Facebooktwitterpinterestrssinstagram

Damals grausam, heute badefreundlich

Schön schaurig: das ehemalige Gefängnis Rummu in Estland

Der Tipp stammt mal nicht von uns, sondern von einem US-amerikanischen Reisemagazin namens Condé Nast Traveller. Jüngst hat sich die Redaktion des Magazins auf dem Globus mal nach den „45 schönsten verlassenen Orten“ umgesehen – und ist dabei auch in Estland fündig geworden. Im Blickpunkt: das ehemalige Gefängnis Murru in Rummu.

Rummu
Perfekter Badeort in Rummu. (Foto: Ivars Krutainis)
Verlassen ist Murru deshalb, weil es zu Beginn der 90er Jahre, im Zuge der estnischen Unabhängigkeit, seine Pforten für immer schloss. Errichtet worden war es in den 40ern von den Sowjets für Insassen, die das System zu Zwangsarbeit im um die Ecke gelegenen Kalksteinbruch verdonnert hatte.

Das Besondere an Rummu ist, dass es gut zur Hälfte unter Wasser liegt. Dazu kam es, weil der Steinbruch, in dem es liegt, früher immer aufwändig mit Pumpen trocken gehalten wurde. Als das Areal dann zu Beginn der 90er verlassen wurde, gingen auch die Pumpen mit – und das Wasser kam.

Damals grausam, heute badefreundlich

Heute ist die Gegend rund um das Rummu-Gefängnis ein sehr beliebter Badeort, in dem immer wieder Taucher in die unter Wasser liegende Gefängniswelt „eintauchen“. Sicherlich einer der bemerkenswertesten Badeorte, die man sich vorstellen kann. Und sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber spannend allemal.

Zu finden ist Rummu im nordwestestnischen Landkreis Harju, etwa 45 Kilometer von Tallinn entfernt. Es ist auch ein beliebter Treffpunkt für kulturelle Sommerveranstaltungen, Wanderer und Naturfotografen, da die Gegend unsagbar sehenswert ist.

Übrigens hat es auch das ukrainische Städtchen Pripjat in die Liste des Reisemagazins geschafft. Pripjat, klingelt da was? Genau, das ist der Ort, der von der Strahlung des Kernreaktors Tschernobyl mit am meisten abbekommen hat. Entsprechend verlassen ist es auch hier. Und womöglich noch ein wenig gruseliger, als es Rummu trotz seiner dunklen Vergangenheit jemals sein könnte.

Lesen Sie auch:  Tennisspieler Andy Murray investiert in ein estnisches Start-up

Wer mehr über Rummu erfahren möchte, hat dazu unter dem Link www.visitestonia.com/de/tagebau-von-rummu die Möglichkeit. Hier finden sich auch ein paar Fotos, die erkennen lassen, was den Ort so einzigartig macht.

sh

Facebooktwitterredditpinterestmail
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen