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Enteignet auf Isle of Skye

Lost Place in Schottland: Ruinen alter Landgemeinde mit einst über 2000 Einwohnern entdeckt

Im Glen Brittle Forest auf der schottischen Hebrideninsel Isle of Skye sind vor wenigen Wochen die Überreste einer alten Landgemeinde entdeckt worden. Historische Aufzeichnungen hatten Experten von AOC Archaeology dazu veranlasst, einen genauen Blick auf das Areal zu werfen. Mit Erfolg.


Bilder: AOC Archaeology / Forestry and Land Scotland

Zum Vorschein kamen niedrige Steinmauern und Erdwälle einer wahrscheinlich postmittelalterlichen Siedlung. Sie bestand aus einer Reihe von Häusern, Speichern, Scheunen und Öfen zum Trocknen von Getreide. Gegründet wahrscheinlich im 17. Jahrhundert.

Den Dokumenten nach dürfte der Name der Gemeinde Brunell gelautet haben. Allerdings waren bei den Recherchen der Archäologen in den Archiven der Isle of Skye keine spezifischen Informationen hierzu auffindbar.

Was sich aber fand, waren allgemeine Beschreibungen vom Leben in der Gemeinde, wonach dort Rinder, Schafe und Pferde gezüchtet wurden. „Vieh ist das wichtigste Grundnahrungsmittel, von dessen Erträgen die Menschen ihre Pacht bezahlen und sich mit dem Nötigsten versorgen“, heißt es dort.

Spätestens 1881, als dort Landvermessungen stattfanden, galt Brunell als verlassen

Das Ende der Gemeinde dürften dann laut Quellenlage Enteignungen und Vertreibungen kleiner Viehbauern aus der Region besiegelt haben. Spätestens seit 1881, als dort Landvermessungen stattfanden, galt Brunell als verlassen.


(Aktuelles Video zur Stätte)

Bei den archäologischen Untersuchungen wurden zuletzt 28 Gebäude festgestellt, die einst zusammen mit den angrenzenden Feldern und Viehgehegen den Kern der Gemeinde bildeten. Die einzelnen Gebäude wurden zunächst am Boden abgesteckt und kartografiert (s. Bildergalerie).

Interessanterweise besagen die Aufzeichnungen aber auch, dass in der Siedlung zu Spitzenzeiten 2250 Menschen lebten, was ja selbst nach heutigen Maßstäben kleinstädtisch ist. Bei einer späteren Volkszählung wurden dann noch 1769 Einwohner registriert.

Das macht es umso bemerkenswerter, dass so wenig über die Entstehung und das Ende der Gemeinde bekannt ist. Fakt ist: Die Gebäudereste befinden sich inmitten einer 1977 angelegten Nadelholzplantage. Möglicherweise wurde der „Lost Place“ damals übersehen – oder ignoriert.

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