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Mehr Schatten gegen den Klimawandel

Schottland: Wildlachs soll durch Millionen Baumpflanzungen vor Hitzetod geschützt werden

Schottland hofft, seine Wildlachs-Population durch das millionenfache Pflanzen von Bäumen an Flussufern vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels schützen zu können.

dee wildlachs baum
Es braucht noch mehr Bäume am Dee, viel mehr, damit der Wildlachs gegen den Klimawandel eine Chance hat. (Foto: deemur)

Schon jetzt sehen Fischereiwissenschaftler in den steigenden Wassertemperaturen eine echte Bedrohung für die Tierart. Betroffen sind vor allem fließende Gewässer der Highlands, in denen der atlantische Wildlachs normalerweise zum Laichen weit flussaufwärts zieht.

Seit Jahren häufen sich aber auch hier die Hitzetage – und mit ihnen Wassertemperaturen, die bei Wildlachs Stress und Verhaltensänderungen auslösen. Ab etwa 23 Grad Celsius sei das der Fall, berichtet der Guardian in einem aktuellen Beitrag.

2018 beispielsweise, im Jahr mit den schottlandweit geringsten Fangquoten seit Beginn der Aufzeichnungen, wurden in 70 Prozent der Flüsse, in denen Wildlachse unterwegs sind, an mindestens einem Sommertag überhöhte Wassertemperaturen gemessen.

Den Wildlachs trifft das warme Wetter besonders hart

Das überhaupt nicht zum Klimawandel passende Problem des atlantischen Wildlachses ist, dass er eine Kaltwasserart ist, die sich eigentlich bei Sommertemperaturen von etwas über 10°C am wohlsten fühlt.

Bei Idealbedingungen also, mit denen die Fachwelt in Zukunft immer seltener rechnet. Daher sollen nun eben zahllose Baumpflanzungen entlang der Flussufer für ausreichend Schatten sorgen, um so die Wassertemperaturen möglichst auf Lachstauglichkeit zu regulieren.

Es ist eine sehr aufwendige, aber wohl alternativlose Stellschraube, an der man nun in Schottland dreht. So stellten Wissenschaftler zuletzt fest, dass in Schottland lediglich rund ein Drittel aller Flüsse über einen ausreichenden Baumbestand verfügen.

In einer ersten Rettungsaktion haben die Fischereibehörden nun 250.000 Setzlinge entlang der wichtigsten Nebenflüsse des Dee gepflanzt. Bis 2035 sollen es eine Million werden, darunter Ebereschen, Espen, Kiefern, Birken oder auch Weiden. Alles, was Schatten wirft.

Eine Verantwortliche des regionalen Salmon Fishery Boards dazu: „Nahrungssituation und Wachstumsraten der Jungfische sind schon jetzt beeinträchtigt. Wenn es noch heißer wird, werden wir ein Fischsterben erleben.“

Bevor die Bäume in ein paar Jahren Schutz bieten können, müssen sie selbst geschützt werden – vor schottischem Wild. Daher werden viele Setzlinge eingezäunt, wobei sich der Aufwand gleich mehrfach lohnen dürfte.

Denn auch der allgemeine Zustand der Flüsse im Hochland werde sich durch die Bepflanzung perspektivisch verbessern, sagt die Wissenschaft. Insektenleben und Laubfall werden gefördert, was die Uferregion wiederum mit wichtigen Nährstoffen versorgt und auch den Hochwasserschutz verbessert.

Unser QUIZ zum Thema SCHOTTLAND

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