Facebooktwitterpinterestrssinstagram

Ausbleibende Touristen, ausbleibende Einnahmen

Corona bringt schwedisches Königshaus in finanzielle Nöte

Der schwedische Königshof musste dieser Tage einräumen, durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage zu geraten. Grund dafür sind ausbleibende Besuchereinnahmen, mit denen normalerweise die königlichen Paläste unterhalten werden.

Schloss Drottningholm
Schloss Drottningholm, privater Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie Bernadotte. (Foto: Erich Westendarp)
Die royale Finanzabteilung rechnet für 2020 inzwischen mit Umsatzeinbußen in Höhe von etwa 75 Prozent, wodurch Teile des kulturellen Erbes der Königsfamilie empfindlich bedroht seien.

Das jedenfalls sagt laut einem Bericht auf „Royal Cental“ Staffan Larsson, der den Bereich Finanzen am Royal Court leitet. Infolge der fehlenden Einnahmen habe man auf die Dienste vieler Saisonkräfte verzichten müssen – in Summe etwa 300 Personen.

Darunter leide „natürlich die Erhaltung und Pflege der königlichen Parks“ erheblich, gibt Larsson zu. Die Situation sei ernst.

Wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie waren die königlichen Paläste große Teile des Frühjahres für Besucher geschlossen. Und auch nach der teilweisen Wiedereröffnung zum 1. Juli kommt das Geschäft nur schleppend in Gang.

Vier der insgesamt elf königlichen Paläste sind inzwischen wieder zugänglich. Was fehlt, sind jedoch die Besucher. Gut zu sehen am Beispiel des normalerweise komplett überlaufenen Königspalastes in der Stockholmer Altstadt.

Sonst werden hier an einem normalen Tag in der Hochsaison bis zu 10.000 zahlende Gäste verzeichnet. Aktuell sollen es gerade einmal 100 sein, vielleicht 200, wenn es hoch kommt.

Statt wie normal mit etwa 10 Millionen Euro Jahreseinnahmen müssen die Finanzexperten des Königshofes nun mit rund 2,5 Millionen kalkulieren. Ein herber Verlust, dessen Folgen noch nicht absehbar sind.

Zwar gewährt der schwedische Staat dem Royal Court Zuschüsse. Diese fließen aber nur zu einem kleinen Teil in die Instandsetzung und Pflege der sich normalerweise so gut wie selbst tragenden Paläste ein. Der weitaus größere Anteil geht direkt an die königliche Familie.

Ob es bei diesem Verteilungsschlüssel wird bleiben können, dürfte im Laufe des Jahres nochmal Thema werden. Eine König ohne Garten, was ist das schon?

Lesne Sie auch:

sh

Facebooktwitterredditpinterestmail
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen