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England

Sensationelle Entdeckung: Teile von Stonehenge bildeten ursprünglich eine andere Kultstätte – weit entfernt

Obwohl Forscher seit Jahrzehnten nichts unversucht lassen, die Geheimnisse von Stonehenge bis ins Detail zu lüften, ist der legendäre Steinkreis im Süden Englands immer wieder für eine Sensation zu haben. Fast so, als stehe man eigentlich noch ganz am Anfang der Forschung.

Stonehenge Sensation
Stonehenge wurde im Laufe der Zeit immer wieder umgebaut. (Foto: Tzenik)
So wurde (erst) 2019 enthüllt, woher ein Gutteil der Steinblöcke stammt, aus denen sich das Monument zusammensetzt. Konkret: 43 tonnenschwere Blausteine sollen vor gut 5.000 Jahren aus einem Steinbruch an der Nordseite der walisischen Preseli Berge nach Stonehenge verfrachtet worden sein. Und zwar über eine für damalige Zeiten unfassbare Distanz von fast 200 Kilometern.

Daraufhin bebte die Fachwelt, denn eines der größten Fragezeichen hinter Stonehenge schien beantwortet. Der Bau des Steinkreises und die damit verbundenen Kraftanstrengungen galten auf einmal als weitgehend dechiffriert. Was, ja was eigentlich hätte in der Folge als neue Erkenntnis noch spektakulärer, noch spannender sein können?

Nun, vielleicht sind wir bereits 2021 an einem Punkt, wo auch diese Frage beantwortet ist. Denn neuesten Meldungen zufolge hat Stonehenge wieder zugeschlagen und der Fachwelt das nächste Überraschungsei ins Nest gelegt.

Wie unter anderem CNN berichtet, gibt es neuerdings klare Hinweise darauf, dass sozusagen Stonehenge ursprünglich gar nicht in Stonehenge errichtet wurde, sondern ganz woanders. Und zwar ganz in der Nähe des oben genannten Steinbruchs, was ja auch wegen der enormen Schlepperei erstmal Sinn ergibt.

Der Bereich, in dem das „alte“ Stonehenge gelegen haben dürfte, nennt sich Waun Mawn. Auch er war schon länger bekannt als steinzeitliche Kultstätte, nur fehlte – abgesehen von alten Sagen und Mythen – eben die direkte Verbindung nach Stonehenge.

Bis jetzt, muss man sagen, denn in einer kürzlich im Fachmagazin Antiquity veröffentlichen Studie machen die Autoren ein Fass auf, das es in sich hat. Den beteiligten Archäologen zufolge handelt es sich bei Waun Mawn nämlich nicht um irgendeine Kultstätte, sondern um den legitimen Vorgänger von Stonehenge. Oder, um es noch mehr auf den Punkt zu bringen: um das mögliche Original.

So haben Messungen ergeben, dass die Stätte Waun Mawn dereinst einen Durchmesser von 110 Metern hatte – exakt wie Stonehenge. Die Ausrichtung zur Sonne – wie in Stonehenge. Mehr noch: Im Zuge von Grabungen konnte festgestellt werden, dass einige der ehemals in Waun Mawn aufgestellten Felsblöcke die identische Form zu denen aufwiesen, die heute in Stonehenge stehen.

Daher der Schluss: Zumindest ein Teil des Steinkreises ist vor Tausenden von Jahren von seinem ursprünglichen Standort in Wales in die weit entfernte Salisbury-Ebene verfrachtet worden, wo die Formation schließlich unter der Bezeichnung Stonehenge Weltkarriere machte. Die Sensation, sie ist perfekt.

„Meine Vermutung ist, dass Waun Mawn nicht der einzige Steinkreis war, der zu Stonehenge beigetragen hat“, sagte Mike Parker Pearson, Leiter des Projektes „Stones of Stonehenge“ am University College London, in einer Mitteilung.

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Das Rennen um die Auflösung weiterer großer Stonehenge-Rätsel dürfte damit eröffnet sein. Da kommt noch was, ganz sicher.

Hier der Link zu einem umfassenden Forschungsbericht (auf Englisch): www.cambridge.org

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