Interview im schwedischen Kulturmagazin

Alicia Vikander, die neue Lara Croft, beklagt Hollywoods Verlogenheit in Sachen Geschlechtergleichheit

| 31.01.2018 - 12:01 Uhr

Die schwedische Hollywood-Schauspielerin Alicia Vikander, die 2016 mit einem Oscar als beste Nebendarstellerin im Film „The Danish Girl“ ausgezeichnet wurde, hat ihre eigene Filmproduktionsfirma gegründet. Und zwar aus Frust darüber, dass es keine Regisseurinnen in Hollywood gäbe.

Alicia Vikander

Alicia Vikander auf der San Diego Comic Con International, 2015.
(Foto Gage Skidmore, CC BY-SA 2.0)


Die Schwedin ist die neue Lara Croft in der Filmreihe „Tomb Raider“, deren neuester Streifen im März des Jahres in die US-Kinos kommt. In einem Interview im schwedischen Fernsehen sagte sie, sie sei es leid, die Lippenbekenntnisse zur Geschlechtergleichheit in der amerikanischen Filmundustrie zu hören.

„Jeder erzählt mir, wie toll es sei, dass ich ’starke, komplexe weibliche Rollen‘ spiele.“, sagte sie gegenüber dem schwedischen Sender SVT. „Ich habe es satt, diese Worte zu hören! Zugleich gibt es dort keine einzige Frau, mit der man arbeiten kann.“

Vikander besucht gerade ihre Heimatstadt Göteborg, in der ein Filmfestival stattfindet. Im Programm des Festivals läuft auch der erste von ihrer Firma, Vikarious Productions, produzierte Film „Euphoria“.

Die Schauspielerin und Tänzerin bemerkte im Interview, dass sie ausschließlich mit weiblichen Regisseuren und Drehbuchautoren gearbeitet habe, als sie ihre Karriere in Schweden begann. Seit sie ins Ausland gezogen ist, sei das nie wieder vorgekommen. Die eigene Produktionsfirma gebe ihr die Möglichkeit, selbst auszusuchen, mit wem sie zusammenarbeite.

2014 spielte sie in der Harvey Weinstein-Produktion „Tulpenfieber“ an der Seite von Christoph Waltz, einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Deborah Moggach.

Sie sagte, sie selbst habe keine sexuelle Belästigung durch Harvey Weinstein erfahren, sei jedoch entsetzt und erzürnt darüber gewesen, was er anderen Frauen angetan habe. „Ich unterstützte diejenigen [Frauen], die es gewagt hatten, darüber Zeugnis abzulegen.“, sagte sie im Interview mit dem schwedischen Kulturmagazin.

ap

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