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Inflation in den letzten zwölf Monaten bei 6,8 Prozent

Norwegen: „Ein historisch hoher Preisanstieg bei Nahrungsmitteln“

Der norwegische Verbraucherpreisindex, der die Inflation misst, ist zwischen dem vergangenen Monat und Juli 2021 um 6,8 Prozent gestiegen, wie aus den jüngsten Zahlen des norwegischen Statistikamtes (SSB) hervorgeht.

Inflation Norwegen
Ein historisch hoher Preisanstieg bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken im Juli war einer der Treiber für die Inflation in Norwegen. (Foto: depositphotos.com)
Starke Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Kraftstoffen trieben die Inflationsrate in die Höhe.

Von Juni bis Juli stiegen die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke um 7,6 Prozent. Einen höheren Anstieg hat es in Norwegen seit 1988 nicht mehr gegeben.

„Ein historisch hoher Preisanstieg bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken im Juli war der wichtigste Grund für den Anstieg des Verbraucherpreisindex (VPI) im Juli. Wir haben noch nie zuvor einen ähnlichen Preisanstieg für Lebensmittel von einem Monat zum anderen im VPI gemessen“, sagte Espen Kristiansen von SSB zu den Zahlen.

Die Energiepreise halten den VPI hoch

Von Juni auf Juli sanken die Strompreise inklusive Netzmiete um 1,1 Prozent, lagen im Juli 2022 aber immer noch um 18 Prozent höher als im Juli 2021.

In den letzten zwölf Monaten stiegen die Preise für Kraft- und Schmierstoffe um 47,4 Prozent. Von Juni auf Juli stiegen die Dieselpreise um 0,9 Prozent, während die Benzinpreise um 4,1 Prozent fielen.

„Trotz eines gewissen Rückgangs im letzten Monat ist das Niveau der Energiepreise immer noch hoch und hat dazu beigetragen, dass das Zwölfmonatswachstum des VPI im Juli ebenso hoch war, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie im Vormonat“, sagt Espe Kristiansen.

Der VPI ohne die Energiepreise zeigte eine zwölfmonatige Veränderung von 4,7 Prozent von Juli 2021 bis Juli 2022. Die Differenz zwischen dem VPI und dem VPI ohne Energie zeigt, dass die Energiegüter den Verbraucherpreisindex im vergangenen Jahr um 2,1 Prozentpunkte wachsen ließen.

Preissteigerung bei den meisten Waren und Dienstleistungen

Hinter dem starken Anstieg des VPI in den letzten zwölf Monaten verbergen sich auch Preissteigerungen auf fast allen Warensegmenten und Dienstleistungen. Abgesehen von Nahrungsmitteln und Energiegütern trugen vor allem die Preissteigerungen bei Möbeln und Restaurantdienstleistungen dazu bei, dass die Inflation um 6,8 Prozent höher war als ein Jahr zuvor.

„Wir registrieren, dass es Steigerungen auf breiter Front gibt, der den VPI in den letzten zwölf Monaten charakterisiert. Es gibt sehr wenige Waren und Dienstleistungen, die nicht im Preis steigen“, so Espen Kristiansen.

Unter den relativ wenigen Produktgruppen, die seit Juli letzten Jahres im Preis gefallen sind, finden wir Bekleidung, Telekommunikationsgeräte, audiovisuelle Geräte und IT-Geräte.

Die Wirkung der Stromsubvention auf den VPI

Um die Auswirkungen der Stromsubventionsregelung auf die Inflation aufzuzeigen, hat das Statistische Amt Norwegens einen VPI festgestellt, bei dem die Stromsubvention herausgerechnet wurde, sodass der Strompreis sich am Marktpreis orientiert und die Netzmiete auf dem gleichen Niveau wie vor der Subventionsregelung liegt. Alle anderen Parameter sind gleich geblieben.

Die Differenz zwischen dem offiziellen VPI und dem hypothetischen Index ohne Stromförderung ist also die dämpfende Wirkung der Stromförderung auf die Preisinflation.

Ohne die staatliche Stromförderung hätte die Zwölfmonatsänderung für den VPI-Gesamtwert im Juli 8,9 Prozent betragen. Daraus ergibt siche eine dämpfende Wirkung auf die Inflation, die im Zwölfmonatsverlauf bei 2,1 Prozentpunkten liegt, so das Statistische Amt.

Damit lässt sich aufzeigen, dass die staatlichen Fördermaßnahmen eine bremsende Wirkung auf die Inflation in Norwegen gehabt haben.

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