederum nur rund 40 Prozent aller englischen Pubs verfügen, wird schnell klar, was auf der Insel gerade los ist.

Als Konsequenz soll Medienberichten zufolge die Budweiser Brewing Group UK & Ireland, die umsatzstarke Pub-Marken wie Stella Artois und Camden Hells braut, sogar auf Nachtbetrieb umgestellt haben.

Kleineren Brauereien hingegen fehlt es am Personal, um die benötigten Zusatzkapazitäten liefern zu können. Einfach alles hochfahren, scheint demnach auch nur eingeschränkt die Lösung zu sein.

Ein Heineken-Sprecher fasst zusammen: „Die englische Nachfrage nach Premium-Pints übertrifft weiterhin unsere optimistischsten Prognosen. Wir mussten daher die Liefermengen begrenzen, die einzelne Pubs bestellen können.“

Man stehe nun aber im engen Austausch mit den Heineken-Brauereien in Festlandeuropa, um nötigenfalls zusätzliches Bier nach Großbritannien zu importieren. Kaum auszudenken, was sein wird, wenn der Corona-Schlamassel irgendwann überall vorbei ist.

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sh

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