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Politische Trampel

Corona-Hilfsangebot an Färöer: USA verärgern Dänemark

Wie gestern bekannt wurde, boten die USA Mitte März den Färöern Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus an. Dabei übergingen sie das dänische Außenministerium in Kopenhagen.

USA Dänemark
Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und weltweit bekannter Rüpel. (Foto: Gerd Altmann)
In einem Interview mit dem färöischen Radiosender R7 sprach Jenis av Rana, Minister für Kultur, Bildung und Auswärtige Angelegenheiten der Färöer, über ein Gespräch zwischen ihm und Carla Sands, der US-Botschafterin in Dänemark.

Die Botschafterin brachte darin den Wunsch der USA zum Ausdruck, den Färöern bei der Bekämpfung der Coronakrise zu helfen. Das löste nun bei den Mitgliedern des dänischen Parlaments Empörung aus.

„Wenn die US-Botschaft und die USA den Färöern helfen wollen, sollten sie ihr Angebot über das dänische Außenministerium in Kopenhagen unterbreiten“, sagt Søren Espersen, stellvertretender Vorsitzender der rechtspopulistischen Dansk Folkeparti, gegenüber altinget.dk.

Minister Jenis av Rana erklärte, dass das Gespräch Mitte März stattgefunden habe, als es auf den Färöer-Inseln viele aktive Fälle gab, izwischen sind nur noch neun Fälle auf den Färöern bekannt.

„Carla Sands hatte von den hohen Zahlen auf den Färöer-Inseln gelesen, und war schockiert darüber. Aber dann erklärte ich ihr, dass der Grund dafür sei, dass wir einen großen Teil der Bevölkerung testen. Sie bot uns Hilfe an, sagte aber nicht, welche Art von Hilfe sie meinte.“, erklärte Jenis av Rana.

Karsten Hønge von der Dänischen Sozialistischen Volkspartei findet das Angebot absurd.

„Es ist völlig unangemessen. Die Färöer sind Teil einer nationalen Gemeinschaft, in der wir leicht herausfinden können, wie wir mit unseren gesundheitlichen Herausforderungen umgehen können.“, sagte Hønge gegenüber Altinget.dk.

„Es ist absurd, einen Anruf von einem Botschafter eines Landes zu erhalten, das keine Kontrolle über das Coronavirus hat. Wenn sie etwas anbieten möchte, kann sie sich an den dänischen Ministerpräsidenten oder den dänischen Außenminister wenden“, fügte er hinzu.

Informationen zum Verlauf der Coronavirus-Epidemie auf den Färöern: corona.fo/news

Irritation mit Tradition

Donald Trump hatte vergangenen Sommer bereits einmal für Irritation in Dänemark gesorgt, indem er den Versuch unternahm, die Insel Grönland zu kaufen. Damals erteilte Dänemark eine klare Absage an den amerikanischen Präsidenten.

Gestern berichteten der grönländische Rundfunk KNR und die dänische Zeitung Berlingske, dass die USA ein Millionen schweres Unterstützungspaket den Grönländern zukommen lasse.

Das Paket soll rund 82 Millionen dänische Kronen (etwa 11 Mio Euro) betragen. Demnach sollen die Investitionen vor allem in den Tourismus, den Rohstoffsektor und die Bildung – etwa den Englisch-Unterricht – fließen.

Die US-Botschaft in Kopenhagen kommentierte die Berichte zunächst nicht, schreibt die dpa.

Carla Sands hatte in einer Botschaftsmitteilung erklärt, dass viele Länder die Arktis in ihren Fokus genommen hätten. Darin zeigte sie sich über militärische Aktivitäten Russlands und die Pläne Chinas in der arktischen Region besorgt. Zugleich schrieb sie, die US-Regierung arbeite an einem „substanziellen Paket mit ökonomischer Unterstützung“ der USA für Grönland.

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ap

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