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Von Neuem im alten Glanz

Architektur Rigas: Sehenswertestes Jugendstilensemble der Welt

Im Zentrum Rigas lassen sich in großer Zahl Beispiele für alle architektonischen Stilrichtungen finden, die speziell für das Baltikum, aber auch für den gesamten nordeuropäischen Raum von hoher Bedeutung sind. Dies betrifft im Speziellen Gotik, Romanik, den Jugendstil sowie die traditionelle lettische Holzhausarchitektur.

Lettische Nationalbibliothek Riga
Die Lettische Nationalbibliothek in Riga. Im Jahre 2008 begann der Neubau nach einem Entwurf des 1925 in Riga geborenen US-amerikanischen Architekten Gunnar Birkerts.
Am 29. August 2014 eröffnet.
Überregional bekannt ist Riga für seinen üppigen Bestand an Villen bzw. Wohnhäusern im Jugendstil. Sie entstanden im Zuge detailliert geplanter und umgesetzter Erweiterungen des Stadtkerns ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als die mittelalterlichen Befestigungsanlagen des historischen Zentrums dem so genannten Boulevard-Ring weichen mussten. Es entstand die Neustadt. Zusammen mit der Altstadt bilden die beiden Stadtbezirke das Zentrum Rigas (Centrs rajons), beide Bezirke sind seit 1997 UNESCO-Welterbe.

Der prächtige Jugendstil

Jugendstil Riga Hausfassade Jugendstil Jugenstilfassade Riga

Nirgendwo sind ähnlich viele Gebäude aus der Jugendstil-Epoche erhalten geblieben. Die Neustadt von Riga gilt gemeinsam mit entsprechenden Stadtteilen in Wien, Sankt Petersburg, Antwerpen, Prag und Barcelona als sehenswertestes Jugendstilensemble der Welt.

Die Fassaden sind in der Regel mit viel Liebe zum Detail verziert. Blumenornamente, Skulpturen und andere Verzierungen machen den besonderen Reiz dieser Stilrichtung aus. Die prächtigsten Vertreter der in Riga gut und gerne 1.000 Gebäude zählenden Jugendstil-Substanz finden sich in und um die Alberta iela, ein Stück nördlich der Altstadt.

Zwar konnte der Zahn der Zeit an einigen Fassaden offenbar recht erfolgreich nagen, es wurde jedoch mit Hochdruck an der Restauration der wunderschönen Bauten gearbeitet, so dass bald alle Schäden behoben wurden. Die Neustadt erstrahlt von Neuem im alten Glanz.

Traditionelle Holzbauweise

Holzarchitektur Riga
Jenseits der Daugava.
In Pardaugava, dem weit weniger pompösen Teil Rigas jenseits des Flusses (der lettische Name des mehrere Stadtteile umfassenden Areals bedeutet buchstäblich „jenseits der Daugava“), finden sich zahlreiche Beispiele für die traditionelle lettische Holzbauweise. Nicht architektonischer Glanz, sondern vielmehr Charme macht den besonderen Reiz der ehemaligen Arbeitersiedlungen links der Daugava aus. Pardaugava macht 39 Prozent von Rigas Fläche aus.

Im Grunde überwiegt zweistöckige Schlichtheit, doch es gibt ebenso Beispiele für architektonische Kreuzungen zwischen hölzerner Tradition und Stilepochen wie beispielsweise dem Neoklassizismus. Die Holzarchitektur ist eine Sehenswürdigkeit mit eigenem Charakter, außer im Baltikum kann man sie vielleicht noch in einigen Gegenden Skandinaviens und Finnlands antreffen.

Architektonische Wucht der Altstadt

Schwarzhäupterhaus Altstadt Riga Schwedentor Riga Altstadt Riga

Gotische und romanische Elemente lassen sich natürlich auch in Riga der Altstadt zuordnen, häufig in Verbindung mit Backstein. So zu sehen am Dom (anno 1211 legte Bischof Albert von Buxthoeven der Grundstein), der Petri-Kirche (1209), dem Schwarzhäupterhaus (1334) sowie dem Rigaer Schloss (Rīgas pils), dem heutigen Amtssitz des Staatspräsidenten, der ab 1330 als Festung des Schwertbrüderordens errichtet wurde.

Alles in allem besticht die Stadt durch ihre Vielfalt, die sich in Riga als architektonischer Nachweis der Jahrhunderte in geballten Portionen über das gesamte Zentrum erstreckt. Hier ist zweifelsfrei für jeden Geschmack etwas dabei.

sh

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