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Neues Album „25“

Die norwegische Band D’Sound kommt zum Nordischen Klang

25 Jahre im Musikgeschäft sind eine große Leistung, und die Osloer Band D’Sound feiert das 25-jährige Jubiläum ihres Debutalbums „Spice of Life“. Aber nicht nur mit ihrem neuen Album „25“, sondern auch mit einem Konzert beim Greifswalder Kulturfestival Nordischer Klang.

D'Sound Band Konzert
Die norwegische Soul- und R&B-Band D’Sound. (© Kristian Dale)
Ihr Auftritt dort gilt unter Musikkenner*innen als eine kleine Sensation. Definitiv ein hochkarätiger Name der internationalen Musik aus Norwegen, mit dem das Festival aufwartet.

Das erste Album der Soul-Band war nicht nur ein Meilenstein für den norwegischen R&B, sondern auch der Beginn einer langen und erfolgreichen Karriere im In- und Ausland. D’Sounds aktuelles Album „25“ ist das neunte in der Reihe und enthält acht neukomponierte Songs, auf dem mehrere internationale Soulkünstler*innen vertreten sind.

Im Laufe der Jahre hat sich die Band verändert, ohne sich ihrer musikalischen Heimat, dem Soul, zu entfremden. Nach dem Weggang der Leadsängerin Simone Eriksrud haben Kim Ofstad (Schlagzeug) und Jonny Sjo (Bass) ihre musikalische Arbeit fortgesetzt und sind, ich wage es zu behaupten, jetzt gefühlvoller denn je.

In der Tat ist 25 der ideale Einstieg für D’Sound-Neulinge, um sich mit dem Klang der Band vertraut zu machen. Die neue Patte enthält perfekt arrangierte und produzierte Stücke. Darauf höre ich den Soul-Sound der 1970er heraus – Stevie Wonder, Marvin Gaye und Donny Hathaway lassen grüßen – aber auch den R&B der 2000er Jahre. Natürlich im Gewand der Moderne, d.h. zeitlos.

25 bietet eine ganze Batterie musikalischer Gäste: Macy Gray (Save Some), Shontelle (Necessary Love), Autumn Rowe (Right Now), Pher/Cory Henry (Good Nature), Armi Millare (Run For Cover), Mirjam Omdal (Back to You), Marie Noreger (My Own Country).

Dazu gibt es eine kleine Überraschung: Die Rückkehr von Simone Eriksrud, die den vielsagenden Titel „Flashback“ eingesungen hat. Das 25. Jubiläum konnte man nicht ohne Gründungsmitglied Simone begehen.

Das Album ist schon seit zwei Monaten draußen, fast komme ich zu spät zur Party. Aber die Ankündigung des Auftritts der Band beim Kulturfestival für Musik und Kunst nordeuropäischer Länder, Nordischer Klang, am 7. Mai 2022, hat mich dazu verleitet, dieses Album beinahe 25 Mal rauf und runter zu hören. Alle Soul und R&B-Fans sollten dies tun, – es ist vielleicht das best-produzierte Neo-Soul-Album des Jahres.

Besonders gut gefallen hat mir der Song „My Own Country“ mit Marie Noreger – warme Tonart, begleitet von Streichern, strukturiert durch pulsierende Drum-Beats. Das Lied geht eine Gegenteil-Symbiose mit dem sinnlichen Soul-Sound von „Run for Cover“, gesungen von Armi Millare.

Mein persönlicher Favorit ist allerdings Macy Grays „Save Some“. Die Grammy-Gewinnerin Gray bringt ihre unverwechselbar raue Stimme zum Schwingen, so cool als wären die 1970er musikalisch wieder zurück, oder die 1990er, die den Soul der 70er zitieren.

Das D’Sound-Duo wechselt übergangslos die Tempi von tanzbaren Rhythmen bis hin zu süßen Neo-Soul-Vibes. Tiefe Bass-Akkorde, metronomisch akurate Drum-Licks, die Vielfalt der Sängerinnen auf dem Album schmeicheln dem ungeübten wie dem geübten Ohr – der Sound zugänglich, die Abmischung perfekt.

Freunde der Soulmusik werden hier zweifellos auf ihre Kosten kommen. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Band in Greifswald live anhören, bislang kenne ich keinen anderen Konzert-Termin der Band in Deutschland, oder außerhalb Norwegens überhaupt.

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