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18 Stunden auf der Pelle

Dänische Forscher bei Polarexpedition „gefährlich nah“ von russischem Spionageschiff beschattet

Die dänisch-norwegische Besatzung eines Forschungsschiffs hat nach aktuellen Medieninformationen im September ungute Bekanntschaft mit einem russischen Spionageschiff gemacht. Es heißt, in der Nähe von Grönland sei es zu stundenlangen Einschüchterungen gekommen.

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Die „Yantar“ gilt als eines der modernsten Spionageschiffe Russlands. (Foto: Norsk Polarinstitut)

Demnach wurde das Forschungsschiff Kronprins Haakon von russischer Seite insgesamt 18 Stunden lang bedrängt bzw. „bedrohlich nah“ verfolgt. Weiter heißt es, die Forscher an Bord hätten die Begegnung als teilweise „beängstigend“ und „provokativ“ empfunden.

Während der Eskorte filmten und fotografierten schwarz gekleidete Personen auf dem russischen Schiff, der „Yantar“, die Aktivitäten der nordischen Forscher. Dies geht aus Bildern und Videomaterial des Norsk Polarinstitut hervor, die an diesem Dienstag den Weg in die dänischen Medien gefunden haben.

Das russische Schiff sei dann wiederum von einem Schiff der norwegischen Küstenwache verfolgt worden, teilte Professor Colin Stedmon von der Technischen Universität Dänemark in Lyngby mit. Er war einer der Expeditionsteilnehmer.

„Ich glaube nicht, dass ich auf diesen Expeditionen jemals andere Schiffe gesehen habe“

„Wir waren auf dem Weg nach Svalbard in östlicher Richtung und führten auf dem Rückweg einige Messungen durch, so wie wir es auf dem Hinweg getan hatten. Ich saß in der Kantine und sah plötzlich zwei Schiffe“, schildert Stedmon.

„Ich glaube nicht, dass ich auf diesen Expeditionen jemals andere Schiffe gesehen habe, wir sind so weit im Norden“, so Stedmon weiter. Er beschreibt, wie das russische Schiff nahe heranfuhr und dem norwegischen Forschungsschiff in kurzem Abstand folgte.

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Nicht grüne, sondern schwarze Männchen sorgten gut 18 Stunden für ein als „beängstigend“ und „provokativ“ empfundenes Überwachungsprogramm. (Foto: Norsk Polarinstitut)

„Jedes Mal, wenn wir anhielten, um Messungen vorzunehmen, hielten auch sie an. Und als wir wieder losfuhren, folgten sie uns. So etwas habe ich noch nie erlebt, und ich nehme seit 2009 jedes Jahr an Expeditionen in diesem Gebiet teil“, sagt der Forscher.

Die „Yantar“ gilt in Geheimdienstkreisen als eines der modernsten Spionageschiffe Russlands

Einem Untersuchungsbericht des Norsk Polarinstitut zufolge stellte die Schiffsbesatzung der Kronprins Haakon am 11. September um 12.35 Uhr fest, dass auf dem Radar zwei Schiffe ohne das zur Vermeidung von Kollisionen geforderte AIS-Signal auftauchten – und laut DR.dk gezielt auf das Forschungsschiff zusteuerten.

Der Fokus richtete sich dann auf die „Yantar“, bei der es sich nach Angaben der russischen Behörden um ein sogenanntes ozeanografisches Forschungsschiff handelt. Geheimdienstquellen gehen jedoch davon aus, dass es sich in Wirklichkeit um eines der modernsten Spionageschiffe Russlands handelt.

Das 108 Meter lange und 5.800 Tonnen schwere Schiff gilt den geheimdienstlichen Analysen zufolge als Teil der russischen Nordflotte und Flaggschiff eines streng geheimen russischen Militärprogramms, das wiederum Präsident Wladimir Putin direkt unterstellt ist.

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