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Von Moskau nach Leipzig über Finnland

Russland provoziert Finnland: Frachtflugzeug nimmt unerklärlichen Umweg

Ein großes russisches Frachtflugzeug nahm am Samstagabend eine lange, unerwartete und nicht zu erklärende Route über Mittel- und Südfinnland und überflog dabei das Hauptquartier der finnischen Luftwaffe und eine militärische Geheimdiensteinheit.

Flugroute über Finnland russisches Flugzeug
Die Flugroute, die das russische Flugzeug von Moskau nach Leipzig genommen hat.
(Quelle: Flightradar24)
Wie das Nachrichtenportal Yle Uutuset berichtet, gaben Militär- und Sicherheitsexperten an, der Grund für den Umweg des Fluges könnte entweder ein Protest Russlands oder eine nachrichtendienstliche Mission gewesen sein, da die politischen Spannungen in der Ostseeregion weiter eskalieren.

Das Frachtflugzeug startete am Samstagabend gegen 19.26 Uhr finnischer Zeit in Moskau und flog in Richtung der Stadt Murmansk im Nordwesten Russlands. Das Flugzeug drehte jedoch über dem Weißen Meer, einem südlichen Meeresarm der Barentssee, etwa auf dem Breitengrad der Stadt Oulu ab und flog stattdessen in Richtung der Leipzig in Deutschland.

Die Route des Flugzeugs führte über Finnland: von Suomussalmi im Osten nach Turku im Südwesten, vorbei an Tikkakoski in der Nähe der Stadt Jyväskylä, wo sich das Hauptquartier der finnischen Luftwaffe und ein Teil des Nachrichtendienstes der finnischen Verteidigungsstreitkräfte befinden. Das Frachtflugzeug flog auch in der Nähe des Militärflughafens Halli in Jämsä, Mittelfinnland, vorbei.

Die Route und die Flugdaten des Flugzeugs werden auf Flightradar24, einem weltweiten Online-Flugverfolgungsdienst, angezeigt. Das zivile Flugzeug war für die Strecke zugelassen und flog in normaler Reiseflughöhe, d. h. in einer Höhe von etwa 8.500 Metern über Finnland.

Ein von Yle befragter Sicherheitsexperte konnte sich keine konventionelle Erklärung für die überraschende Änderung der Flugroute vorstellen.

„Ich kann mir keine vorstellen. Es war eine so außergewöhnliche Route“, sagte der Sicherheitsexperte.

Ein anderer von Yle befragter Militärexperte blies in dasselbe Horn.

„Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass hier die Reaktion der finnischen Behörden auf eine Notsituation getestet wurde, da eine Route mit sensiblen Zielen benutzt wurde“, sagte der Experte.

Der Sicherheitsexperte wies auch darauf hin, dass es sich bei dem Flugzeug um ein gewöhnliches Frachtflugzeug ohne Antennen oder Sensoren gehandelt habe, die normalerweise bei Aufklärungsflugzeugen zu finden sind.

Flüge von Moskau nach Leipzig verlaufen normalerweise südlich des Baltikums.

Nach Ansicht des Sicherheitsexperten kann die Umleitung des Fluges als Teil der verschiedenen Aktionen Russlands im Zusammenhang mit der angespannten politischen Lage in Europa und insbesondere in der Ukraine betrachtet werden.

„Die Situation ist so, dass [Russland] versucht sein könnte, Verwirrung zu stiften“, sagte der Spezialist.

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ap

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