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Bei Besuch in Litauen

Schachgroßmeister Garri Kasparow sagt voraus: Putin ist am Ende

Garri Kasparow, russischer Schachgroßmeister und bekennender Kreml-Gegner, ist davon überzeugt, dass Russland den Krieg in der Ukraine verlieren – und Wladimir Putin diese Niederlage politisch nicht überleben werde.

Garri Kasparow
Der Politiker und Schachweltmeister Garri Kasparow sagt, Putin sei am Ende.
(Foto: Oleg Kosirew / depositphotos.com)
Das teilte Kasparow bei einem Besuch diese Woche in Vilnius mit. Der Wahl-New Yorker traf sich in der litauischen Hauptstadt mit der litauischen Parlamentspräsidentin Viktorija Čmilytė-Nielsen, selbst Schachgroßmeisterin, um über die aktuelle Situation im Osten Europas zu sprechen.

Vor Reportern sagte Kasparow am Freitag, er habe mit Čmilytė-Nielsen natürlich auch über Schach gesprochen. Vor allem aber sei es in den Konsultationen um das „Spiele ohne Regeln“ gegangen, das Russland derzeit politisch spiele.

„In der Tat besteht die Aufgabe der internationalen Politik jetzt darin, diejenigen, die sich nicht an die Regeln halten, dazu zu bringen, sie wieder zu befolgen. Die Tatsache, dass Putin viele Jahre lang ungestraft bleiben konnte, hat zu der Situation geführt, die wir jetzt haben“, sagte Kasparow.

Als Analogie zum Schachsport wies er darauf hin, dass der Krieg Russlands gegen die Ukraine seiner Meinung nach nicht mit einem Remis enden könne. „Das ist ein Krieg, der entweder mit einem Sieg Putins enden wird, was unwahrscheinlich ist, oder mit einem Sieg der Ukraine – und von uns allen.“

Die russische Öffentlichkeit verstehe noch nicht, dass der Krieg bereits auf eine Niederlage zusteuere, ist sich Kasparow sicher. Und auch, dass Putins Diktatur eine Niederlage keinesfalls überleben werde.

Auch zur Frage, wie sich die internationale Gemeinschaft verhalten solle, hat der Oppositionelle eine klare Haltung, die Putin nicht gefallen wird: Die Sanktionen gegen Russland, so Kasparow, müssten bleiben, bis die Ukraine entschädigt und die Schuldigen wegen Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt worden seien.

An eine Dauer des Krieges über 2022 hinaus glaubt er hingegen nicht. „Die Sanktionen werden die russische Wirtschaft im Eiltempo ersticken.“ Zudem sei Russland jetzt ein Land, das aus dem globalen Miteinander herausgefallen ist.

„Selbst die engsten Verbündeten, die benachbarten Diktaturen, ziehen sich allmählich zurück, weil sie nicht Teil dieser verlierenden Koalition sein wollen“, sagte Kasparow, um weiter festzustellen, dass „Putin alleine ist“ und ein Regimewechsel laut LRT.lt „unvermeidlich“ sein wird.

Kasparow ist in Vilnius auch Gast einer vom Forum Freies Russland organisierten Konferenz, auf der die Folgen des Krieges in der Ukraine für Russland und Europa diskutiert werden. Zu der Konferenz waren auch andere russische Oppositionelle wie etwa Ex-Oligarch Michail Chodorkowski geladen.

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