Facebooktwitterpinterestrssinstagram

Schnelles Aus für Verbrenner?

Norwegen: Volkswagen liefert ab Januar 2024 nur noch vollelektrische Autos

Der norwegische Volkswagen-Importeur Møller Mobility Group wird ab 2024 keine Verbrenner und Plug-in-Hybride mehr zum Verkauf anbieten. Das teilte Geschäftsführer Ulf Tore Hekneby Ende letzter Woche auf einer Veranstaltung mit.

ID.4 VW Norwegen
Klarer Spitzenreiter in Norwegen ist 2022 bislang der ID.4 mit über 5.400 registrierten Verkäufen. (Foto: Volkswagen AG)
Damit setzt VW in Norwegen bereits zwei Jahre vor dem gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufs-Aus für Benziner und Diesel voll auf E-Antrieb. Was das für den dortigen Markt potenziell bedeutet, lässt sich allein daran ablesen, dass VW schon seit Jahren die meistverkaufte Automarke des Landes ist.

Zudem ist Norwegen europaweit führend bei der Neuzulassung vollelektrischer Fahrzeuge. Der Anteil am Gesamtmarkt liegt aktuell bereits bei fast 20 Prozent. Insofern wundert es nicht, dass Norwegen in Wolfsburg auch für den nächsten ambitionierten Schritt in der Elektromobilität auserkoren wurde.

Dennoch sieht Hekneby laut Postsen.com bei den Zielsetzungen über Anfang 2026 hinaus noch viel Luft nach oben: „Wir haben erst ein kleines Stück gemeistert, in Norwegen gibt es immer noch einen riesigen Teil der Pkw-Flotte, der nicht emissionsfrei ist“, sagte er letzte Woche.

Stein des Anstoßes ist ganz klar die in Norwegen für den 1. Januar 2023 beschlossene Erhebung einer Mehrwertsteuer auf E-Automobile. Laut Hekneby der Hauptgrund dafür, dass sich sein Land auf dem Weg in die Voll-Elektrisierung des Straßenverkehrs um Jahre zurückentwickeln dürfte.

Statt 2036, wie bislang immer prognostiziert, werde Norwegen durch den Wegfall des wichtigen Kaufanreizes wohl erst um das Jahr 2042 plus-minus 50 Prozent E-Mobile auf seinen Straßen haben, schätzt Hekneby.

„Wir halten es nicht für realistisch, mit der Entscheidung für die Mehrwertsteuer irgendetwas zu erreichen. Aber wir respektieren das“, versucht der Experte auch gar nicht erst, seine Abneigung gegen die Besteuerung zu verbergen.

Ob aus tiefer ökologischer Überzeugung, sei mal dahingestellt. Jedenfalls will man bei der Møller Mobility Group weiter an dem Teilziel festhalten bzw. seinen Teil dazu beitragen, dass Norwegen zumindest schon bis 2040 über die 50-Prozent-Marke gehen kann.

„Wir müssen die Politik, die Interessenverbände und die gesamte Autoindustrie mit ins Boot holen. Nur dann haben wir eine Chance, es zu erreichen“, so Hekneby. In diesem Jahr haben in Norwegen bislang 6.900 der 8.500 neu zugelassenen Pkw von Volkswagen einen vollelektrischen Antrieb.

Klarer Spitzenreiter ist 2022 bislang der ID.4 mit über 5.400 registrierten Verkäufen. Doch VW ist bei weitem nicht die einzige Marke, die in Norwegen einen hohen Verkaufsanteil an Elektroautos hat.

Konzernschwester Audi kommt in diesem Jahr bislang auf 97 Prozent, Hyundai und Nissan auf über 90 Prozent. Bei VW liegt der Anteil hingegen „nur“ bei knapp 81 Prozent.

Unser Geographie-Quiz: Norwegen und seine Landschaft

Sie wollen diesen Beitrag teilen?

Facebooktwitterredditpinterestmail
guest

0 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen