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Aus der Rubrik „Natur erobert Städte zurück“

Umherziehende Bären in Tallinn

Die estnische Polizei warnt vor umherstreifenden Bären in der estnischen Hauptstadt Tallinn.

Bär Alutaguse
Europäischer Braunbär in Alutaguse. (Foto: John Boyle, CC BY-NC 2.0)
Nach Angaben der estnischen Polizei wurden Bären auf Gesundheitspfaden im Tallinner Stadtteil Haabersti in der Nähe des estnischen Freilichtmuseums in Rocca al Mare gesichtet.

Die Polizei teilte am Morgen des 14. Mai mit, schreibt das Nachrichtenportal Estonian World, dass deshalb die Umgebung der Gesundheitspfade derzeit gesperrt ist und die Polizei und Rettungskräfte sowie Jäger in dem Gebiet patrouillieren.

Eine Sprecherin des Estnischen Rettungsdienstes sagte gegenüber Estonian World, dass bisher eine Bärenmutter und ihr Junges gesichtet wurden. Sie riet den Menschen in der Gegend, zu Hause zu bleiben, Türen und Fenster zu schließen und Kontakt mit den Bären um jeden Preis zu vermeiden.

Die Polizei und Rettungsdienste haben die Menschen gebeten, sofort unter der Nummer 112 anzurufen, wenn sie die Bären sähen.

Estland hat die höchste Braunbär-Populationsdichte in Europa, ungefähr 700 Braunbären leben in dem Land.

Haabersti ist einer der acht Verwaltungsbezirke von Tallinn. Einige Gebiete des Bezirks – wie Rocca al Mare und Kakumäe – sind teilweise bewaldet. Dennoch sei die Sichtung von Bären in Tallinn außergewöhnlich selten, schreibt Estonian World.

Der Tallinner Zoo befindet sich ebenfalls im Bezirk Haabersti, nahe Rocca al Mare. Dort sind Bären allerdings durchaus nicht so selten zu beobachten.

Angesichts des massiven Rückgangs der menschlichen Aktivitäten in Folge der Coronavirus-Pandemie wagen sich die Wildtiere immer mehr in die Städte. Vögel zwitschern zwischen den Häuserreihen, Füchse spazieren durch die Städte … Die ARD berichtete vergangenen Monat von Schakalen, die sich im Stadtpark von Tel Aviv tummeln, in Santigo de Chile lief sogar ein Puma durch die Straßen.

In vielen Städten ist jetzt lautes Vogelgezwitscher zu hören, und zwar von Arten, die normalerweise schweigen, wenn es um sie herum lärmt. Auch der zurückgegangene Autoverkehr sorgt für mehr Nachwuchs bei manchen Tierarten: Erdkröten und Salamander, die normalerweise die Straßen überqueren und dabei regelmäßig überfahren werden, überleben häufiger.

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ap

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