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Künstler bekennt sich zur Aktion

Narva: Graffiti mit feindseligen Worten des getöteten russischen Kriegsbloggers Wladlen Tatarski aufgetaucht

Ein Graffiti, das die feindseligen Worte des in St. Petersburg getöteten russischen Kriegsbloggers Wladlen Tatarski zitiert, ist an einer Mauer in der Nähe des ehemaligen Standortes des Panzer-Denkmals in Narva aufgetaucht. Mutmaßlicher Täter übernimmt Verantwortung.

Graffitti Narva
Der ehemalige Standort des Panzerdenkmals in Narva am Freitagmorgen.
(Foto: Vovan Kastan / privat)
Das Graffiti wurde in den frühen Morgenstunden des Freitags entdeckt, so die Polizei. Die Bürgermeisterin von Narva, Katri Raik, gab nach 16 Uhr in den sozialen Medien bekannt, dass das Graffiti entfernt worden sei.

Der in russischer Sprache vefasste Text lautet übersetzt: „Wir werden jeden besiegen, wir werden jeden töten, wir werden jeden entführen, den wir brauchen. Alles wird so sein, wie wir es wollen“.

In einem Video, das bei einem Empfang im Kreml im vergangenen September aufgenommen wurde, drohte Tatarski ukrainischen Anhängern mit denselben Worten.

Der Polizeichef von Narva, Indrek Püvi, erklärte gegenüber ERR, dass Botschaften, die sich gegen die Unabhängigkeit Estlands richten, in einem freien Land keinen Platz haben.

„Genauso wie es verboten ist, einen Krieg durch Reden oder Symbole zu unterstützen oder zu rechtfertigen, und die Polizei wird darauf reagieren“, sagte er.

Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet.

Inzwischen hat sich der mutmaßliche Täter zu erkennen gegeben.

Die Polizei- und Grenzschutzbehörde (PPA) hat mitgeteilt, dass sie mit einem Mann Kontakt aufgenommen habe, der in den sozialen Medien behauptete, der Verfasser der aggressiven russischsprachigen Losung zu sein.

„Der Polizei ist der Beitrag bekannt und wir stehen derzeit in Kontakt mit dem Verfasser des Beitrags“, erklärte Indrek Püvi am Montag über einen Sprecher gegenüber ERR.

„Die genauen Umstände werden derzeit ermittelt“, fügte Püvi hinzu.

Am heutigen Montag veröffentlichte der Aktivist und Künstler Vovan Kaštan einen Beitrag auf Facebook, in dem er behauptete, er habe eine Hassparole an die Wand geschrieben. Er versprach außerdem, die Verantwortung für seine Tat zu übernehmen. Kaštans Beitrag kann auf mehrere Arten interpretiert werden.

Obgleich der Kriegstreiber Tatarski seine Worte in vollem Ernst ausgesprochen hat, scheint Kaštan dieselben Worte gegen Russland bzw. gegen Wladimir Putin zu richten.

Sein Pamphlet, das Kaštan veröffentlicht hat, fängt auf folgende Weise an:

„Ich, Wladimir Wladimirowitsch, ehemaliger Präsident der Russischen Föderation, entschuldige mich bei allen und bekunde meine Bereitschaft, vor Gericht zu gehen, um Verantwortung für meine destruktiven Handlungen zu übernehmen.

Ich bin der Autor einer unprovozierten Aggression gegen Zivilisten in Estland.

Ich, der Aufwiegler internationaler Feindschaft, trug zum weit verbreiteten Wachstum der Russophobie bei.“

Und er schließt mit den Worten:

„Liebe Narvitianer!

Herzlichen Glückwunsch zu diesem strahlenden Feiertag! Ihr seid wunderschöne Menschen! Passt aufeinander auf und fürchtet niemanden außer Gott! Lass alles friedlich und leicht sein – alles wie es dir gefällt!

Amen“

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