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Mit (äußerst) unvollständiger Liste litauischer Maler und Bildhauer

Kultur Litauen: wo Theater und Künste noch zählen

Die kulturelle Entwicklung ist mit Fug und Recht als eines der internationalen Aushängeschilder der Republik Litauen zu bezeichnen. Denn: Nicht nur auf Landesebene haben feine Künste, Theater, Literatur etc. einen hohen Stellenwert, sondern auch transnational machen immer mehr litauische Künstler von sich reden.

M. K. Čiurlionis Nationales Kunstmuseum Kaunas, Litauen
Mikalojus Konstantinas Čiurlionis Nationales Kunstmuseum in Kaunas, Litauen. (Foto: Pofka, CC BY-SA 4.0)
Sicherlich kommen die großen Stars der Szene in der Regel aus anderen Nationen, aber die litauische Kultur befindet sich wie das gesamte Land im Aufbruch, weshalb es im Grunde nur eine Frage der Zeit ist, bis hiesige Künstler – sofern noch nicht geschehen – aus der zweiten Reihe nach vorne treten.

Talent, Tatkraft und Wille zur Weiterentwicklung sind in Litauen jedenfalls reichlich vorhanden.

Wie so oft gibt in kulturellen Belangen auch in Litauen die Hauptstadt Vilnius den Takt vor. Die Kapitale strotzt vor kultureller Inspiration.

Es gibt eine große Anzahl von Kunstgalerien, Musikbühnen und Theatern. Von modern bis klassisch ist im Repertoir der involvierten Künstler alles enthalten, was sowohl das breite Publikum als auch Liebhaber künstlerischer Nischen begehren.

Die historische Altstadt trägt mit ihrem architektonischen Glanz natürlich maßgeblich zum kulturelen Selbstverständnis der Hauptstädter bei.

Es wäre jedoch verfehlt, das kulturelle Leben in Litauen auf die Stadtgrenzen von Vilnius zu minimieren. Im Grunde verfügt jede größere Stadt über ein entsprechendes Angebot an kulturellen Einrichtungen.

Vor allem in den Sommermonaten nimmt die litauische Lust an Schauspiel und Gesang im öffentlichen Leben einen übergeordneten Stellenwert ein. Mit einer nahezu unübersichtlichen Anzahl an kleinen und regionsübergreifend bekannten Festivals.

Inhaltlich bzw. thematisch grenzt sich litauische Kunst nicht selten deutlich von Werken aus anderen Ländern ab, was sicherlich auch mit der geschichtlichen Prägung dieser immer wieder unterjochten und teils hart umkämpften Ostseeregion zu tun hat.

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Erkennbare multikulturelle Einflüsse, Freiheitsdrang und thematische Toleranz werden von Kennern weltweit geschätzt.

Fast scheint es, als könne Litauen nachbetrachtend zumindest in kultureller Hinsicht Nutzen aus seiner nicht immer unproblematischen Historie ziehen.

Kunst in Litauen – Masse mit Klasse

Am Anfang soll eine Zahl stehen: Nicht weniger als 200 Kunstgalerien und vergleichbare Ausstellungsformen existieren in Litauen. Das Interesse an künstlerischen Darstellungen ist allgemein groß, nicht nur in der Hauptstadt und Kulturmetropole Vilnius.

Der international bekannteste litauische Maler ist Mikalojus Konstantinas Ciurlionis (1875-1911), dessen Werke sich stilistisch nur schwer zuordnen lassen. Häufig wählte er für seine Arbeiten Landschaftsmotive.

Auch suchte der überdies begnadete Komponist die bis dato einzigartige inhaltliche Verknüpfung von Malerei und Musik, indem er Bilder mit Beinamen wie „Sonate“ oder „Allegro“ versah. Sein Gesamtwerk umfasst rund 300 Gemälde.

Der Hang zum Extravaganten ist litauischen Künstlern bis heute nicht abhanden gekommen. Es ist die künstlerische Vielfalt, mit der hiesige Werke zu glänzen wissen – Malerei und Bildhauerei gleichermaßen betreffend.

Die Quintessenz lautet heute: Freie litauische Künstler treten anhand ihrer Werke ungezwungen und frei in Kontakt zur (Welt-)Öffentlichkeit.

Die Nationale Kunstgalerie in Vilnius mit ihrer zeitgenössischen litauischen Malerei, Fotografien und Skulpturen sowie die ebenfalls in Vilnius ansässige Bildergalerie (u. a. litauische Kunst vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert) gehören zu den wichtigsten Adressen des Landes.

Für die Freunde plastischer Kunst dürften vor allem der Europa-Skulpturenpark (bei Vilnius gelegen) mit seinen rund 100 Freiluft-Werken von Interesse sein. 1991 wurde er auf Initiative des Bildhauers Gintaras Karosas gegründet.

Äußerst unvollständige Liste litauischer Maler und Bildhauer von Weltrang

  • Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911) – Komponist und Maler, s. weitere Infos oben.

  • Stasys Eidrigevičius (Jahrgang 1949) – Grafiker, Maler und Lichtbildner. Der auf mehreren Gebieten aktive Künstler und entwirft Plakate, illustriert Bücher, malt Bilder, gestaltet Bühnenbilder, fotografiert, veranstaltet Performances. Er ist außerdem Mitarbeiter des polnischen Nachrichtenmagazins Polityka. Erhielt im Laufe seines Schaffens viele internationale Auszeichnugen.

  • Eduardas Jonušas (1932-2014) – Maler und Bildhauer. Seine großen Skulpturen haute er meist aus Eichenholz: „Das Material ist wie er, hat starken Charakter und die Eigenart einer unbeugsamen Knorrigkeit“. (Zitat aus: „Brücke Fehmarn – Nidden. In: Fantastische Bilder Eduardas Jonušas.“ von Uwe B. Meyer, Hrsg.: Ewald Hein. Melina Verlag, Ratingen 2002). Malerei: Seine Traumbilder erinnern an den litauischen Maler und Komponisten Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (s.o.). Diese malte Jonušas symbolistisch, mit Pastell oder Ölfarben. Seine Bilder haben immer eine Mittelachse, die für Symmetrie sorgt. Nach einem bewegten Leben mit Flucht, Wiederflucht und Gulag in Sibirien, fand er schließlich seine Heimat in Nida an der Kurischen Nehrung. – Helmut Schulzeck drehte 2004 einen Dokumentarfilm mit und über ihn, Originalfassung mit dt. over voice, Deutschland, 2004 (65 Min.) mit dem Titel „Jonusas – Himmel und Hölle sind mein“ (Link zu einem Ausschnitt).

  • Jehuda Pen (1854-1937) – Jüdisch-litauischer Maler und Lehrer, eine der wichtigsten Figuren der Jüdischen Renaissance in der weißrussischen Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

  • Gebrüder Algirdas (1917-1943) und Augustinas (1919-2012) Savickis – Der ältere der beiden Kunstmaler-Geschwister wurde Ghetto Kauen unter deutscher Besetzung ermordet. Der jüngere Bruder, Augustinas, war ebenfalls Maler, Kunstkritiker, Hochschullehrer und Autor.

  • Samuel Bak (1933) – Entstammt einer jüdisch-litauischen Familie aus Vilnius, Holocaustüberlebender, lebt seit 1949 in Tel Aviv. Ausstellungen u.a. in der „Carnegie International“ in Pittsburgh, im Tel Aviv Museum of Art, im Jüdischen Museum Frankfurt, im Bezalel-Museum und in Yad Vashem. 2017 Ehrenbürger von Vilnius.

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sh

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