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Dem Verkehr nicht (mehr) gewachsen

Norwegens berühmte Serpentinenstraße Stalheimskleiva vor endgültiger Schließung

Wer die Befahrung der spektakulären Serpentinenstraße Stalheimskleiva in Südnorwegen noch nicht von seiner persönlichen Bucket List abgearbeitet hat, muss jetzt tapfer sein.

Stalheimskleiva Nærøydalen
Die klassische Nærøydalen-Ansicht von Stalheimskleiva. (Foto: Adina Raul, CC BY-NC 2.0)
Denn die weltbekannte Bergstraße, die den malerischen Nærøyfjord nach Westen hin mit Voss und der Stadt Bergen verbindet, könnte schon bald vom norwegischen Tourismusverkehr gekappt werden. Und zwar dauerhaft, wie das für gewöhnlich exzellent informierte Forbes-Magazin aktuell berichtet.

Der Grund für die im Raum stehende Schließung ist einfach: Stalheimskleiva wurde vor etwa 170 Jahren als Bergpass für wirtschaftliche Gelegenheitsnutzer in den Fels gehauen. Auf Massentourismus hingegen war die steilste Straße Norwegens mit ihren 13 schwindelerregenden Spitzkehren nie wirklich ausgelegt.

Doch der Massentourismus kam – und er entdeckte Stalheimskleiva für sich recht schnell als echte Attraktion, was angesichts des atemberaubenden Umfeldes nicht wirklich verwundern kann.

Schon im letzten Sommer wurde die Straße dann wegen eines Erdrutsches gesperrt. Dies veranlasste die norwegische Straßenverwaltung dazu, ein vorübergehendes Fahrverbot für Großfahrzeuge wie etwa Touristenbusse zu verhängen. Parallel dazu fanden aufwendige Instandsetzungen statt.

Möglicherweise dienten die Baumaßnahmen anfänglich dem Ziel, die Blechlawine doch wieder wie gewohnt rollen zu lassen. Aber die perfekte, die 100 Prozent sichere Lösung kann und konnte es bei Stalheimskleiva nie geben, das war klar. Dafür sind die Gegebenheiten einfach zu kompliziert, zumal die Straße Teil eines Denkmalschutzgebietes ist.

Daher deutet sich nun die behördliche Rolle rückwärts an. Zwar steht die abschließende Entscheidung als Ergebnis eines geotechnischen Gutachtens noch aus. Aber laut Forbes ist man sich bei der norwegischen Straßenverwaltung sicher, dass Flickarbeiten nicht mehr ausreichen, um den Hang sicher befahrbar zu machen.

„Stalheimskleiva wird zukünftig für keine Fahrzeuge mehr geöffnet sein“, ist sich ein Experte sicher. „Wir mussten einsehen, dass selbst Kleinbusse und Privatwagen das fragile Straßensystem zu sehr belasten.“

Ob und wie die Serpentinenstraße nach ihrer offiziellen Sperrung touristisch nutzbar sein wird, ist derzeit noch offen. Es gibt Überlegungen, das Gebiet als Wanderbereich freizugeben. Auch wird zu prüfen sein, ob eventuell ultraleichte Fahrzeuge in niedriger Frequenz die Panoramasicht für (zahlende) Touristen ermöglichen sollen.

In jedem Fall ist spannend, was sich da rund um Stalheimskleiva tut. Sicher scheint aktuell nur, dass nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Schade, aber angesichts der Sicherheitslage sehr verständlich.

Stalheimskleiva und die wunderbare Aussicht

Die Stalheimskleiva ist eine der steilsten Straßen Nordeuropas, gebaut in den Jahren 1842-1846. Die Straße hat 13 Haarnadelkurven, am höchsten Punkt der Straße liegt das Stalheim Hotel. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick über die Serpentinenstraße und das Tal Nærøydalen, das auf der Liste des UNESCO-Welterbes steht. Das Nærøydalen ist zusammen mit dem Fjord 30 km lang, die Anerkennung durch die UNESCO erfolgte 2005.

Auf beiden Seiten der Straße befinden sich die Wasserfälle Stalheimsfossen und Sivlefossen. Die Stalheimskleiva ist eine Einbahnstraße, die nach unten führt und früher in der Sommersaison geöffnet war, dann wenn die Straße schnee- und eisfrei ist.

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sh

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