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„Erste Spuren von kulturellem Leben“

Wales: Kaninchen graben 9.000 Jahre altes Werkzeug und Urnenfragmente aus

Unerwartete archäologische Hilfestellung aus der Tierwelt: Auf der winzigen walisischen Insel Skokholm haben Kaninchen – man glaubt es kaum – beim Wühlen in einem Erdbau steinzeitliches Werkzeug und bronzezeitliche Urnenfragmente an die Oberfläche katapultiert.

Skokholm
Die walisische Insel Skokholm ist besser bekannt für nistende Vögel als prähistorische Entdeckungen. (Foto: Paul Seligman, CC BY-NC-ND 2.0)
Gefunden haben die Artefakte dann laut einem Bericht des Guardian zwei aufmerksame Naturwächter, die auf der ansonsten menschenleeren Insel unterwegs waren.

Expertenmeinungen zufolge sollen die Fundstücke der tierischen Hobby-Archäologen bis zu 9.000 Jahre alt sein. Vor allem aber sind es die ersten spätmesolithischen Besiedlungsspuren überhaupt, die auf der Insel gefunden wurden. Dank der Wühlarbeit der Kaninchen weiß man das nun.

Bei den Fundstücken handelt es sich unter anderem um Faustkeile, mit denen die hier früher beheimateten Jäger und Sammler etwa 7.000 vor Christus Robbenhäute zerlegten oder Nahrungsmittel verarbeiteten.

Ein weiteres Fundstück, eine Scherbe aus einer bronzezeitlichen Graburne, dürfte Experten zudem dabei helfen, auch das frühere kulturelle Leben auf der gerade einmal eine Quadratmeile messenden Insel besser verstehen zu können.

Jody Deacon, Kuratorin für prähistorische Archäologie am walisischen Nationalmuseum, misst gerade diesem Fundstück eine hohe Bedeutung bei. Es handele sich bei dem Fragment um eine Art von Graburne, die normalerweise mit Brandbestattungen in Verbindung gebracht wird.

Bislang war Skokholm in Expertenkreise eher für ihre spektakulären Seevogelkolonien bekannt. Dank der Kaninchen gesellen sich nun auch die Archäologen mit dazu. Was es nicht alles gibt.

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