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„2020 brachte ernsthafte Wende“

Tourismus in Estland: Vor Corona lief es glänzend – nun der Rückfall in die späten 90er

Nach Angaben von Statistics Estonia hat sich das Touristenaufkommen in Estland von 1992 bis 2019 mehr als verzehnfacht – von ursprünglich 120.000 einheimischen und 190.000 ausländischen Touristen auf zuletzt 1,54 Millionen estnische und 2,25 Millionen internationale Gäste.

Ratsapotheke Tallinn
Die Ratsapotheke in Tallinn, estn. Raeapteek, ist eine der ältesten Apotheken Europas, die heute noch in Betrieb sind. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts werden dort Arzneien verkauft. Die geschichtsträchtigen Straßen der Tallinner Altstadt sind heute merkwürdig leer.
(Foto: Judith Prins)
Noch bemerkenswerter fiel in diesem Zeitraum die Entwicklung bei den Beherbergungsbetrieben aus. Ihre Zahl stieg nämlich von gerade einmal 69 auf 1.424. Als wegweisend für diese Entwicklung sehen Analysten des Statistikamtes heute den Beitritt Estlands zur Europäischen Union im Jahr 2004 an.

„In diesem Jahr übernachteten 30 Prozent mehr ausländische Touristen in estnischen Beherbergungsbetrieben als im Jahr davor. Und auch die Zahl der Beherbergungsbetriebe selbst stieg danach nochmals deutlich“, heißt es in einer aktuellen Meldung.

Eine erste kleine Delle brachte dann das Jahr 2009, in dem die Welt mit einer tiefen Wirtschaftskrise zu kämpfen hatte. Die Zahl der Touristen sei in der Folge um etwa 10 Prozent gesunken, so die Analysten.

Doch das ist nichts im Vergleich zum „Ausnahmejahr“ 2020, dem Corona-Jahr Nummer 1. „Es hat der estnischen Tourismusindustrie eine ernsthafte Wende beschert“, zitiert die Baltic Times den Statistikbericht.

Man sei nun bei der Zahl der internationalen Touristen wieder auf dem Niveau von 1999 angelangt. Und auch die Zahl der inländischen Touristen habe in den Beherbergungsbetrieben deutlich unter den Vergleichswerten der jüngeren Vergangenheit gelegen.

Wohin man auch schaut: Die Pandemie hat tiefe Spuren hinterlassen. Auch der estnische Tourismussektor wird nach Jahren des steilen Aufstiegs vermutlich noch eine ganze Weile brauchen, um wieder in ähnliche Dimensionen wie noch 2019 vorzustoßen.

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ap

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