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TV-Serien aus dem hohen Norden

7 norwegische Serien zum Suchten

Man kann Norwegen auf verschiedene Weisen entdecken, heute versuchen wir es durch norwegische TV-Serien. Das kleine nordische Land hat erstaunlich viele internationale Fernseh-Hits hervorgebracht, von denen wir einige vorstellen möchten.

1. Norsemen/Vikingane

Norsemen Comedy-Serie
Orm, dargestellt von Kåre Conradi, im Dialog mit seinem Kreativdirektor und Sklaven Rufus, gespielt von Trond Fausa. (© Viafilm / NRK)
Keine Liste erfolgreicher TV-Produktionen aus Norwegen kommt ohne Norsemen aus. Bei unserer Lieblingsserie trifft, humoristisch betrachtet, „Das Leben des Brian“ auf „Game of Thrones“. Die Serie ist blutrünstig und lustig zugleich.

Die Produzenten Jon Iver Helgaker und Jonas Torgersen nehmen die Episoden parallel in norwegischer und englischer Sprache auf. Inszeniert wird sie in diversen Wikinger-Freilichtmuseen Norwegens, die Geschichte spielt um das Jahr 790.

„Die Norse-Wikinger sehen ganz und gar so aus wie wir uns dieses Volk vorstellen, sie benehmen sich streckenweise auch der Erwartung entsprechend, jedoch verliehen Jon Iver Helgaker und Jonas Torgersen den Norsemännern eine gewisse Kultiviertheit und Attitüde aus dem 21. Jahrhundert“, woraus das Komische erwachse, schrieb unsere Filmkritikerin Nicola Kelly einmal über ihre Lieblingsserie.

In Deutschland zu sehen sind die bislang drei Staffeln der Serie bei Netflix.

2. Skam

Die Fernsehserie Skam erzählt den Alltag von Jugendlichen an der weiterführenden Schule Hartvig Nissens skole in Oslo. Jede der vier Staffeln handelt von einer anderen Hauptfigur (Eva, Noora, Isak und Sana). Die Serie ist so populär, dass in Oslo sogar geführte Skam-Touren angeboten werden.

Die erste Episode der Serie war in der NRK-Mediathek eine der meistgesehenen Serienepisoden aller Zeiten, die Hälfte des gesamten Mediathek-Traffics ging auf den Stream der Episode zurück. Ihr Erfolg führte dazu, dass gleich acht Länder eigene Remakes der Serie gemachten haben. Das deutsche Remake erschien als Webserie unter dem Titel Druck und spielt am Barnim-Gymnasium in Berlin.

In der deutschen Version hat die Serie bislang sechs Staffeln. Der YouTube-Kanal der Serie, wo sie u.a. veröffentlicht wurde, verzeichnet seit der Erstausstrahlung rund 80 Millionen Aufrufe.

Trailer der norwegischen Originalserie:

3. Beforeigners

Ein Sci-fi-Krimi-Zeitreiseflüchtlings-Drama, in dem ebenfalls Wikinger vorkommen. Beim jährlichen Seriencamp, einem internationalen Festival für Serien und TV-Kultur in München, gewann Beforeigners den Audience Choice Award, also den Publikumspreis.

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Die sechsteilige Produktion ist die erste norwegischsprachige Serie, die von HBO Europe gemacht wurde.

Die Serie spielt im heutigen Oslo, wo in der Bucht von Bjørvika plötzlich ungewöhnliche Lichtblitze gesichtet werden. Menschen aus längst vergangenen Epochen – Steinzeit, Wikingerzeit und dem 19. Jahrhundert – tauchen auf. Als eine Frau mit steinzeitlich anmutenden Tattoos ermordet aufgefunden wird, erhält der Polizist Lars Haaland den Fall. Ihm wird die noch in der Ausbildung befindliche Alfhildr Enginnsdottir an die Seite gestellt: Sie entstammt eigentlich dem 11. Jahrhundert und hatte dort ein Leben als Schildmaid geführt.

Vierdimensionale Konflikte sind also vorprogrammiert. In Deutschland wird die Serie noch von keinem Fernsehsender oder Streamingdienst angeboten. Aber es lohnt sich, die Augen offen zu halten, lange wird man auf den Genuss der Serie auch hierzulande nicht mehr verzichten müssen.

4. Weihnachten zu Hause/Hjem til jul

Weihnachten zu Hause passt hervorragend in die klassische Kategorie einer romantischen Tragikomödie.

Die dreißigjährige Johanne ist Krankenschwester. Beim Besuch ihrer Familie am ersten Adventssonntag lügt sie ihre Eltern und Verwandten an, dass sie einen Partner habe. Natürlich soll sie ihren Freund zum Weihnachtsessen mitbringen. Es beginnt die mehr oder weniger romantische Suche nach einem Partner, schließlich hat es noch ein paar Tage Zeit bis Weihnachten.

Zu sehen ist die für Netflix produzierte Serie ebenda.

5. State of Happiness/Lykkeland

1969. Vor der Küste der bislang eher unbedeutenden Stadt Stavanger, wird das erste Ölfeld des Norwegens entdeckt. Es folgt ein beispielloser wirtschaftlicher Aufstieg, der nicht nur der ehemaligen Fischersiedlung, sondern dem Land insgesamt zu enormen Wohlstand verhilft. Die Geschichte folgt vier jungen Leuten in Stavanger in dieser sozial, wirtschaftlich und politisch enorm wichtigen Zeit bis zur Gründung des internationalen Energiekonzerns Statoil im Jahr 1972.

State of Happiness ist eine TV-Dramaserie, die die Geschichte von westlichem Wohlstand, einer sich verändernden Nation, einer Stadt in Goldgräberstimmung und vier jungen Menschen erzählt, die in einen Wirbelwind von Möglichkeiten geworfen werden.

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Zu sehen beim Nischen-Streaming-Dienst Topic.com.

6. Ragnarök

Ragnarök ist eigentlich eine dänische Produktion, eine Fantasy-Fernsehserie, die in der fiktiven norwegischen Kleinstadt Edda spielt. Auch die Originalsprache der Serie ist Norwegisch. Darum schreiben wir sie guten Gewissens zu einem Gutteil Norwegen zu.

Magne zieht mit seinem Bruder und seiner Mutter in die oben genannte Stadt in Norwegen, um dort ein neues Leben anzufangen. Als der gutmütige Schüler Magne einem Rollstuhlfahrer hilft, kommt eine ältere Frau auf ihn zu und streicht ihm über die Stirn. Von da an entwickelt er ungeahnte körperliche Kräfte. Auch seine Kurzsichtigkeit verschwindet.

In der Serie trifft Mythologie auf Highschool-Drama. – Zu sehen bei Netflix. Im März 2020 gab Netflix die zweite Staffel in Auftrag.

7. Lilyhammer

Die erste eigene Netflix-Produktion überhaupt war die norwegisch-amerikanische Krimiserie Lilyhammer.

Die Geschichte fängt damit an: Frank „The Fixer“ Tagliano, ein Mitglied der New Yorker Mafia, kommt in ein Zeugenschutzprogramm, damit er in einem Prozess gegen seinen einstigen Boss aussagt. Er entscheidet sich zu einer Umsiedlung nach Lillehammer in Norwegen, den Austragungsort der Olympischen Winterspiele von 1994. Seit er damals Bilder von den Spielen im Fernsehen gesehen hat, ist er von der Kleinstadt fasziniert. Seine neue Identität ist die des norwegisch-amerikanischen Einwanderers Giovanni Henriksen.

Man ahnt, es handelt sich hierbei um eine Tragikomödie, oder auf Neuhochdeutsch Dramödie. Lilyhammer, eine Produktion der Jahre 2012-2014 wird inzwischen in über 130 Ländern der Welt gezeigt.

Momentan haben die beiden TV-Sender ORF eins und Arte die Ausstrahlungsrechte an der Serie. In Deutschland ist sie aber auch bei Amazon Prime in Verbindung mit einem Arthouse CNMA-Abo verfügbar.

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ap

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