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Reiseziele in Lettland

Sigulda – Kleinod der Livländischen Schweiz

Das hügelige, rotgelb-sandsteinfelsige Gebiet um Sigulda wird landläufig gerne als „Livländische Schweiz” bezeichnet. Und auch wenn die Höhendimension im eher flachen Lettland nicht annähernd mit den Bergmassiven der Schweizer Alpen zu vergleichen sind, hat der Vergleich doch etwas Wahres.

Sigulda Neues Schloss
Eines der Wahrzeichen der Stadt Sigulda: das Neue Schloss. (Foto: P. A. Leclercq, CC BY-SA 4.0)
Wenn Schnee in Lettland liegt, dann nämlich hier, weshalb sich Sigulda damit rühmen kann, Wintersportort zu sein.

Passend dazu gibt es eine olympiataugliche Bobbahn, die auch im Sommer eine echte Attraktion ist. Für 10 Euro pro Person kann die wilde Fahrt starten.

Sigulda liegt knapp 50 Kilometer östlich von Riga in der Region Vidzeme. Und zwar am Rand eines steilen, dicht bewaldeten Teils des Gauja-Tals, das alleine schon einen Besuch wert wäre.

Zudem ist die Stadt von einer Reihe mittelalterlicher Burgen umgeben, hinzu kommen sehenswerte Höhlen. Kurzum: Das Umfeld Siguldas könnte aus touristischer Sicht kaum besser sein.

Seilbahn-Impressionen und Höhlen satt

Reisebericht Sigulda Seilbahn
In luftiger Höhe über das Talder Gauja: die Seilbahn von Sigulda.
(Foto: A. Dzenovskis, CC BY-SA 3.0)
Rund um Sigulda gibt es im Gauja-Nationalpark eine Reihe von Höhlen. Unbedingt sehenswert ist dabei die Gutmann-Höhle, die sich etwa 2 Kilometer nördlich der Stadt befindet.

Sie ist verziert mit Wandmalereien und Inschriften, von denen einige aus dem 17. Jahrhundert stammen sollen. Zugleich ist sie mit einer Tiefe von etwa 20 Metern und einer Breite von knapp 12 Metern die größte Höhle im Baltikum – und damit auch dessen älteste Touristenattraktion.

Eine der umliegenden Burgen heißt Krimulda, die zwischen 1255 und 1273 erbaut wurde. Heute ist sie zwar eine Ruine, hat aber im gleichnamigen Schloss einen sehr sehenswerten Nachbarn.

Das Gebäude selbst ist eine Pracht, hinzu kommt das Außengelände mit alten Gemäuern und schönen Parkanlagen hoch oben über dem Gauja-Tal. Wer das Ganze mal näher bzw. über Nacht erleben will, kann sich gerne ins Schlosshotel/-hostel einbuchen. Essgelegenheiten für einen Tagesausflug gibt es in dem Komplex ebenfalls.

Zu erreichen ist Krimulda ab Sigulda natürlich ganz normal über befestigte Wege, aber das soll an dieser Stelle nicht näher erörtert werden.

Wir wenden uns nämlich einer weiteren Attraktion zu, der städtischen Seilbahn, die das Zentrum mit dem Krimulda-Burgkomplex verbindet – und zwar über das Gauja-Tal hinweg.

Abfahrt ist etwa alle 15 Minuten, garantiert ist ein sensationeller Blick über das Tal und die Region. Ein Knaller!

sigulda hoehle
Die Region um Sigulda: bekannt auch für ihre spektakulären Höhlen. (Foto: snichiporenko)

Burg Turaida

Mit Burg Turaida (Treyden) wartet ein paar Kilometer nördlich bereits das nächste mittelalterliche Spektakel. Im Grunde sogar DAS mittelalterliche Spektakel Lettlands.

Das alte Gemäuer reicht geschichtlich auf das frühe 13. Jahrhundert zurück, fiel im 18. Jahrhundert jedoch einem verheerenden Brand zum Opfer.

Das hoch über dem Gauja-Tal thronende Gemäuer wurde glücklicherweise schon ab Mitte des 20. Jahrhunderts pfleglich und mit viel Liebe zum Detail neu errichtet, was Turaida heute zu einem der meistbesuchten Orte Lettlands macht.

Der Burgkomplex bietet seinen Besuchern nicht nur tolle Blicke über das Gauja-Tal, sondern lässt einen in gewisser Weise auch teilhaben am mittelalterlichen Leben.

Turaida Burg
Burg Turaida vom Turm aus gesehen. (Foto: DaTroll, CC BY-SA 1.0)
Im Grunde ist Turaida ein riesiges Museum, das tiefe Einblicke in die Ursprünge der lettischen Kultur gewährt. Neben der Burg gehören ein Skulpturenpark und rekonstruierte Bauernhäuser dem Areal an.

Auch Sigulda selbst kann sich sehen lassen

Damit nicht der Eindruck entsteht, Sigulda sei lediglich der Ausgangspunkt für tagesfüllende Ausflüge in den Gauja-Nationalpark und seine natürlichen/baulichen Reize, reicht ein Blick auf zwei besonders prägende Bauten der Stadt: die alte Ordensburg und das davor gelegene Schloss mitsamt Park.

Die Ordensburg geht auf das Jahr 1207 zurück. Das Jahr also, ab dem das Gauja-Tal sozusagen die Grenze zwischen den Einflussbereichen des Schwertbrüderordens und des Bischofs von Riga markieren sollte.

Zuvor hatte es in der Region lange und blutige Kämpfe mit den alt eingesessenen Liven gegeben.

Daher auch der Burgenreichtum rund um Sigulda. Heute existiert die Ordensburg noch als wirklich sehenswerte Ruine, die besichtigt werden kann.

Dem Ganzen vorgelagert ist das spektakuläre Neue Schloss, das Ende des 19. Jahrhundert mit viel Aufwand im neugotischen Stil errichtet worden war.

Inzwischen wurde der gesamte Schlossbereich umfassend restauriert. Dazu gehören mehrere Bauten, aber auch der schöne Park, in den es an schönen Tagen viele Einheimische und Touristen zieht.

Generell gibt es in Sigulda viel Raum für Grünes, denn das Stadtbild ist auch abseits der Attraktionen zumeist aufgelockert durch Wiesen oder Bäume am Straßenrand. Bloß keinen Bogen um Sigulda machen, wenn man mal in der Nähe ist.

Weiterführende Informationen zu Sigulda:

sh

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